1. Die wöchentlichen Öllagerbestände in den USA behalten das Muster der vergangenen Wochen bei. So sind die Rohöllagerbestände ein weiteres Mal in Folge um kräftige 4,4 Mio. Barrels gestiegen. Erwartet wurde lediglich ein Plus von 2,0 Mio. Barrels. Ausschlaggebend für die kräftige Zunahme dürfte einerseits ein deutlicher Anstieg der Rohölimporte gewesen sein. Diese notierten in der Vorwoche 500.000 Barrels pro Tag höher auf einem Niveau von 10,6 Mio. Barrels pro Tag. Hinzu kommt, dass bei der Wiederaufnahme der Produktion im Golf von Mexiko deutliche Fortschritte erzielt werden konnten. Diese legte in der Vorwoche um 238.000 Barrels pro Tag zu. Insgesamt sind aber weiterhin rund 50 % der gesamten Förderkapazitäten im Golf von Mexiko außer Betrieb. Der Anstieg der gesamten Rohöllagerbestände in den USA war nahezu ausschließlich auf den Anstieg im so genannten PAD3 zurückzuführen. Dieser Distrikt umfasst die Region am Golf von Mexiko.

Ähnlich stark wie der Anstieg der Rohöllagerbestände fiel der Aubau der Benzinlagerbestände aus. Diese legten im Vergleich zur Vorwoche um 4,2 Mio. Barrels zu (Bloomberg-Median: 1,2 Mio. Barrels). Hier waren es vor allem deutlich höhere Importe, die zu der Zunahme beitrugen. Die Produktimporte lagen 600.000 Barrels über dem durchschnittlichen Niveau der Vorwoche. Das einzige Datum der vergangenen Wochen, welches enttäuschte, waren die Heizöl- und Diesellagerbestände, die um 84.000 Barrels fielen, obwohl ein Plus von 750.000 Barrels erwartet wurde. Hierbei waren es vor allem die Heizöllagerbestände, die mit einem Minus von 1,5 Mio. Barrels negativ überraschten. Zwar war in der Vorwoche erstmals wieder ein Anstieg der Heizölproduktion zu verzeichnen, doch die Gesamtproduktion liegt weiterhin deutlich unter den Niveaus der Vorjahre. Die Kapazitätsauslastung der Raffinerien stieg lediglich um 1,5 Prozentpunkte auf aktuell 84 %. Obwohl bis auf drei Raffinerien alle durch „Katrina“ und „Rita“ beschädigten Raffinerien den Betrieb wieder aufgenommen haben, scheint ein Teil noch deutlich unter der Vollauslastung zu arbeiten. Darüber hinaus dürften die für diese Jahreszeit üblichen Wartungsarbeiten an den Raffinerien ebenfalls für eine niedrigere Auslastung sorgen.

2. Die Strategie der Raffinerien, im Gefolge der Hurrikans „Katrina“ und „Rita“ die Benzinproduktion zu maximieren, war zwar im Benzinbereich ganz offensichtlich erfolgreich, was der kräftige Rückgang der Benzinpreise belegt. Diese notieren mittlerweile bereits wieder niedriger als vor den beiden Hurrikans. Diese Strategie könnte aber auf der Heizölseite zu Problemen führen. Denn darauf zu bauen, dass die Heizölnachfrage im Winter gering ausfällt, ist etwas riskant. Theoretisch besteht zwar in einigen Bereichen die Möglichkeit der Substitution durch Erdgas, die Wahrscheinlichkeit dafür erscheint ob der in den vergangenen Monaten noch stärker gestiegenen Gaspreise aber doch sehr gering. Die Nachfragedaten verbessern sich indessen weiter und liegen weiter deutlich über dem Vorjahresniveau. Dies gilt vor allem für die Benzinseite. An unserer Aussage, dass es sich bei den derzeitigen Preisrückgängen lediglich um eine Korrektur handelt, während wir in den Wintermonaten mit erneuten Höchstständen rechnen, ändert sich weiterhin nichts.

3. An der Spekulationsfront wird währenddessen weiterhin auf fallende Ölpreise gesetzt. Die Netto- Short-Positionen wurden in der Vorwoche wieder leicht ausgebaut. Mittlerweile ist dies eine der längsten Perioden der vergangenen Jahre, in der die Mehrheit der Spekulanten auf fallende Preise gesetzt hat. Im Vergleich zu vergangenen Preiskorrekturen fiel der bisherige Preisrückgang vom Höchststand von 70 USD/bbl trotz der vergleichsweise hohen Wetten auf fallende Preise immer noch recht moderat aus.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von rund 130 Mrd. Euro gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.