Die Geldflut der Notenbanken treibt immer skurrilere Blüten: Aktien, Anleihen, Immobilen, aber auch Oldtimer oder Kunstgegenstände wie Skulpturen und Gemälde, und auch guter Wein erzielen mittlerweile Mondpreise. Anleger sprechen bereits von einer „Alles-Blase“. Schuld an dieser Entwicklung ist in erster Linie die seit Jahren anhaltende Geldflut der internationalen Notenbanken:

ANZEIGE

Unter Federführung der US-Fed haben die Zentralbanken weltweit dafür gesorgt, dass Anlagekapital auf der Suche nach Rendite und auf der Flucht vor negativen Zinsen alle erreichbaren Asset-Klassen aufgeblasen hat. Fast alle...

Jüngster Spross dieses Zentralbankirrsinns sind die völlig aus dem Ruder laufenden Kurskapriolen bei den Kryptowährungen. Nebenbei bemerkt erreicht der Börsenwert der beiden Platzhirsche Bitcoin und Ripple inzwischen jeweils (!) in etwa das Marktgewicht der im Frühjar 2000 am Neuen Markt gelisteten 229 Firmen. Die Blase dort ist anschließend unter lautem Getöse in sich zusammengefallen. Der Neue Markt wurde abgewickelt. Wer nun aber meint, dass das bei den Kryptos "völlig anders" laufen wird, dem kann man nur viel Glück und gute Nerven wünschen…

Nun sind durch Schulden und Kredite getriebene spekulative „Superblasen“ an den Börsen bekanntlich keine Seltenheit. Historisch betrachtet gibt es dabei allerdings eine Besonderheit zu beachten: Seit Anfang des 17. Jahrhunderts bilden immer die Rohstoffe das Finale eines solchen etwa drei Generationen umfassenden Schuldenzyklus.

Die dritte Generation hat die Aufgabe, den Scherbenhaufen zusammenzukehren, den Väter und Großväter angerichtet haben. Der jüngste Kreditzyklus begann in etwa mit Beginn des Zweiten Weltkriegs. Das heißt, heute lebende Anlegergenerationen werden das Schlamassel mit enormen Vermögensverlusten ausbaden. Sie wissen es nur noch nicht.

Zuvor aber steht nicht etwa die nächste Mega-Hausse bei den Kryptowährungen ins Haus, denn dort wurde ein Großteil der Zukunftsphantasie bereits „verfrühstückt“ und ist somit eingepreist.

Interessant wird es jetzt vielmehr bei der einzigen „Negativ-Blase“, die im Anlageuniversum noch zu finden ist und die traditionell den Abschluss eines umfassenden Mehrgenerationen-Kreditzyklus bildet: Die Rede ist von den Rohstoffen und den Rohstoff-Aktien…

Einige Beispiele sollen das verdeutlichen:

In der Oktober-Ausgabe hatten wir den Lesern des Antizyklischen Börsenbriefs drei schwergewichtige Rohstoffkonzerne mit einem Marktwert von jeweils mehreren Milliarden US-Dollar vorgestellt und zum Kauf empfohlen. Alle drei Titel haben seither, also in nur drei Monaten, mehr als 30 Prozent zugelegt. Das klingt zunächst überschaubar, vor allem mit Blick auf die absurden Kryptogewinne.

Dabei muss man jedoch berücksichtigen, dass der DAX im gesamten Jahr 2017 lediglich 13 Prozent zugelegt hat, während der Dow Jones rund 25 Prozent nach oben geklettert ist. So gesehen ist ein Zuwachs von 30 Prozent in nur drei Monaten mit schwergewichtigen Milliardenkonzernen eine sehr beachtliche Zwischenbilanz.

Doch das Beste kommt erst noch:

Werfen wir dazu den Blick auf einige Kursverläufe. In der folgenden Abbildung ist die langfristige Entwicklung des CRB-Rohstoff-Index abgebildet. Wie gut zu erkennen ist, wurde in den Jahren 2016 und 2017 ein riesiges Doppeltief gebildet. Dieses Doppeltief dürfte im gerade beginnenden Jahr 2018 nach oben aufgelöst werden.

Trendfolger sollten jetzt auf die Marke von 200 US-Dollar achten. Kann der CRB-Rohstoff-Index auf Basis Wochenschlusskurs über dieser Zone schließen, bietet es sich an, Rohstoff-Investments deutlich hochzufahren.

Rohstoffe-vor-Jahrhundert-Hausse-Kommentar-Andreas-Hoose-GodmodeTrader.de-1

Beim CRB-Rohstoff-Index weist ein umfassendes Doppeltief auf eine nahende Trendumkehr bei der letzten "Negativ-Blase" im weltweiten Anlageuniversum hin...

Einige andere Titel nehmen den anstehenden Ausbruch bei den Rohstoffen bereits vorweg. Gut zu erkennen ist das etwa beim US-amerikanischen Öl-ETF mit dem Kürzel USO in der folgenden Abbildung. Mit dem Freitags-Schlusskurs von 12,31 US-Dollar kann die seit mehr als zwei Jahren währende Bodenbildungsphase als abgeschlossen angesehen werden. Unsere Stamm-Leser werden sich erinnern, dass wir wegen der massiven Umsatzexplosion Anfang 2016 völlig konträr zur Mehrheitsmeinung eine Trendwende beim Öl prognostiziert hatten. Achten Sie auf die blaue Markierung. Diese Wende sollte jetzt Fahrt aufnehmen...

Rohstoffe-vor-Jahrhundert-Hausse-Kommentar-Andreas-Hoose-GodmodeTrader.de-1

So beginnen Trendwenden: Der US-amerikanische Öl-ETF mit dem Kürzel USO präsentiert sich jetzt in Bestform...

