1. Die am Mittwoch veröffentlichten wöchentlichen Öllagerbestände in den USA fielen größtenteils deutlich schwächer aus als erwartet. Die einzige Ausnahme waren die Rohöllagerbestände, welche im Vergleich zur Vorwoche um 1,3 Mio. Barrels stiegen. Erwartet wurde ein Rückgang um 1,0 Mio. Barrels. Der Anstieg dürfte vermutlich auf den kräftiger als erwarteten Rückgang der Kapazitätsauslastung zurückzuführen sein (-1,58 Prozentpunkte). Das Plus bei den Rohöllagerbeständen überraschte insofern, als die Rohölimporte in der Vorwoche mit -0,6 Mio. Barrels pro Tag deutlich unter dem Niveau der Vorwoche lagen.

Auf der Produktseite wurden die Erwartungen jedoch schwer enttäuscht. Die Benzinlagerbestände sanken um 300.000 Barrels gegenüber der Vorwoche, ein für diese Jahreszeit eher ungewöhnliches Phänomen. Die von Bloomberg befragten Analysten hatten mit einem Plus von 950.000 Barrels gerechnet. Noch deutlicher fiel allerdings der Rückgang der Diesel- und Heizöllagerbestände aus. Diese lagen um beachtliche 2,8 Mio. Barrels unter dem Niveau der Vorwoche. Erwartet wurde trotz der kalten Temperaturen lediglich ein Minus von 500.000 Barrels. Die überdurchschnittlich kalten Temperaturen der vergangenen Wochen haben hier ganz offensichtlich ihre Spuren hinterlassen. Die Marktteilnehmer schienen sich zu Beginn nicht ganz einig, ob man sich über den kräftigen Rückgang der Diesel- und Heizöllagerbestände schockiert zeigen sollte (steigende Preise), oder ob man schon wieder auf die für nach Weihnachten prognostizierten milderen Temperaturen setzen sollte (fallende Preise).

2. Auch wenn die nächste Driving Season noch weit entfernt ist, so sollte man die Entwicklung der Benzinlagerbestände doch genau im Auge behalten. Zwar dürfte das Geschehen an den Ölmärkten vorerst noch von Temperaturschwankungen und der Entwicklung der Heizölnachfrage bestimmt werden. Der vergleichsweise moderate Aufbau der Benzinlagerbestände könnte sich aber sehr schnell zu einem Problem entwickeln. Nicht nur die absoluten Benzinlagerbestände liegen deutlich unter dem Vorjahresniveau, sondern vor allem auch die Reichweite der Lagerbestände, also das Verhältnis der Lagerbestände zur täglichen Nachfrage, liegt nahe den absoluten Tiefstständen. Bedenkt man zudem, dass für März und April umfangreiche Instandhaltungsarbeiten geplant sind, könnte dies sehr schnell wieder zu Preisdruck führen.

Bis zum Jahresende könnten die Preise aufgrund der für nach Weihnachten prognostizierten milderen Temperaturen noch etwas nachgeben. Für das Jahr 2006 erwarten wir allerdings erneute Preisanstiege.

3. Die Positionierung der Spekulanten an der New York Mercantile Exchange blieb im Vergleich zur Vorwoche mehr oder weniger unverändert. Der Rückgang des Ölpreises in den vergangenen Tagen dürfte allerdings wieder von einer Aufstockung der Netto-Short-Positionen begleitet worden sein.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von rund 130 Mrd. Euro gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.