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Moskau (BoerseGo.de) - Die russische Zentralbank versucht mit einer neuen Strategie, den Wertverfall des Rubels auzuhalten: Sie will den Wechselkurs des Rubel freigeben – bei Bedarf aber am Devisenmarkt eingreifen. Die bisherige Wechselkurspolitik werde aufgegeben, hieß es in einer Mitteilung der Zentralbank vom Montag. Stattdessen solle sich der Kurs des Rubels am Markt frei bilden. Sollte die Finanzstabilität allerdings bedroht sein, könne auch weiterhin interveniert werden, schränkte die Notenbank ein. Der Rubel reagierte unmittelbar nach der Ankündigung mit starken Aufschlägen zu Dollar und Euro, nachdem er in den vergangenen Wochen massiv verloren hatte.

Zuvor hatte Präsident Wladimir Putin verbal interveniert: „Die aktuellen spekulativen Marktschwankungen des Wechselkurses werden in der nahen Zukunft stoppen, vor dem Hintergrund der Schritte, die die Zentralbank gegen die Spekulanten unternimmt.“

Die Rubel-Freigabe ist angesichts der schwachbrüstigen russischen Konjunktur nicht ohne Risiko. Die Wirtschaft steckt in der Krise, es ist zu befürchten, dass die ohnehin einseitig ausgerichtete Volkswirtschaft in eine Rezession abrutscht. Die Zentralbank rechnet für kommendes Jahr nur noch mit einer Stagnation der Wirtschaft, wie sie am Montag bekanntgab. Unterdessen liegt die Inflation mit 6,5 Prozent klar über dem Vier-Prozent-Ziel der Notenbank.

Vor diesem Hintergrund wird man an den Finanzmärkten mit besonderem Interesse die Veröffentlichung Wachstumszahlen für das dritte Quartal des laufenden Jahres verfolgen, die Ende dieser Woche erfolgen soll. Im ersten Halbjahr hatte die Jahresrate noch durchschnittlich jenseits von 0,8 Prozent gelegen.

Trotz der generellen Verlangsamung wird das Wirtschaftswachstum in den drei Monaten zwischen Juli und September 2014 in gewissem Umfang auch vom diesjährigen Ernteverlauf und den Vorbereitungen für die geplante russisch-chinesische Gaspipeline profitiert haben. Allerdings signalisieren die jüngsten Daten für September und Oktober kaum mehr positive Effekte. Die sinkende Investitionsbereitschaft der Unternehmen und die Auswirkungen eines drohenden Rückgangs der Reallöhne auf den Konsum zeichnen derzeit im Hinblick auf die Binnenkonjunktur einen düsteren Wachstumsausblick.