Brasilia (BoerseGo.de) - Dilma Rousseff hat das Rennen gegen ihren Herausforderer gewonnen. Die Stichwahlen um die brasilianische Präsidentschaft endeten am Sonntag mit einem knappen Sieg der amtierenden Präsidentin Rousseff von der Arbeiterpartei (PT). In einem Kopf-an-Kopf-Rennen verbuchte sie 51,6 Prozent der Gesamtstimmen für sich. Herausforderer Aécio Neves von der Sozialdemokratischen Partei (PSDB) kam demnach auf 48,4 Prozent der Stimmen.

Das diesjährige Rennen um die Präsidentschaft war das knappste seit den ersten Wahlen im Jahr 1989. Viele sahen die diesjährige Wahl als eine Bewertung der PT-Regierung an, die bereits seit 2003 an der Macht ist. Vor dem Hintergrund eines schwachen Wirtschaftswachstums, einer hohen Inflation und von Korruptionsvorwürfen geriet die Politik der aktuellen Regierung zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik. Dagegen trugen die noch niedrige Arbeitslosigkeit und die zuvor eingeführten Programme gegen Armut bei, die Popularität zu halten, besonders bei einkommensschwachen Wählern.

In ihrem Wahlprogramm hatte Präsidentin Rousseff in Aussicht gestellt, ihr Wirtschaftsteam zu verstärken und sich auf politische Reformen sowie auf die Umsetzung einer kleinen Steuerreform zu konzentrieren. „Ich will eine viel bessere Präsidentin als bisher sein“, sagte Rousseff nach ihrem Sieg. Sie sicherte zugleich einen entschiedenen Kampf gegen die Korruption zu.

Das Wachstum der siebtgrößten Volkswirtschaft der Welt dümpelt vor sich hin. Angesichts der hohen Inflation, einer grassierenden Staatsverschuldung, eines schrumpfenden Industriesektors und des schwachen Geschäfts- und Konsumklimas sind die Aussichten eher mau.