• Deutsche Inflation unter Null
    • Euro-Geschäftsklima steigt überraschend
    • Corona: Merkel spricht von dramatischer Lage
    • RKI: Neuer Höchstwert bei Corona-Neuinfektionen
    • US-Wahl: Auch Biden hat Stimme abgegeben
    • Tiffany und LVMH einigen sich
    • Volkswagen meistert die Krise
    • MTU streicht Jahresziele
    • Rote Zahlen bei Airbus

    DAX

    • Nach den deutlichen Kursverlusten an den Vortagen sind die Aktienmärkte am Donnerstag auf moderaten Erholungskurs gegangen. Allerdings handelt es sich bisher nicht um mehr als eine leichte technische Gegenreaktion, die nach heftigen Kursverlusten nicht ungewöhnlich ist. Angesichts stark steigender Corona-Fallzahlen und neuer Lockdowns bleibt die Stimmung an den Börsen schlecht. Für etwas bessere Stimmung sorgten am Donnerstag immerhin wie erwartet extrem gut ausgefallene US-Wachstumsdaten fürs zweite Quartal und die Andeutung der EZB, dass die Geldpolitik in der Eurozone im Dezember erneut gelockert werden könnte. Nachbörslich könnten in den USA noch Quartalszahlen von Apple, Facebook, Amazon, der Google-Mutter Alphabet und Twitter für Bewegung am Markt sorgen.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen

    • Der zweitgrößte US-Autobauer Ford steigerte den Gewinn im dritten Quartal kräftig. Unter dem Strich verdiente der Konzern 2,4 Mrd. Dollar nach 400 Mio. im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 1 Prozent auf 37,5 Mrd. Dollar.
    • Der Kreditkartenkonzern Visa hat im jüngsten Geschäftsquartal (bis Ende September) 2,1 Mrd. Dollar und damit 29 Prozent weniger als im Vorjahr verdient. Die Erlöse sanken um 17 Prozent auf 5,1 Mrd. Dollar.
    • Siemens verkauft seine Antriebstochter Flender an den US-Investor Carlyle. Der Preis liege bei 2,025 Mrd. Euro, teilte Siemens mit. Der Deal soll im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen werden und steht unter Vorbehalt kartellrechtlicher Genehimgungen.
    • Der Corona-Impfstoff des Biotechunternehmens BioNTech und seines Partners Pfizer könnte einem Medienbericht zufolge noch vor dem konkurrierenden Vakzin von AstraZeneca verfügbar sein. Das berichtete die "Times" unter Berufung auf britische Regierungskreise. Die Regierung in London gehe davon aus, dass der Impfstoff noch vor Weihnachten verteilt werden könnte, heißt es in dem Bericht.
    • Samsung Electronics ist nach dem höchsten Quartalsgewinn in zwei Jahren skeptisch für die nächste Zeit. Im vierten Quartal werde das Betriebsergebnis wegen der schwächeren Nachfrage nach Serverchips und schärferer Konkurrenz auf dem Smartphonemarkt zurückgehen, kündigte der Elektronikriese an.
    • Der US-Pharmakonzern Gilead hat seinen Umsatz dank des Corona-Mittels Remdesivir im dritten Quartal gesteigert. Die Erlöse kletterten um 17 Prozent auf 6,6 Mrd. Dollar. Den Gewinn je Aktie bezifferte Gilead auf 2,11 Dollar.
    • Bei der Online-Handelsplattform eBay laufen die Geschäfte in der Corona-Pandemie weiter wie geschnitten Brot. Im dritten Quartal zog der Umsatz um 25 Prozent auf 2,6 Mrd. Dollar an. Das gesamte abgewickelte Verkaufsvolumen nahm um 22 Prozent auf 25 Mrd. Dollar zu.
