Frankfurt/ Singapur (Godmode-Trader.de) - Die Ölpreise sind nach dem Anstieg am Freitag mit leichten Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Brent handelte am Montagvormittag unterhalb von 75 US-Dollar je Barrel, US-Leichtöl der Sorte WTI bei 70,5 US-Dollar.

    Ein temporärer Förderausfall in Kanada, die mutmaßlich länger anhaltenden Produktionsrückstände in Libyen und der zu geringeren Exporten führende erhöhte US-Sanktionsdruck auf den Iran und seine Rohöl-Kunden haben am Ölmarkt in den letzten Tagen und Wochen zu einem Versorgungs-Engpass geführt, was die Preise kräftig nach oben getrieben hatte. „Das Bündnis OPEC+ kann und wird die benötigten Rohölmengen zwar bereitstellen, muss dazu aber sehr tief in ihre "Reservekapazitäts-Taschen" greifen“, kommentierte die DZ Bank.

    Da auch die Entwicklung der US-Benzinpreise im Vorfeld der Zwischenwahlen in der Politik mit Argusaugen verfolgt werden, wird sich laut den Analysten US-Präsident Donald Trump zudem in Bälde entscheiden müssen, ob er „den iranischen Rohölkunden eventuell doch mit Ausnahmegenehmigungen entgegenkommt oder wahlweise auf den Ultima-Ratio-Einsatz der strategischen Rohöllagerbestände der USA zurückgreift“.

    Wie stark die drohenden US-Sanktionen bereits Wirkung zeigen, verdeutlichen laut Commerzbank frische Zahlen aus Südkorea. Südkorea war im vergangenen Jahr mit einem Anteil von 14 Prozent der drittgrößte Käufer iranischen Öls nach China und Indien. Das Land habe schon im Juni und damit einen Monat nach dem US-Ausstieg aus dem Atomabkommen seine Öleinfuhren aus dem Iran um 9,5 Prozent gegenüber Mai und um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgefahren, berichten die Analysten. Im ersten Halbjahr lagen die Einfuhren demnach um 33 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.

    Der Fokus am Ölmarkt richtet sich heute auf das Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Russlands Präsident Wladimir Putin in Helsinki. Dabei soll es auch um den Iran gehen. Möglicherweise werden Trump und Putin auch über Möglichkeiten sprechen, wie das Ölangebot angehoben werden kann, um Angebotsausfälle auszugleichen. „Sollte es zu einer Annäherung kommen, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf den Ölpreis haben“, erwartet die Commerzbank.