New York/ London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Die Ölpreise sind mit moderaten Verlusten in die Handelswoche gestartet. Ein 159-Liter-Fass der Nordseesorte Brent kostete am Montagmittag 61,85 US-Dollar. Am Freitag kostete ein Barrel noch etwas mehr als 62 Dollar. Auch die US-Leichtölsorte WTI verbilligt sich leicht.

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    Als Grund für den Preisrücksetzer wird der jüngste Anstieg der Bohraktivität in den USA genannt. Laut dem Öldienstleister Baker Hughes stieg die Zahl der aktiven Ölbohrungen in der Vorwoche um 7 auf 854. Allerdings war in der letzten Januar-Woche die Bohraktivität noch auf den tiefsten Stand seit Mai 2018 gefallen. „Der Trend bei der Bohraktivität zeigt momentan weiter nach unten, was gegen eine stärker steigende US-Ölproduktion spricht“, kommentierte die Commerzbank.

    Weitere Maßnahmen der Allianz OPEC+ in Richtung einer strengeren Förderbeschränkung sind derzeit nicht in Sicht. Nach Informationen der Commerzbank gibt es Zweifel, ob Russland noch über die Jahresmitte hinaus Teil des Kürzungsabkommens sein wird, sollte dieses verlängert werden. Der Chef des größten russischen Ölkonzerns, Sechin, habe in einem Brief an Präsident Putin das Abkommen als strategische Bedrohung für die russische Ölindustrie kritisiert.

    Während die Mehrheit der Analysten angesichts der von der OPEC+ beschlossenen Förderkürzung um 1,2 Mio. Barrel pro Tag in den kommenden sechs Monaten mit einem Nachfrageüberhang und daher mit steigenden Notierungen rechnet, erwartet die japanische Bank Nomura den entgegengesetzten Fall. Der Ölpreis könnte in diesem Jahr bis auf 20 US-Dollar je Barrel sinken, so das Analysehaus. Begründung: Die Ölpreise hätten sich in der letzten Zeit nur zu selten den erwarteten Verläufen gemäß entwickelt.