Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Die Ölpreise haben am Dienstag keine Richtung gefunden. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Mittag 50,21 US-Dollar. Das waren 0,13 Prozent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate zeigt sich hingegen bei 49,57 US-Dollar kaum verändert.

    Der Markt richtet den Blick bereits auf das am Donnerstag stattfindende OPEC-Treffen. Dabei erwartet kaum ein Marktteilnehmer ernsthaft eine Einigung in Richtung einer Drosselung der Produktion, da die Interessensgegensätze etwa zwischen Saudi-Arabien und dem Iran zu groß sind. „Trotz der Markterwartung eines OPEC-Treffens ohne Einigung auf Produktionsziele oder Produktionsobergrenzen haben sich die Ölpreise dank der hohen umplanmäßigen Angebotsausfälle bis zuletzt gut gehalten“, konstatiert Commerzbank-Experte Eugen Weinberg in einem Kommentar von Dienstag. Zuletzt habe sich der Angebotsüberschuss infolge einer deutlich geringeren Förderung in Kanada und Nigeria abgebaut und den Ölpreisen dadurch Auftrieb gegeben. „Die hohen unplanmäßigen Produktionsausfälle in Nigeria dürften wohl dafür sorgen, dass die OPEC-Produktion im Mai leicht gesunken ist“. In Kanada haben die jüngsten Waldbrände einen Produktionsrückgang ausgelöst, doch hier hat sich die Lage mittlerweile wieder normalisiert.

    Doch ob die Preise bei rund 50 US-Dollar für das Barrel gehalten werden könne, bleibt fraglich. Neue Erkenntnisse werden die von Reuters und Bloomberg durchgeführten Umfragen zur OPEC-Produktion im Mai liefern. Der Iran dürfte seine Ölproduktion weiter gesteigert haben, ist die Commerzbank überzeugt. Die Frage sei, ob dies auch andere OPEC-Schwergewichte wie Saudi-Arabien und der Irak getan hätten.