1. Trotz eines Rückgangs bei der US-Rohölnachfrage und eines Anstiegs der importierten Rohölmengen kam es in der vergangenen Woche zum dritten Mal in Folge zu einer deutlichen Schrumpfung der Rohölvorräte. Die US-Rohöllagerbestände verzeichneten ein Minus von 4,8 Mio. Barrels (Bloomberg-Median: 0,4 Mio. Barrels) und liegen nunmehr deutlich unter ihrem 5-Jahresdurchschnitt. Gleichzeitig setzte sich die Tendenz einer steigenden bei der Kapazitätsauslastung der US-Ölraffinerien fort, diesmal um 1,8 Prozentpunkte auf 89,7 %. Hierzu passt der Anstieg der Benzinlagerbestände um 2,9 Mio. Barrels (Bloomberg-Median: 0,8 Mio. Barrels). Nach wie vor unauffällig und saisonüblich ist der Lageraufbau, den wir bei Heizöl und Diesel beobachten können. Zuletzt verzeichneten die Vorräte hier ein Plus von 2,3 Mio. Barrels (Bloomberg-Median: 1,6 Mio. Barrels).

2. Der Ölpreis tendierte in den vergangenen Tagen eher nach unten. Zuletzt unterschritt der Preis für die Ölsorte WTI die Marke von 123 US-Dollar. Dabei formierte sich am Wochenende bereits der erste Wirbelsturm der Hurrikansaison im Golf von Mexiko. „Arthur“ sorgte zwar für eine vorübergehende Schließung von Ölanlagen als Vorsichtsmaßnahme, löste sich dann aber rasch über der mexikanischen Halbinsel auf. Zum Wachrütteln der Marktteilnehmer, dass die Hurrikansaison da ist, war der Sturm sicher gut. Auf der Angebotsseite bestätigen die neuesten Daten den seit einiger Zeit anhaltenden Trend. Die Nicht-OPECProduktionsmengen schwächeln: Russland meldete für Mai einen erneuten Rückgang bei der Ölförderung. Die OPEC-Länder haben hingegen im Mai dank Saudi-Arabien und Iran mehr Rohöl angeboten als im Monat zuvor. Trotz der aktuellen Entspannung bei der Rohölpreisentwicklung rechnen wir in den kommenden Wochen und Monaten noch nicht mit nachhaltigen Ölpreisrückgängen auf Monatsdurchschnitte von unter 120 US-Dollar pro Barrel.

3. Überraschenderweise wurde der Anstieg des Ölpreises auf ein erneutes Allzeithoch im Wochenvergleich von 131,7 US-Dollar pro Barrel in der Woche bis einschließlich 27. Mai von einem deutlichen Rückgang der Netto-Long-Positionen der Rohölspekulanten begleitet. Die nicht-kommerziellen Händler halbierten in dieser Zeit ihre Netto-Long-Positionen beinahe, sodass die Netto-Long-Positionierung der Spekulanten nunmehr so niedrig ist wie seit Ende August 2007 nicht mehr, als die internationale Kreditkrise dabei war auszubrechen.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.