• ifo Weltwirtschaftsklima verschlechtert sich abermals
  • Preisverfall: Saudi-Arabien senkt Öl-Fördermenge
  • CSU-Parteivorsitz: Seehofer plant Rückzug
  • London: May gerät mit ihren Brexit-Plänen unter Druck
  • E.ON und innogy bestätigen Synergieziel
  • SAP kauft für 8 Mrd. Dollar die US-Firma Qualtrics
  • Lanxess bekräftigt starkem Quartal die Jahresprognose

DAX & US-Markt

  • Am deutschen Aktienmarkt geht es zu Wochenbeginn wieder abwärts. Konnte der Leitindex DAX am vergangenen Freitag noch mit einem kleinen Gewinn schließen, und auch den Handelsauftakt am heutigen Montagmorgen manierlich über die Bühne bringen, nahm in der Folge schnell wieder die Risikoscheu der Anleger überhand. Am Markt gebe es zurzeit einfach zu viele Belastungsfaktoren, um eine Trendwende herbeizuführen, wie es ein Marktbeobachter formulierte. Wie reagiert Italien im Haushaltsstreit mit der EU (am Dienstag läuft das Ultimatum aus, das die EU-Kommission Italien gesetzt hat, um einen verbesserten Haushaltsplan vorzulegen)? Wie entwickelt sich die Konjunktur, welche Schäden kann der internationale Handelsstreit noch auslösen, kommt es zu einem harten Breit? All das sind offene Fragen, die Anleger derzeit bewegen.
  • Apple (-5 Prozent) und Chip-Hersteller (-4,4 Prozent) zogen heute den Gesamtmarkt (S&P 500 -2 Prozent) nach unten. Ausgelöst wurden die Kursverluste durch Apple-Zulieferer Lumentum (-33 Prozent), der meldete, dass ein Großkunde die Bestellungen von Laser-Dioden heruntergefahren hat. Zwar wurde Apple nicht namentlich erwähnt, es wird aber davon ausgegangen, dass es sich hier um den iPhone-Hersteller handeln muss. Neben Apple verloren General Electric (-6,9 Prozent) und Goldman Sachs (-7,5 Prozent) ebenfalls stark an Wert. An der energiepolitischen Front sorgte Saudi-Arabien mit der Ankündigung einer Export-Reduzierung im Bereich von 500.000 bpd für Schlagzeilen.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Volkswagen will seine vollelektrische ID-Modellfamilie um einen E-Kleinwagen ergänzen. Dieser solle unter 20 000 Euro kosten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus gut informierten Kreisen. Die Markteinführung des Modells soll demnach frühestens im Jahr 2022 sein. Ab 2019 kommen erste Modelle der ID-Modellfamilie auf den Markt.
  • Netflix will in einigen Ländern eine günstigere Version seines Videostreaming-Dienstes anbieten, um den Kundenkreis zu erweitern. Das sagte CEO Reed Hastings zu Bloomberg, ohne jedoch weitere Details zu nennen. Bisher setzte Netflix auf Preiserhöhungen sowie teurere Versionen des Angebots mit höherer Qualität.
  • Amazon hat den Termin für die "Cyber Monday Woche" bekanntgegeben. Zwischen dem 19. und 26. November bietet der Online-Händler starke Rabatt-Aktionen an.
  • Tesla hat den Traditionskonzern BMW nach der Marktkapitalisierung überholt. 60,19 Mrd, Dollar ist der US-Elektroautobauer an der Börse wert. BMW kommt unterdessen auf einen Börsenwert von 58,5 Mrd. Dollar.
  • Microsoft hat am Wochenende angekündigt, mit Obsidian Entertainment und Inxile Entertainment zwei Videospiel-Studios zu übernehmen. Finanzielle Details des Deals wurden nicht mitgeteilt.
  • Amazon und Apple haben einen Deal miteinander abgeschlossen. Nach Amazon-Angaben soll das Unternehmen ab dieser Woche auch die neuesten Apple-Geräte auf seiner Handelsplattform anbieten. Bisher bekamen Amazons Kunden nur eine Auswahl an älteren Geräten des Konzerns angeboten.
  • Der Technologiekonzern Softbank wird seine gleichnamige Mobilfunktochter am 19. Dezember erstmals an der Tokioter Börse listen und hofft dabei auf Einnahmen von umgerechnet 21,1 Mrd. Dollar. Die Preisspanne für das Angebot will Softbank am 30. November festlegen.
