1. Die vergangene Woche war durch Lagerabbau geprägt. Die US-Rohöllager verzeichneten einen Rückgang um 3,2 Mio. Barrels, während die Märkte mit einem kräftigen Aufbau der Vorräte gerechnet hatten (Bloomberg-Median: +3,0 Mio. Barrels). Auch die Benzinlagerdaten kamen schlechter als erwartet: Die Benzinvorräte sind um 2,8 Mio. Barrels geschrumpft (Bloomberg-Median: -0,5 Mio. Barrels). Die Kapazitätsauslastung der US-Raffinerien sank zudem um 0,1 Prozentpunkte auf 86,2 %. Angesichts der immer noch gut gefüllten Benzinlager ist diese im historischen Vergleich niedrige Kapazitätsauslastung zurzeit zwar wenig beunruhigend. Sollten die Benzinvorräte jedoch weiter sinken, was dem saisonalen Muster entsprechen würde, könnte von dieser Seite aus Druck auf die Benzinpreise aufgebaut werden. Die Heizöl- und Diesellager sanken entsprechend dem saisonüblichen Muster wie erwartet um 1,4 Mio. Barrels (Bloomberg- Median: -1,5 Mio. Barrels).

2. Als Reaktion auf das Minus bei den Lagerbeständen stieg der Ölpreis für die Sorte WTI bereits kurz nach Datenveröffentlichung auf über 60 US-Dollar, bis heute Morgen sogar bis auf 61,50 US-Dollar. Der relativ starke Preisausschlag dürfte auch mit der bereits einige Tage zurückliegenden Entscheidung der OPEC-Länder zusammenhängen, ihre Ölfördermenge ab November um 1,2 Mio. auf 26,3 Mio. Barrels täglich zu senken. Auf diese Nachricht reagierten die Märkte kurzfristig zwar kaum. Hieran hat auch nichts geändert, dass die Drosselung um 0,2 Mio. Barrels höher ausgefallen ist als die 1 Mio. Barrels, die seit geraumer Zeit diskutiert wurden. Mittelfristig trägt jedoch die Reduzierung der OPEC-Fördermenge um knapp 4,5 % durchaus zum Preisauftrieb bei, denn die Rohölnachfrage dürfte sich ab Jahresende mit dem erneuten Anziehen der konjunkturellen Dynamik in den USA und der Weltwirtschaft merklich beschleunigen. Der Preisaufwärtsdruck seitens der OPEC dürfte sich zudem verstärken, wenn sich die Gerüchte bestätigen sollten, dass die OPEC bei ihrem nächsten Treffen im Dezember eine weitere Fördermengenkürzung um 500.000 Barrels pro Tag vornehmen wird.

3. Nach zwei Wochen Unentschlossenheit entschied sich nun die Mehrheit der Spekulanten, auf fallende Ölnotierungen zu wetten. Es ist das erste Mal seit Ende März, dass die nicht-kommerziellen Händler an der New York Mercantile Exchange Netto-Short-Positionen halten.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 140 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.