1. Die US-Lagerdaten für Öl und Benzin lieferten heute ein eher gemischtes Bild. Die Rohöllager wurden mit 2,2 Mio. Barrels stärker abgebaut als erwartet (Bloomberg-Median: -1,5 Mio. Barrels). Die Benzinlager hingegen überraschten erneut positiv. Die Benzinvorräte wurden um 0,7 Mio. Barrels aufgestockt. Dies ist das vierte Plus in Folge, zu einer Jahreszeit, in der üblicherweise die Lagerbestände noch abgebaut werden. Ein Lagerabbau war demzufolge auch die Markterwartung (Bloomberg-Median: -0,9 Mio. Barrels). Die Kapazitätsauslastung der US-Raffinerien hat in der vergangenen Woche um 0,6 Prozentpunkte auf 93,6 % zugelegt. Auch die Heizöl- und Diesellagerbestände verzeichneten einen Anstieg, der mit 3,1 Mio. Barrels deutlich stärker ausfiel als von den Analysten prognostiziert (Bloomberg-Median: 1,2 Mio. Barrels). Alles in allem sind die Öllager nun im historischen Vergleich durchschnittlich stark gefüllt. Nach der günstigen Entwicklung der letzten Wochen befinden sich die Benzinlager und die Heizöl- und Diesellager hingegen nahe der oberen Grenze der von 1990 bis 2005 beobachteten Spanne der Lagerbestände. Somit kann die derzeitige Situation bei den US-Lagerbeständen insgesamt als günstig bezeichnet werden.

2. Relativ entspannt war auch der Rohölmarkt in der vergangenen Woche. Seit unserem letzten Bericht am Mittwoch vergangener Woche deutete die Tendenz beim Ölpreis eindeutig nach unten. Nach der Veröffentlichung der Lagerdaten gab der Preis nochmals ein wenig nach. Das Ausbleiben von schlechten Nachrichten u.a. von der Hurrikanfront und den geopolitischen Konflikten im Nahen Osten trug dazu bei, dass sich der Ölpreis von dem zu hohen, über Fundamentaldaten allein nicht zu rechtfertigenden Niveau nach unten bewegte. Auch die nur mäßigen US-Konjunkturdaten drücken den Ölpreis tendenziell, denn die Ölnachfrageerwartungen werden durch die Erwartung einer schwächeren US-Konjunktur gedämpft. Sollten keine exogenen Schocks auftreten, dürfte der Ölpreis in den nächsten Monaten tendenziell unter 70 USDollar bleiben.

3. Der Ölpreisrückgang in der vergangenen Woche ging mit einer Reduzierung der Netto-Long- Positionierung der nicht-kommerziellen Händler an der New York Mercantile Exchange einher. Angesichts der verbleibenden Risiken wird die Mehrheit der Spekulanten zwar weiterhin auf steigende Ölnotierungen wetten. Wir gehen jedoch davon aus, dass sich die Netto-Long-Positionierung weiter verringern wird, womit tendenziell Preisaufwärtsdruck von der Ölnotierung genommen wird.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.