    • Der US-Spezialchemiekonzern DuPont erwartet für das laufende Jahr auch dank seines Sparkurses einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn je Aktie von 3,17 bis 3,21 Dollar je Aktie. Analysten hatten im Schnitt 3,03 Dollar nach 3,80 Dollar im Vorjahr prognostiziert. Beim Umsatz will das Unternehmen auf 20,1 bis 20,2 Mrd. Dollar kommen. 2019 hatte DuPont 21,5 Mrd. Dollar umgesetzt.
    • Der Volkswagen-Konzern meldete am Donnerstag für die ersten neun Monate des laufenden Jahres einen Vorsteuer-Gewinn von 2,3 Mrd. Euro. Das ist zwar gegenüber dem Vorjahreswert von 14,6 Mrd. Euro eine gehörige Schrumpfung, aber im Vergleich zur Jahresmitte, als die Gruppe noch mit einem Verlust von etwa 1,4 Mrd. Euro tief in die roten Zahlen gerutscht war, eine merkliche Verbesserung. Der Umsatz lag nach drei Vierteln des Jahres bei 155,5 Mrd. Euro und damit 16,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Man sehe inzwischen eine „spürbare Erholung", erklärte das Unternehmen. Jedoch bleibe die Entwicklung 2020 aufgrund der schwachen Nachfrage weiterhin kritisch.
    • Der Triebwerksbauer MTU muss seine ohnehin bereits gesenkten Umsatzziele für 2020 aufgeben. Die Erlöse dürften in diesem Jahr auf 4,0 bis 4,2 Mrd. Euro sinken, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Im Sommer hatte MTU noch 4,0 bis 4,4 Mrd. Euro erwartet. Das ursprüngliche Ziel lag bei über 4,6 Mrd. Euro, dem Vorjahresumsatz. Von den Erlösen sollen rund 10 Prozent als bereinigtes Ebit beim Unternehmen hängen bleiben.
    • Der Krankenhaus- und Medizinkonzern Fresenius hat im dritten Quartal überraschen hohe Umsatz und Ergebniszahlen erreicht. Der Erlös lag bei 8,9 Mrd. Euro, währungsbereinigt betrug der Zuwachs fünf Prozent. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um drei Prozent auf 1,11 Mrd. Euro, ohne Wechselkurseffekte wäre es ein leichter Zuwachs gewesen. Konzernchef Stephan Sturm geht davon aus, dass auch das Schlussquartal durch die Corona-Krise belastet werden dürfte, bestätigte aber seine Jahresziele. Die Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) konnte im Zeitraum Juli bis Ende September bei nahezu stabilen Umsätzen ihr Ergebnis stark steigern. FMC erreichte einen stabilen Umsatz von 4,41 Mrd. Euro, das Konzernergebnis (Ebit) legte dagegen um sechs Prozent auf 632 Mio. Euro zu. Analysten hatten hier weniger erwartet.
    • Das dritte Quartal lief für den Bausoftwareanbieter Nemetschek unerwartet gut, weshalb der Konzern nun für die Geschäftslage optimistischer wird. Ursprünglich hatte Nemetschek Belastungen durch die Corona-Pandemie angekündigt, vor allem der US-Markt sollte im zweiten Halbjahr schwächeln. Im dritten Quartal hat Nemetschek den Umsatz um 7,5 Prozent auf 148,6 Mio. Euro erhöht. Zudem hatte das Unternehmen zugekauft, auf der anderen Seite belastete der stärkere Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) legte um 9,1 Prozent auf 46,7 Mio. Euro zu. Unter dem Strich stand ein Konzernüberschuss von 25,2 Mio. Euro. Nemetschek bietet Software für Architekten, Bauingenieure und -unternehmen an, darüber hinaus auch für den Betrieb und die Verwaltung von Immobilien.
    • Eine hohe Nachfrage nach seinen Produkten in der Corona-Pandemie hat dem Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Drägerwerk im dritten Quartal ein gutes Geschäft beschert. Der Gewinn sprang auf 81,5 Mio. Euro hoch, nach 3,7 Mio. Euro vor Jahresfrist. Der Auftragseingang kletterte um 7,5 Prozent auf 747,8 Mio. Euro. Der Umsatz stieg wie bereits bekannt um rund 30 Prozent auf 862,5 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr 2020 erwartet das Unternehmen ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 14 bis 22 Prozent und eine Ebit-Marge zwischen 7,0 und 11,0 Prozent.
