Gastbeitrag des Guidants-Experten Markus Miller

    Ebenso Berichte zu den sogenannten „Soft Commodities“. Das sind Agrarrohstoffe wie Weizen, Kakao, Kaffee, Mais, Zucker , Baumwolle, Orangen oder Soja. Vor kurzem habe ich jetzt erstmalig eine Studie zu Vanille gelesen. Dieser hochinteressante Bereich war für mich, trotzdem dass ich ein kulinarischer Vanilleliebhaber bin, bislang ein komplettes Neuland.

    Vanille ist hinter Safran das teuerste Gewürz der Welt

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    Ich war sehr überrascht, dass für ein Kilo Vanilleschoten Preise von rund 500 Euro bezahlt werden. Nur einmal als Vergleich, ein Kilogramm Silber kostet derzeit rund 450 Euro. Bei Gewürzen erzielte bislang nur Safran noch höhere Preise. Vor wenigen Jahren lag der Preis für ein Kilo Vanille dabei noch bei lediglich 30 Euro. Am bekanntesten ist die Bourbon Vanille die auf den gleichnamigen Inseln im Indischen Ozean angebaut wird, zu denen beispielsweise die Komoren und Madagaskar gehören.

    Hauptverantwortlich für die explodierenden Vanillepreise ist der Fakt, dass Vanille überwiegend in Madagaskar angebaut wird. Schwere Unwetter haben hier zu massiven Ernteausfällen geführt. Ich bin mir sicher, dass aufgrund dieser Entwicklungen zukünftig auch andere Länder den Vanille-Anbau ins Auge fassen werden, so dass sich die Preise auch wieder normalisieren dürften.

    Lebensmittel werden nicht teurer, weil Sie - leider - künstliche Aromen verwenden

    Falls Sie nun die Sorge haben, dass das Vanilleeis, der Vanillejoghurt oder der Vanillepudding teurer werden, ist die gute Nachricht, dass diese Sorge unbegründet ist. Weil hier leider überwiegend künstliche Aromastoffe verwendet werden, die sehr billig herzustellen sind.

    Diese industriell erzeugten Lebensmittel haben noch nie eine natürliche Vanilleschote gesehen. Das ist die schlechte Nachricht, die aber den Verbrauchern hoffentlich bekannt ist. Im Vergleich zum Silberpreis gibt es einen weiteren, ganz gravierenden Unterschied. Im Gegensatz zu Vanille kann Silber nicht künstlich hergestellt werden.

    Silber als Geld- und Technologiemetall kann nicht künstlich produziert werden

    Silber hat ebenso wie Gold immer einen intrinsischen Sachwert, der nicht künstlich vermehrbar ist. Im Gegensatz zu Gold, das überwiegend als strategische Währungsreserve von Staaten, Unternehmen oder Privatpersonen gehortet oder in der Schmuckindustrie eingesetzt wird, ist Silber zu großen Teilen auch ein Verbrauchsgut. Silber ist nicht nur ein Edel- und Geldmetall, sondern ein Technologiemetall mit zahlreichen besonderen physikalischen und chemischen Eigenschaften.

    Es verfügt beispielsweise über die höchste Wärme- und Stromleitfähigkeit und das höchste Reflexionsvermögen. Mit Silber beschichtete Photovoltaik-Zellen reflektieren das Sonnenlicht um ein Vielfaches stärker als andere Beschichtungen. Dadurch erhöht sich der Wirkungsgrad der Anlagen.

    Silber ist ein wichtiger Rohstoff für viele Zukunftstechnologien

    Diese Eigenschaften machen Silber speziell für den Einsatz in neuen Technologien interessant, beispielsweise in den Zukunftsmärkten für Hochleistungsbatterien und Katalysatoren. Silber wird zudem in Laptops, Smartphones, Solaranlagen oder Kühlschränken eingesetzt.

    Die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten von Silber ist gigantisch: Es spielt als Metall in vielen Zukunfts-Technologien schon heute eine wichtige Rolle. In der Industrie gibt es über 42.000 unterschiedliche Anwendungen für Silber bei mehr als 1.300 Patenten.

    Silber ist relativ selten, die Vorkommen sind begrenzt

    Die geologische Besonderheit von Silber liegt darin, dass Silbervorkommen – im Gegensatz zu bestimmten Goldadern – relativ nahe an der Erdoberfläche liegen. Dadurch dürften alle nennenswerten Silbervorkommen heute bereits bekannt oder erschlossen sein. Sollten diese empirischen Studien zutreffen, werden auf Sicht von rund 15 Jahren die Förderungen aus Silberminen erschöpft sein.

    Viele Grüße

    Markus Miller