  • Nestlé erhöht seine Beteiligung an dem US-Biopharmaunternehmen Aimmune und investiert weitere 98 Mio. US-Dollar. Die Beteiligung steigt damit auf rund 19 Prozent.
  • Die Energiekonzerne E.ON und innogy haben erste Richtungsentscheidungen zur geplanten Marke, Struktur und Innovation in der künftigen E.ON getroffen. Diese sollen vorbehaltlich der Freigabe der zuständigen Kartell- und Regulierungsbehörden nach dem Vollzug der Transaktion umgesetzt werden, wie die beiden Unternehmen am Montag miteilten. Den Angaben zufolge wird das neue Unternehmen den Namen E.ON beibehalten. „Die Stärken der Unternehmenskultur von innogy sollen in die neue E.ON einfließen“, hieß es. Im Rahmen der Integrationsplanung soll zudem geprüft werden, wie E.ON als Unternehmens- und Arbeitgebermarke auch auf Basis der Erfahrungen von innogy weiterentwickelt werden könne. Zudem werde an einer „detaillierten Markenarchitektur“ gearbeitet. Das Synergieziel, das Einsparungen von 600 bis 800 Mio. ab dem Jahr 2022 vorsieht, bestätigten die Unternehmen.
  • Der Halbleiterhersteller Infineon profitierte im vierten Quartal (per Ende September) von einer starken Halbleiternachfrage. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorquartal um 5 Prozent auf gut zwei Mrd. Euro. Das operative Ergebnis (Segmentergebnis) kletterte auf 400 Mio. Euro zu, was die Marge von 18 auf 19,5 Prozent steigen ließ. Unterm Strich belasteten hohe Rückstellungen in Verbindung mit einer Klage des Insolvenzverwalters von Qimonda. Der Konzernüberschuss sank im Zeitraum Juli bis September im Vorjahresvergleich um 20 Prozent 141 Mio. Euro. Für das neue Geschäftsjahr 2018/19 kündigte Infineon weiteres Wachstum an. Das Unternehmen starte mit "gut gefüllten Auftragsbüchern" so Infineon-Chef Reinhard Ploss. Der Chipkonzern teilte zudem mit, das Dresdner Startup Siltectra von dem Venture-Capital-Investor MIG Fonds für 124 Mio. Euro erworben zu haben. Infineon plant damit sein Siliziumkarbid-Geschäft zu erweitern.
  • Der Versicherungskonzern Talanx (HDI) sieht sich beim Umbau seines Industriegeschäfts auf gutem Weg. Vorstandschef Torsten Leue sagte am Montag bei der Vorlage der Neunmonatszahlen, der Umbau entwickle sich besser als geplant. Talanx geht weiterhin davon aus, dass die derzeit noch defizitäre Feuerversicherung, die ein Teil der Industrieversicherungssparte ist, bis 2020 wieder profitabel wird.
  • Der IT-Dienstleister Cancom hat im dritten Quartal von der robusten Nachfrage nach Cloud-Lösungen profitiert und die Prognosen sowie die vor zwei Wochen mitgeteilten vorläufigen Zahlen zum Konzernumsatz und Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bekräftigt.
  • Das Softwareunternehmen SAP kauft für 8 Mrd. Dollar die US-Datenfirma Qualtrics. Das teilten die Walldorfer in einer Pflichtmitteilung mit. Die Gremien von SAP und Qualtrics hätten die Transaktion bereits genehmigt, die Aktionäre von Qualtrics hätten ebenfalls zugestimmt. Der Deal dürfte im ersten Halbjahr 2019 abgeschlossen sein. Qualtrics sammelt Rückmeldungen und Daten von Kunden und Mitarbeitern sowie zu Produkten und Marken für Unternehmen weltweit, die unmittelbar ausgewertet werden können. Für SAP ist es der größte Zukauf seit der Übernahme von Concur im Jahr 2014.
  • Der Spezialchemiekonzern Lanxess hat im dritten Quartal den Umsatz um 4,4 Prozent auf rund 1,79 Mrd. Euro gesteigert. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen kletterte um 1,5 Prozent auf 277 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern weiterhin mit einem Anstieg des bereinigten operativen Ergebnisses am oberen Rand der Bandbreite von 5 bis 10 Prozent, was im günstigsten Fall knapp 1,02 Mrd. Euro bedeuten würde.
  • Die Deutsche Pfandbriefbank hat nach den ersten neun Monaten eine durchschnittliche Bruttoneugeschäftsmarge bei der Finanzierung von gewerblichen Immobilien von rund 160 Basispunkten erreicht, nach mehr als 160 Basispunkten nach dem ersten Halbjahr (per Ende Juni). Am Markt agiert die Pfandbriefbank zurückhaltend. Aus diesem Grund ging das Neugeschäftsvolumen - wie bereits bekannt - in den ersten neun Monaten zurück.