    • Der von der Corona-Krise in Beschlag genommene Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus ist im dritten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Netto musste ein Verlust von 767 Mio. Euro verbucht werden, auch wegen der Kosten für den Stellenabbau von 15.000 Jobs. Airbus legte für den geplanten Umbau 1,2 Mrd. Euro zur Seite. Der Q3-Umsatz sank um 27 Prozent auf 11,2 Mrd. Euro. Der bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) lag bei 820 Mio. Euro und damit nur halb so hoch wie im Vorjahr.
    • Der Maschinenbauer DMG MORI wird bei seiner Jahresprognose etwas optimistischer. Demnach erwartet das Unternehmen nun Erlöse von rund 1,75 Mrd. Euro nach bislang etwa 1,65 Mrd. Euro. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) rechnet DMG nun mit etwa 75 Mio. statt zuvor rund 60 Mio. Euro.
    • Der wegen seiner Geschäfts-Strategie in der Kritik stehende Leasingspezialist Grenke sucht den Befreiungsschlag und will das von einem Leerverkäufer attackierte Franchise-System beenden. „Die Franchise-Gesellschaften sollen in den kommenden 12 bis 18 Monaten in den Konzern integriert werden", kündigte Unternehmen am Donnerstag an und reagiert damit unter anderem auf Teile der Kritik der Investorengruppe Viceroy Research. Zudem soll der Vorstand um einen Chief Risk Officer (CRO) mit Verantwortung für Risikocontrolling, Recht und Compliance erweitert werden.
    • Wacker Chemie hat ein robustes drittes Quartal verzeichnet. Hilfreich waren solide Geschäfte mit Bau- und Heimwerkerprodukten und eine Erholung der Polysilizium-Sparte. Der Umsatz fiel zwar um 7 Prozent auf 1,18 Mrd. Euro und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 30 Prozent auf 190,8 Mio. Euro. Doch der Vergleich hinkt, weil das Unternehmen vor einem Jahr eine hohe Versicherungszahlung erhalten hatte. Diesen Effekt herausgerechnet legte der operative Gewinn um fast ein Fünftel zu.
    • Die US-Juwelierkette Tiffany hat einem niedrigerem Kaufpreis für die Übernahme durch den französischen Luxusgüterkonzern LVMH zugestimmt, wie die Finanzagentur Bloomberg berichtete. Die Franzosen müssten jetzt 425 Mio. Dollar weniger zahlen, als zunächst vereinbart. Je Tiffany-Aktie seien dies nun 131,50 Dollar statt 135 Dollar. Der ursprüngliche Deal belief sich auf 16 Mrd. Dollar.
    • Der LED- und Chipindustrieausrüster Aixtron bleibt angesichts der Corona-Krise und einem nur durchwachsenen Quartal vorsichtig. Beim Umsatz geht das Management nun von einem zumindest stabilen Wert von rund 260 bis 280 Mio. Euro aus, die Umsatzrendite soll zwischen 10 und 15 Prozent liegen. Bislang hatte Aixtron beim Umsatz bis zu 300 Mio. Euro erwartet. Aixtron-Vorstand Bernd Schulte bleibt im Grundsatz zuversichtlich. „Wir sind im Jahresendspurt", sagte er laut Mitteilung im Zuge der Vorstellung der Zahlen für das dritte Quartal. Die Nachfrage nach den Anlagen des Unternehmens bewege sich weiter auf hohem Niveau.