Wenn von Rohstoff-Aktien die Rede ist, dann darf der Minenindex XAU natürlich nicht fehlen. Die folgende Abbildung zeigt, dass auch bei den Aktien der Gold- und Silberproduzenten der Abschluss einer umfangreichen Konsolidierungsformation ansteht. Achten Sie auf die roten Linien. Bei einem Wochenschlusskurs oberhalb von 95 Zählern dürfte die Party beginnen…

Rohstoffe-vor-Jahrhundert-Hausse-Kommentar-Andreas-Hoose-GodmodeTrader.de-3

Wer sich für die völlig zusammengefalteten Silberminenaktien interessiert, der kann sich jetzt einmal die Anteilsscheine der kanadischen Fortuna Silver Mines (FSM, FCVI.TO) ansehen. Seit unserer Erstempfehlung im Dezember 2008 liegen wir hier rund 700 Prozent vorne, trotz der seit Sommer 2011 währenden Minenbaisse wohlgemerkt.

Wir gehen davon aus, dass der Konzern seine erfolgreiche Wachstumsstrategie weiterhin fortsetzen kann. Fortuna zählt zu den am schnellsten wachsenden Silberproduzenten weltweit. Das nur gering verschuldete Unternehmen verfügt über Cash-Reserven von fast 200 Millionen US-Dollar. Der Börsenwert notiert bei 820 Millionen US-Dollar.

Bemerkenswert waren die Insider-Aktivitäten der vergangenen Monate: Quer durch die Bank hat die gesamte Führungsriege des Konzerns bei den eigenen Aktien zugegriffen.

Auch das Chartbild ist eine Augenweide: Eine seit mehr als zwei Jahren andauernde Konsolidierungsformation wurde vor wenigen Tagen nach oben aufgelöst. Bei Rücksetzern ist die Aktie auch für konservativere Anleger ein Kauf – wobei man berücksichtigen muss, dass Aktien von Rohstoff-Konzernen grundsätzlich keine Witwen- und Waisenpapiere sind. Kursschwankungen sind daher einzukalkulieren.

Rohstoffe-vor-Jahrhundert-Hausse-Kommentar-Andreas-Hoose-GodmodeTrader.de-4

Was die Kryptowährungen hinter sich haben, das hat die Aktie von Fortuna Silver Mines noch vor sich: Eine umfassende Konsolidierungsformation wird gerade nach oben aufgelöst...

Zu guter Letzt noch ein Blick auf den US-amerikanischen Bitcoin ETF mit dem Kürzel GBTC. Die folgende Abbildung lässt den Schluss zu, dass der ETF bis auf Weiteres nur sehr geringe Chancen hat, neue Höchstkurse zu markieren.

Grund ist das enorme Abwärtsvolumen in der Woche vor Weihnachten. Achten Sie auf den roten Volumenbalken ganz rechts. Hier haben große Adressen Kasse gemacht. Über Bord werfen müsste man diese Einschätzung erst bei Notierungen oberhalb von 3.550 US-Dollar. Gelingt dieser Anstieg nicht, wovon Anfang Januar 2018 auszugehen ist, steht mittelfristig die Kurslücke bei 1.050 US-Dollar auf der Agenda. Das wäre ein Verlust von weiteren 55 Prozent. Dort wäre die Lage neu zu bewerten.

Rohstoffe-vor-Jahrhundert-Hausse-Kommentar-Andreas-Hoose-GodmodeTrader.de-5

Fazit und Empfehlung:

Mit einer historisch einzigartigen Geldflut haben die Zentralbanken in den vergangenen Jahren das große Finale des ungedeckten Papiergeldsystems eingeläutet. Unserer Einschätzung nach wird diese Politik des billigen Geldes in den kommenden Jahren auf die Spitze getrieben und zu einem massiven Vertrauensverlust in die Zentralbanken wie auch in das ungedeckte Papiergeldsystem führen.

Ein wichtiges Indiz hierfür sind die Kurskapriolen bei den Kryptowährungen, die derzeit wie ein Kanarienvogel in der Kohlegrube das näher rückende Unheil in unserem Schuldgeldsystem ankündigen. Wer bei Bitcoin und Co rechtzeitig eingestiegen und bis jetzt mitgeschwommen ist, der könnte darüber nachdenken, einen Teil der enormen Gewinne jetzt zu realisieren und antizyklisch in die Rohstoffmärkte umzuschichten.

Denn dort zeigt sich traditionell der letzte Pfeiler exzessiver schuldengetriebener Übertreibungen. Nicht ohne Grund ist der Rohstoff-Sektor die letzte noch verbliebene „Negativ-Blase“ an den weltweiten Kapitalmärkten: Sobald andernorts Luft abgelassen wird, sei es bei Aktien, Anleihen oder Kryptowährungen, bietet sich nur noch dieser Sektor als letzter Zufluchtsort für das weltweit vagabundierende Anlagekapital an.

Im Zuge einer weiteren Zuspitzung der in den vergangenen Jahren gesehenen Entwicklungen ist daher bei den Rohstoffen und insbesondere bei den Rohstoff-Aktien wegen einer breit angelegten Flucht in Sachwerte mit einer historischen Jahrhundert-Hausse zu rechnen.

Anleger sollten dies zeitnah berücksichtigen und sich entsprechend positionieren.

Anmeldemöglichkeit (1): Das Drei-Monats-Abo des Antizyklischen Börsenbriefs

Anmeldemöglichkeit (2): Das Jahres-Abo des Antizyklischen Börsenbriefs

Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.