  • Deutsche Post-Vorstandschef Frank Appel erwartet ungeachtet der Votums der Bundesnetzagentur eine baldige Preiserhöhung im Briefgeschäft. „Wir hatten dieses Jahr eine Gewinnwarnung. Dadurch haben sich einige unserer Zahlen geändert, die von der Bundesnetzagentur jetzt noch gründlich geprüft werden", sagte Appel laut „Bild“-Zeitung. „Das ist jetzt eine Verzögerung, aber die Portoerhöhung wird hoffentlich noch im ersten Quartal kommen.“ Die geplante Portoerhöhung zum Jahreswechsel war von der Regulierungsbehörde vorerst untersagt worden.
  • Der Volkswagen-Konzern will in den nächsten sieben Jahren weniger Geld in seine Produktionsstätten investieren, aber dennoch durch Skaleneffekte und Synergien den Ausstoß steigern. „Unsere Investitionen in Fertigungsanlagen wollen wir bis 2025 um durchschnittlich 30 Prozent im Vergleich zu heute reduzieren", so VW-Konzernvorstandsmitglied und Chef der Sportwagen-Marke Porsche, Oliver Blume, gegenüber der "Automobilwoche".
  • Der Cloud- und Telekommunikationsanbieter QSC bleibt auf Wachstumskurs. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres stieg der Umsatz auf 276,4 Mio. Euro nach 264,8 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen nun einen Umsatz von mindestens 360 Mio. Euro - statt des bisher prognostizierten Werts „mindestens am oberen Ende der Spanne von 345 bis 355 Mio. Euro" -, und damit einen höheren Umsatz als im Vorjahr (2017: 357,9 Mio. Euro).
  • Der Sportartikelkonzern adidas ist mit 87 Punkten (von maximal 100) das Unternehmen, das die Menschenrechte der Vereinten Nationen am meisten würdigt, wie eine Studie von Corporate Human Rights Benchmark (CHRB) unter 100 Großunternehmen zeigt. Dahinter folgen Rio Tinto und BHP Billiton. Der chinesische Getränkekonzern Kweichow Moutai und das chinesische Mode-Label Heilan Home zeigen dagegen die größten Verstöße. Bewertet wurden Kriterien wie Kinderarbeit und Gleichberechtigung von Frauen in den Betrieben.

Konjunktur & Politik

  • Italien lehnt größere Änderungen am Haushaltsentwurf auch angesichts der morgen auslaufenden EU-Ultimatums weiter ab. Der Haushalt werde nicht fundamental geändert, sagte der italienische Innenminister Salvini am Abend.
  • Am morgigen Dienstag läuft das Ultimatum aus, das die EU-Kommission Italien gesetzt hat, um einen zustimmungsfähigen Haushaltsplan vorzulegen. Aktuell ist ein Kompromiss noch nicht in Sicht. Nach Informationen von Reuters ist Ministerpräsident Giuseppe Conte heute mit seinen wichtigsten Ministern in Rom zusammen gekommen, um über den Haushalt für das kommende Jahr zu beraten. Die Koalition aus Fünf-Sterne-Bewegung und Lega rechnet für 2019 mit einem Haushaltsdefizit von 2,4 Prozent - dreimal so viel wie von der Vorgängerregierung angepeilt. Die EU-Kommission verlangt eine Änderung der Pläne. Experten rechnen nicht mit einem Entgegenkommen Roms. „Es wird immer klarer, dass ein mögliches Zugeständnis von der italienischen Regierung nicht dem entsprechen wird, was die Kommission sehen möchte", zitierte Reuters den Mizuho-Analysten Antoine Bouvet.
  • Laut dem Elektrotechnik-Verband VDE fehlen Deutschland in den nächsten zehn Jahren 100.000 Elektroingenieure. Die Lücke müsse durch Migration und Einsatz von Rentnern geschlossen werden. Bei Ingenieuren herrscht in Deutschland mit einer Arbeitslosenqutoe von 2,2 Prozent Vollbeschäftigung. Viele Studenten brechen aufgrund mangelnder Mathemtik-Kenntnissen ihre Ausbildung frühzeitig ab.
  • Der Frühindikator CLI der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) weist für die USA weiterhin auf ein stabiles Wachstum hin. Der Frühindikator dient dazu, sehr früh Anzeichen für eine konjunkturelle Wende festzustellen.
