New York/ London (Godmode-Trader.de) - Die Ölpreise legten am Freitag weiter zu. Der US-Rohölpreis konnte sogar ein frisches Jahreshoch bei 59,20 US-Dollar/Barrel markieren. Preistreiber Nummer eins bleibt die angespannte Marktlage. Die beschlossenen Produktionskürzungen der OPEC- und die US-Sanktionen gegen Venezuela und den Iran dürften im ersten Quartal zu einem leichten Defizit des globalen Angebots geführt haben. „Öl steigt als Reaktion auf die anhaltenden Produktionskürzungen der OPEC+-Produzentengruppe sowie einem weiteren (Produktions-) Einbruch in Venezuela weiter, sagt Ole Hansen, Leiter der Rohstoffstrategie bei der Saxo Bank.

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    Die Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) und Verbündete wie Russland - bekannt als OPEC+-Allianz - haben seit Jahresbeginn rund 1,2 Mio. Barrel pro Tag an Rohöl zurückgehalten, um die Märkte zu straffen und die Preise zu stützen. Die OPEC+-Minister werden sich vom 17. bis 18. April am Hauptsitz der Gruppe in Wien treffen, um über die weitere Strategie zu beraten. Förderkürzungen über die Jahresmitte hinaus sind durchaus denkbar.

    Dass die Ölpreise trotz des leichten Angebotdefizits nicht stärker steigen, liegt an den sich eintrübenden Konjunkturaussichten in Asien und Europa, was am Markt Sorgen über das Nachfragewachstum befeuert. Bisher hat sich jedoch keine Nachfrageschwäche gezeigt. Der Rohölverbrauch in China, dem weltweit größten Importeur, stieg in den ersten beiden Monaten des Jahres 2019 gegenüber dem Vorjahr um 6,1 Prozent auf den Rekordwert von 12,68 Mio. Barrel pro Tag, wie offizielle Daten des Statistikamts in Peking diese Woche zeigen. „Die Sorgen um die Ölnachfrage sind übertrieben", kommentierte Goldman Sachs. Das globale Wachstum der Rohölnachfrage habe im Januar bei knapp 2,0 Mio. Barrel pro Tag betragen. Goldman Sachs geht aufgrund der aktuellen Fundamentaldaten davon aus, dass die Rohöl-Futures der Sorte Brent bald die 70 US-Dollar/Barrel-Marke überwinden werden.