• Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 76,555 $/Barrel

Wien/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Die Förderkürzung der OPEC, die seit Anfang 2017 dafür sorgt, dass die Ölproduktion des Kartells um 1,8 Mio. Barrel täglich gedrosselt wurde, hat den Preis für Rohöl in den vergangenen Wochen nach oben getrieben. So stark, dass das Ölkartell bereits zweimal den Unmut von US-Präsident Trump auf sich gezogen hat. „Ölpreise sind zu hoch, die OPEC ist wieder dabei“, twitterte Trump am Mittwoch. „Nicht gut!“ Der amerikanische Präsident hatte schon im April der OPEC vorgeworfen, den Preis künstlich zu erhöhen.

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Dabei notierte Rohöl zuletzt nicht mehr ganz so hoch wie noch im Mai, als das Barrel die 80 Dollar-Marke überschritten hatte. Zuletzt lag die Notiz bei 76,50 Dollar, noch immer ein hohes Niveau, doch jüngst lag der Preis temporär auch schon wieder deutlich unter der 75er Dollar-Schwelle.

Rohöl ist gar nicht so knapp, wie es teilweise künstlich gehalten wurde. Die IEA revidierte diese Woche ihre Prognosen für den Bedarf an OPEC-Öl im laufenden Jahr um 300.000 auf 31,9 Mio. Barrel pro Tag nach unten. „Der Ölmarkt ist demnach weniger knapp als bislang angenommen und deutlich weniger angespannt als von der OPEC unterstellt“, kommentierten Rohstoffexperten der Commerzbank. Allerdings habe die IEA auch vor einem (weiteren) Rückgang der Ölproduktion in Venezuela und im Iran gewarnt, der das Marktdefizit vergrößern würde, so die Experten.

Doch das angesprochene Marktdefizit kann sich auch verringern, weil die „Großen“ willig und bereit sind, mehr zu fördern. Die USA aktivieren Woche für Woche neue Bohrlöcher, was die Gesamtförderung von einem Rekordniveau zum nächsten springen lässt. Dabei sind die Vereinigten Staaten Russland mit einer täglichen Förderung von aktuell 10,8 Mio. Barrel nah auf den Fersen. Die Russen holen jeden Tag seit Anfang Juni mehr als 11 Mio. Barrel des Schwarzen Goldes aus dem Boden. Saudi-Arabien haben die USA in Sachen Fördermenge bereits überholt. Das Land mit den neben Venezuela mutmaßlich größten Ölreserven bleibt aber der größte Exporteur.

Und die Förderländer signalisieren weitere Handlungsbereitschaft. Sowohl Russland als auch Saudi-Arabien signalisierten, sehr schnell Angebotsdefizite durch eine Anhebung der Produktion zu decken. Bloomberg berichtete diese Woche, Russland wolle auf dem OPEC-Treffen am 22. Juni in Wien eine Rückkehr zum Produktionsniveau vom Oktober 2016 vorschlagen. Seinerzeit galt die selbst auferlegte Förderdrosselung noch nicht. Russland ist zwar kein OPEC-Mitglied, ist zu dem Meeting wie weitere Förderländer außerhalb des Kartells aber eingeladen.