    • Der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise blickt zwiegespalten auf das laufende Geschäft. Während die Nachfrage nach Hygieneprodukten und Heimtiernahrung sowie eine deutliche Erweiterung der Menthol-Produktionskapazitäten für Wachstum sorgt, belastet der Einbruch des weltweiten Reiseverkehrs, da darunter auch die Nachfrage nach Luxusparfüms an Flughäfen leidet. „Die Verschiebung der Konsumentennachfrage, die sich bereits in den ersten sechs Monaten zeigte, hat sich im dritten Quartal nahezu gleichbleibend fortgesetzt," sagte Symrise-Chef Heinz-Jürgen Bertram laut Mitteilung. Symrise steigerte den Umsatz von Januar bis Ende September dennoch um 5,9 Prozent auf 2,7 Mrd. Euro.
    • Der Netzwerkausrüster Nokia macht angesichts der Corona-Krise eine Rolle Rückwärts und streicht seine Jahresziele wieder zusammen. So dürfte der bereinigte Gewinn je Aktie 2020 statt 25 Cent doch nur 23 Cent erreichen, erklärte der neue Nokia-Chef Pekka Lundmark bei der Vorlage der Quartalszahlen. Auch das Ziel für die bereinigte operative Marge setzte er wieder von 9,5 auf 9 Prozent herab. Im dritten Quartal konnte Nokia seinen Gewinn trotz rückläufiger Umsätze verdoppeln. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 197 Mio. Euro.
    • Der Lastwagenbauer MAN rechnet wegen der Pandemie mit im Vergleich zum Vorjahr „erheblich“ sinkenden Umsätzen und Gewinn. Das operative Ergebnis der MAN-Gruppe werde sich im Bereich zwischen minus 500 und minus 750 Mio. Euro bewegen, heißt es in einer Unternehmensmitteilung von Mittwochabend. Dies führe gegenüber dem Vorjahr zu einer drastisch verschlechterten operativen Rendite.
    • Der Ethanolhersteller CropEnergies profitiert vom Börsenausstieg Rocket Internets. Die Südzucker-Tochter werde in den Kleinwerte-Index SDAX aufgenommen, teilte die Deutsche Börse mit. Der Schritt finde zum 2. November auf Basis des letzten Kurses vom 30. Oktober statt.

    Politik & Konjunktur

    • Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent. Das entschied der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) nach Angaben der Notenbank am Donnerstag in Frankfurt. In der Corona-Krise hält sich die EZB weitere Notfallmaßnahmen offen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde verwies diesbezüglich auf die nächste geldpolitische Sitzung im Dezember, wenn der Notenbank neue Prognosen zu Wachstum und Inflation vorliegen. Bereits jetzt beschäftige sich die EZB mit der Neuausrichtung der Geldpolitik im Dezember. Der Blick richte sich dabei nicht auf ein spezifisches Instrument, sondern auf das komplette Instrumentarium der Notenbank, so Lagarde.
    • Im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus gelten in Bayern vom 2. November an strenge Kontaktbeschränkungen. „Der Aufenthalt im öffentlichen wie im privaten Raum ist begrenzt auf die Angehörigen des eigenen Hausstands und eines weiteren Hausstands, jedoch in jedem Fall auf maximal zehn Personen", beschloss das bayerische Kabinett. Damit regelt Bayern noch etwas deutlicher als im jüngsten Bund-Länder-Beschluss, dass die Kontaktbeschränkungen auch im privaten Raum gelten.
    • Die Zahl der schwebenden, als noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe in den USA ist im September überraschend gefallen - und zwar um 2,2 Prozent zum Vormonat, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Donnerstag mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Zuwachs um 2,9 Prozent gerechnet. Im August waren die Verkäufe noch um 8,8 Prozent gestiegen.
    • Im dritten Quartal hat sich die US-Wirtschaft wie erwartet deutlich vom Einbruch im 2. Quartal erhöht. Auf annualisierter Basis legte das Bruttoinlandsprodukt um 33,4 Prozent zu. Von Experten erwartet wurde ein Anstieg um 32,0 Prozent, nach einem Einbruch um 31,4 Prozent im zweiten Quartal. Umgerechnet in die in Europa übliche Betrachtungsweise entspräche das Wachstum in den USA im dritten Quartal einem Plus von etwa 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Die Bekanntgabe der Daten wenige Tage vor der US-Wahl ist brisant: Präsident Trump hatte seinen Anhängern im Wahlkampf bereits ein Rekordwachstum versprochen. Er liegt in Umfragen derzeit zurück.
    • Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sind in der vergangenen Woche um 40.000 auf 751.000 Erstanträge gesunken. In der Woche bis 10. Oktober erhielten nach Angaben des Arbeitsministeriums 22,6 Millionen Menschen eine Form von Arbeitslosenhilfe.
    • Die Inflation in Deutschland hat sich im Oktober unter der Nullmarke gehalten. Die Inflationsrate wird im Oktober voraussichtlich minus 0,2 Prozent betragen, wie das Statische Bundesamt mitteilte. Die Inflationsrate ist unter anderem durch die seit 1. Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung beeinflusst. Gegenüber September steigen die Verbraucherpreise im Oktober voraussichtlich um 0,1 Prozent.
    • Die Coronavirus-Pandemie ist in den USA weiterhin nicht unter Kontrolle. Seit deren Beginn haben sich fast 8,9 Mio. der 330 Mio. Amerikaner mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt. Die Zahl der Todesopfer nach einer Covid-19-Infektion liegt bei mehr als 227.000.
    • Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in einer Regierungserklärung im Bundestag die Corona-Lage in Deutschland als dramatisch bezeichnet. „In den vergangenen Wochen sind die Zahlen der Neuinfektionen deutlich in die Höhe geschnellt. Auch die Zahl der Menschen, die auf Intensivstationen betreut werden, steigt, viele Gesundheitsämter sind an der Belastungsgrenze. Eine solche Dynamik wird unsere Intensivmedizin in wenigen Wochen überfordern. Wir befinden uns zum Beginn der kalten Jahreszeit in einer dramatischen Lage. Sie betrifft uns alle. Ausnahmslos", so Merkel. Harte Worte fand Merkel für Covid-19-Leugner: „Lüge, Desinformationen und auch Hass beschädigen nicht nur die demokratische Debatte, sondern auch den Kampf gegen das Virus.“ Unterschiede zwischen Wahr und Unwahr dürften nicht verwischen. Vom Bezug zu Fakten und Informationen hingen derzeit Menschenleben ab, sagte Merkel und dankte der Wissenschaft, Medizin und dem öffentlichen Gesundheitsdienst für den unerlässlichen Einsatz in der Pandemie.
    • Trotz der weitreichenden beschlossenen Einschränkungen will die Bundesregierung anders als im Frühjahr die Grenzen diesmal nicht schließen. „Wir müssen alles tun, um Grenzschließungen auch weiterhin zu vermeiden“, sagt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier der „Wirtschaftswoche“. Der Europäische Binnenmarkt setze voraus, dass Lieferketten auch in Pandemiezeiten funktionierten, sagt der CDU-Politiker. Diesbezüglich habe man aus dem ersten Shutdown gelernt.
    • Das Geschäftsklima in der Eurozone hat sich im Oktober im Vergleich zum Vormonat verbessert. Wie die Europäische Kommission berichtete, stieg der entsprechende Index auf -0,74 Punkte von -1,20 im September. Ein Indexstand von Null entspricht dem langfristigen Durchschnittswachstum der Industrieproduktion in der Eurozone von zwei Prozent.
    • Die Erholung der Wirtschaftsstimmung im Euroraum ist ins Stocken geraten. Angesichts der wieder steigenden Infektionszahlen stagnierte der Index zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung ESI bei 90,9 Punkten, wie die EU-Kommission berichtete. Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf unter 90 Punkte gerechnet.
