1. Die Rohöl- und Benzinvorräte der USA sind erneut gestiegen. Die Lagerbestände für Rohöl wurden in der vergangenen Woche um 2,4 Mio. Barrels kräftiger ausgebaut als von den Analysten erwartet (Bloomberg-Median: 1,5 Mio. Barrels). Bei den Benzinlagern wurde das Vorzeichen falsch prognostiziert. Anstatt eines Rückgangs (Bloomberg-Median: -0,45 Mio. Barrels) verzeichneten die Benzinlager ein Plus von 0,3 Mio. Barrels. Bei solch hohen Benzinvorräten spielt der erneute Rückgang der Kapazitätsauslastung der US-Raffinerien um 0,7 Prozentpunkte auf 89,2 % kaum eine Rolle. Doch bei den Heizöl- und Diesellagern zeichnet sich von hohem Niveau kommend eine Trendwende ab. Der bevorstehende Winter bescherte einen Rückgang der Vorräte um 1,5 Mio. Barrels (Bloomberg-Median: -0,1 Mio. Barrels), der sich in den nächsten Wochen fortsetzen dürfte.

2. Angesichts der Nachrichtenflaute an den Ölmärkten bestimmten die inoffiziellen und zum Teil widersprüchlichen Meldungen über die geplante Kürzung der OPEC-Ölfördermengen die Märkte in den letzten Tagen. Zuletzt war zu vernehmen, dass es vorerst zu keiner offiziellen und von allen Mitgliedsländern getragenen Kürzung der Ölfördermengen kommt. Insbesondere scheint Saudi-Arabien an den bislang geltenden Mengen festhalten zu wollen. Ohne die Unterstützung des bedeutendsten Ölförderlandes des Kartells dürften aber die Alleingänge einzelner OPEC-Länder auf den Ölpreis eine nur sehr eingeschränkte Auswirkung haben. Die Märkte teilen diese Einschätzung, denn der Preis für die Sorte WTI ist heute auf das niedrigste Niveau seit Dezember 2005 gefallen.

3. In der vergangenen Woche waren die Spekulanten unentschlossen, wohin der Ölpreis nun marschiert. Wie die Anzahl der Kontrakte an der New York Mercantile Exchange zeigt, gibt es nunmehr keine Mehrheit für steigende, aber auch (noch) nicht für fallende Notierungen. Angesichts der anhaltenden Ölpreisrückgänge in den vergangenen Tagen gehen wir jedoch davon aus, dass nächste Woche bei der Datenveröffentlichung klar wird, dass die nicht-kommerziellen Händler inzwischen short positioniert sind und damit tendenziell zu einer Verzerrung des Ölpreises nach unten beitragen.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.