  • Nach einem Bericht des Wall Street Journal plant die US-Gesundheitsbehörde FDA ein Verbot Menthol-Zigaretten, weil diese noch gesundheitsschädigender sein sollen als gewöhnliche Zigaretten. Tabaktitel sind nach der Meldung unter Druck geraten.
  • Entgegen den Erwartungen hat die italienische Industrie im September nur einen leichten Rückgang der Produktion verzeichnet. Bankvolkswirte waren von einem ausgeprägten Rückgang ausgegangen. Der Ausstoß der Versorger konnte das Gesamtergebnis etwas stützen. Im Jahresvergleich stieg die Produktion sogar deutlich um 1,3 Prozent.
  • Das ifo Weltwirtschaftsklima ist im vierten Quartal das dritte Mal in Folge zurückgegangen und in den negativen Bereich abgerutscht. Der Indikator sank von plus 2,9 auf minus 2,2 Punkte. Die Lagebeurteilung verschlechterte sich stark, sie liegt aber immer noch über ihrem langjährigen Durchschnitt. Auch die Erwartungen gingen deutlich zurück. „Das Wachstum der Weltwirtschaft flaut ab“, kommentierte ifo Präsident Clemens Fest. Den befragten Experten zufolge schlagen sich die verschlechterten weltweiten Erwartungen insbesondere in einem schwächeren privaten Konsum nieder, während die erwartete Investitionstätigkeit nicht weiter zurückgeht. Die Befragten erwarten zudem ein deutlich schwächeres Wachstum des Welthandels, wohl auch, weil sie nicht davon ausgehen, dass bestehende Handelsbarrieren abgebaut werden. Insgesamt rechnen sie mit einem Anstieg des Welt-Bruttoinlandsprodukts von durchschnittlich 3,6 Prozent in den kommenden Jahren.
  • Saudi-Arabien hat wegen der gesunkenen Ölpreise eine niedrigere Fördermenge angekündigt. Das größte OPEC-Mitgliedsland wolle im Dezember 500.000 Barrel/Tag weniger produzieren, sagte Energieminister Chaled al-Falih am Sonntag. Die aktuelle Förderquote liegt bei 10,7 Mio. Barrel pro Tag. Die Kürzung entspricht 5 Prozent der derzeitigen Förderung und soll den Preisverfall seit Anfang Oktober stoppen.
  • Knapp einen Monat nach der Niederlage der CSU bei der bayrischen Landtagswahl plant der Parteivorsitzende und Bundesinnenminister Horst Seehofer offenbar seinen Rückzug von beiden Ämtern. Eine entsprechende persönliche Erklärung wolle er im Laufe der Woche abgeben, meldeten mehrere Medien und Berufung auf Teilnehmer einer Sitzung der Parteispitze am Sonntagabend.
  • Der italienische Wirtschaftsminister Giovanni Tria sucht im Haushaltsstreit mit der EU einen Kompromiss. Laut „La Repubblica“ prüft Tria, ob ein automatischer Ausgabestopp in den Haushalt integriert werden könne. Der Stopp soll ausgelöst werden, wenn das Defizit über das vorher festgelegte Niveau steigt. Zugleich wolle Tria die Wachstumsprognose für 2019 senken. Der Präsident des ifo Instituts, Clemens Fuest, hat vor einer Unterschätzung der Lage in Italien gewarnt. „Eine Staatsverschuldung von über 130 Prozent samt wirtschaftlicher Stagnation kann sich kein Land auf Dauer leisten. Das größte Risiko liegt kurzfristig in einer Kapitalmarktpanik, die schnell in einen Staatsbankrott führen kann", so Fuest gegenüber dem Nachrichtenportal T-Online.de.
  • Die britische Premierministerin Theresa May bekommt mit ihren Brexit-Plänen Druck aus den eigenen Reihen. Euroskeptiker der Konservativen warnten vor einer Vereinbarung mit der EU in der Irland-Frage, die eine Einheit Großbritanniens gefährde. Die "Sunday Times" berichtete zudem, vier Brexit-kritische Minister erwägen einen Rückzug. Das Blatt schrieb auch, die EU habe Mays Plan für die Irland-Frage zurückgewiesen. Kabinettsmitglieder sollen der Premieministerin auch einen Plan B für den Fall eines ungeregelten Brexit vorgeschlagen haben. Demnach soll Großbritannien bis 2021 weiterhin EU-Mitgliedsbeiträge zahlen und die Regeln der Union befolgen, um schwere Folgen eines harten Brexit abzuwenden.

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