New York/ London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Nach einem Anstieg auf knapp 77 US-Dollar/ Barrel am Dienstag ist der Brent-Ölpreis heute wieder unter die Marke von 76 Dollar je Barrel zurückgefallen.

    Im weiteren Handelsverlauf dürften neue Daten zur Entwicklung der US-Ölreserven in den Fokus am Ölmarkt rücken. Es wird erwartet, dass die US-Regierung am Nachmittag einen weiteren Rückgang der Rohöl-Lagerbestände melden wird. Statt eines erwarteten Rückgangs um knapp 1 Mio. Barrel hatte gestern Abend das private API für die Vorwoche aber einen geringen Lageraufbau gemeldet. „Die großen Schwankungen der US-Lagerbestände ließen sich zuletzt primär mit der volatilen Importdynamik erklären“, erklärten Experten der Commerzbank. Diese Dynamik dürfte vor allem im Hinblick auf die November-Deadline für die Wiedereinführung der US-Sanktionen gegen die iranischen Ölexporte anhalten.

    Die Situation habe offenbar auch US-Außenminister Mike Pompeo dazu veranlasst, am Montag darauf hinzuweisen, dass der Iran die Straße von Hormus nicht kontrolliere und die USA mit ihren Partnern sicherstellen würde, dass die Transporte reibungslos verliefen. Pompeo begegnete damit Äußerungen aus den Reihen der iranischen Revolutionsgarden. Diese hatten behauptet, der Iran habe die volle Kontrolle über die Straße von Hormus.

    Beim Passieren der Meerenge müssen Schiffe Hoheitsgewässer des Irans durchfahren. Die Straße ist an der engsten Stelle weniger als 60 Kilometer breit, davon wiederum ist nur ein geringer Abschnitt von großen Schiffen befahrbar. Um die Ölhäfen wichtiger Förderländer, darunter der Arabischen Emirate, Iran und Kuwait zu erreichen, muss Hormus passiert werden.

    Schon jetzt sinken die iranischen Exporte von Rohöl und Destillaten massiv, wie die Commerzbank unter Berufung auf Daten von Thomson Reuters konstatiert. Im August sind die Ausfuhren mit 64 Mio. Barrel bzw. 2,06 Mio. Barrel täglich demnach auf den niedrigsten Stand seit Juli 2016 gefallen. Noch im April lagen die Exporte bei 3,09 Mio. Barrel pro Tag.