    • Die Zahl der registrierten Arbeitlosen in Deutschland ist im Oktober gesunken. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) bezifferte sie auf 2,76 Mio.. Das ist im Vergleich zum September ein Minus von 87.000. Im Jahresvergleich ergibt sich eine Zunahme von 556.000. Bereinigt um saisonale Einflüsse sank die Arbeitslosenzahl im Oktober gegenüber September um 35.000. Damit liegt die Arbeitslosenquote bei 6,0 Prozent. Die Zahl der Unterbeschäftigten reduzierte sich gegenüber dem Vormonat um 40.000 auf rund 3,55 Mio. Hier werden auch Personen erfasst, die an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder kurzfristig arbeitsunfähig sind.
    • Das Bundesverfassungsgericht hat den Eilantrag eines Berliner Vermieters abgelehnt, die zweite Stufe des Mietendeckels in der Hauptstadt auszusetzen. Zur Begründung erklärte das Gericht, Vermietern drohten durch das Inkrafttreten der Verordnung keine schweren Nachteile. Die zweite Stufe des Mietendeckels soll am 23. November in Kraft treten. Vorgesehen ist eine Absenkung vieler Mieten auf gesetzlich festgesetzte Beträge.
    • Das Geschäftsklima in der ostdeutschen Wirtschaft hat sich laut ifo Institut leicht eingetrübt. Die Stimmung sei im Oktober vor allem bei den Geschäftserwartungen gesunken, teilte das Institut am Donnerstag mit. Der Geschäftsklimaindex sank den Angaben zufolge von zuvor 95,7 auf 94,0 Punkte.
    • Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag 16.774 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das ist ein neuer Höchstwert. Am Vortag waren es 14.964. Die Bundesregierung hatte am Mittwoch gemeinsam mit den Ministerpräsidenten der Länder weitreichende Maßnahmen beschlossen, die ab dem kommenden Montag in Kraft treten sollen.
    • Der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland ist im September gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Den Angaben zufolge stieg der nominale Umsatz saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent. Die im Vormonat zunächst mit einem Rückgang von 1,3 Prozent ausgewiesene Umsatzentwicklung für August gegenüber Juli ist aufgrund von Nachmeldungen in ein Umsatzplus von 1,3 Prozent revidiert worden. Damit setzte sich die Aufwärtsentwicklung nach dem Tiefpunkt im April laut Bundesamt weiter fort, wenngleich auch leicht abgeschwächt. Der Wert für September liegt um 1,9 Prozent niedriger als im Februar, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.
    • Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation hält die Bank von Japan (BoJ) an ihrer extrem gelockerten Geldpolitik fest. Japanische Geschäftsbanken können sich damit weiter fast kostenlos Geld bei der Notenbank besorgen. Wie die BoJ am Donnerstag nach zweitägigen Beratungen bekanntgab, dürfte die wirtschaftliche Leistung im noch bis zum 31. März 2021 laufenden Fiskaljahr um 5,5 Prozent schrumpfen. Zuvor war die BoJ noch von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 4,7 Prozent ausgegangen.
    • Schon jetzt haben in den USA bei der Präsidentenwahl halb so viele Wähler abgestimmt wie 2016 insgesamt. Darunter ist nun auch der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden. „Wir haben gerade gewählt“, sagte Biden im Beisein seiner Frau Jill vor Reportern in seinem Wohnort Wilmington, Delaware. Der republikanische Amtsinhaber Trump hat ebenfalls schon gewählt. Trump gab seine Stimme am Samstag in West Palm Beach in Florida ab.
    • Einen Lockdown wird es in der Schweiz nicht geben, dafür aber weitere einschneidende Maßnahmen. So lautet das Fazit der Medienkonferenz des Bundesrates in Bern. Ökonomen und Finanzexperten zeigen sich erleichtert. „Ich glaube, dass die Maßnahmen zielgerichtet genug sind, um die Viruspandemie wieder beherrschbar zu machen, ohne dass gleichzeitig die Wirtschaft komplett zusammenbricht", sagt Karsten Junius, Chefökonom bei der Bank J. Safra Sarasin der Nachrichtenagentur AWP.

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