• Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 82,82 $/Barrel
  • WTI Öl - Kürzel: WTI - ISIN: XC0007924514
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 77,01 $/Barrel

Frankfurt (BoerseGo.de) - Die Ölpreise geben heute den fünften Tag in Folge nach, was der längsten Verluststrecke seit Anfang September entspricht. Der Brentölpreis fällt am Morgen auf ein Vierjahrestief von weniger als 82 US-Dollar je Barrel. WTI war gestern mit knapp 76 US-Dollar je Barrel zeitweise so billig wie zuletzt im Oktober 2011, wie die Analysten der Commerzbank im heutigen „TagesInfo Rohstoffe“ schreiben.

Selbst ein unerwarteter Abbau der US-Rohölvorräte um 639.000 Barrel, welcher gestern Abend vom API berichtet wurde, habe den Preisverfall nicht stoppen können. Ein Ende der Talfahrt sei nicht in Sicht, so dass Brent schon bald die Marke von 80 US-Dollar testen dürfte. Denn Saudi-Arabien scheine weiterhin nicht bereit zu sein, sein Angebot zu reduzieren und damit Überangebot vom Markt zu nehmen. Stattdessen habe man die Verkaufspreise für die US-Abnehmer gesenkt, was nicht nur einen Preiskampf gegen die US-Schieferölproduzenten einläuten könnte, sondern gleichzeitig auch den OPEC-Produzenten Venezuela weiter in Bedrängnis bringen dürfte, heißt es weiter.

„Heute trifft sich der Ölminister von Saudi-Arabien mit dem Außenminister von Venezuela, welcher auch der Chef der OPEC-Delegation seines Landes ist. Bei diesem Treffen dürfte es auch um die Beweggründe für die jüngste saudische Preissenkung und um die Forderung Venezuelas nach einer OPEC-Produktionskürzung gehen. Es ist allerdings kaum davon auszugehen, dass Saudi-Arabien diesem Ansinnen nachkommen wird. Stattdessen scheint der größte und einflussreichste OPEC-Produzent in erster Linie an der Verteidigung von Marktanteilen in einem überversorgten Markt interessiert und darüber hinaus das sprudelnde Schieferölangebot aus den USA eindämmen zu wollen. Zu diesem Zweck ist man offensichtlich auch bereit, für einen gewissen Zeitraum niedrigere Ölpreise hinzunehmen“, so die Commerzbank-Analysten.