• WTI Öl - Kürzel: WTI - ISIN: XC0007924514
    Kursstand: 88,78 $/Barrel (Indikation) - Zum Zeitpunkt der Artikel-Veröffentlichung

Frankfurt/London (BoerseGo.de) – Die Ölpreise setzen am Donnerstag ihre Talfahrt fort, wobei ein Barrel Rohöl der US-Sorte WTI erstmals seit 17 Monaten unter die Marke von 90 US-Dollar gefallen ist. Im Tief notierte das schwarze Gold bislang bei 88,19 US-Dollar je Fass.

Die gestrige Erholung nach Veröffentlichung des wöchentlichen US-Ölmarktberichts war äußerst kurzlebig. Gemeldet worden war, dass die US-Öllagerbestände in der vergangenen Woche entgegen den Erwartungen um 1,4 Millionen Barrel gefallen sind. Insgesamt ist das weltweite Angebot weiterhin reichlich, wozu auch die dank Fracking stark gestiegene US-Produktion beiträgt. Die US-Energiebehörde erwartet, dass die US-Ölproduktion im kommenden Jahr auf den höchsten Stand seit 1970 klettern wird.

Als Grund für die Talfahrt der Ölpreise machen die Rohstoffexperten der Commerzbank die fehlende Angebotsreaktion der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) auf die weltweit reichliche Ölversorgung aus. Stattdessen habe Saudi-Arabien die Preise für seine Ölsorten für alle Kunden gestern noch einmal deutlich gesenkt. Sie lägen damit teilweise auf den Niveaus von Dezember 2008, also während der Zeit der Wirtschaftskrise 2008/09, heißt es im aktuellen „TagesInfo Rohstoffe“.

„Solche Aktionen lassen Zweifel an der langjährigen Strategie der OPEC aufkommen, vor allem für Preisstabilität zu sorgen. Augenscheinlich scheint sich die OPEC auf einen Preiskampf einzulassen. Daher erwarten wir eine Stabilisierung der Preise erst, wenn dieser Eindruck verschwindet und die OPEC wieder zu einer koordinierten Produktionssenkung ansetzt“, so die Commerzbank-Analysten.

„Die wahre Story erscheint mir, dass die Saudis ihren Marktanteil verteidigen und nicht mehr die Schwankungen der OPEC-Fördermengen ausgleichen wollen, wie sie dies in der Vergangenheit mehrfach getan haben“, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg Christopher Bellew, Händler bei Jefferies International. „Das Überschussangebot auf dem Ölmarkt drückt die Preise erneut und es wäre ein Fehler jetzt schon das Ende der Talfahrt auszurufen“, so Bellew weiter.