Als eine der wenigen Branchen konnte sich der Gesundheitssektor im Oktober behaupten und damit seinen Aufwärtstrend der vergangenen Monate fortsetzen. Rückenwind kam von überwiegend guten Unternehmensergebnissen im dritten Quartal 2005, der Angst vor der Vogelgrippe und daneben einigen positiven Forschungsergebnissen.

Die herbstliche Berichtssaison brachte weitgehend gute Ergebnisse: Schering-Plough verdreifachte seinen Gewinn bei einer Umsatzsteigerung von 15 Prozent und übertraf damit die Analysten-Erwartungen. Gleiches gilt für Eli Lilly bei leicht gestiegenem Gewinn und zehn Prozent höherem Umsatz. Bei Merck & Co stieg der Gewinn trotz des Vioxx-Skandals um mehr als sieben Prozent. Unterdessen sprach im zweiten Prozess um das Schmerzmittel ein Gericht in New Jersey den Konzern frei. Ein Geschworenengericht in Texas hatte dem Unternehmen im ersten Vioxx-Verfahren Mitschuld am Tod eines Patienten gegeben und dem Kläger Schadensersatz zugesprochen. Weitere rund 6.400 Klagen sind anhängig. Weniger gut verlief das dritte Quartal beim weltweiten Branchenprimus Pfizer. Der Gewinn halbierte sich, und der Umsatz sank um fünf Prozent, beim Schmerzmittel Celebrex sogar um mehr als 40 Prozent.

Während das US-Biotechnologieunternehmen Biogen unter der Rücknahme des MS-Medikamentes Tysabri litt, glänzte Genentech mit Rekordzahlen. Die Roche-Tochter mit Sitz in Kalifornien profitierte in erster Linie von seinen Krebsmedikamenten und verdiente 56 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Generell ist zu konstatieren, dass sich die Anleger wieder an Biotech-Titel herantasten. Für die immer noch recht junge Branche sprechen grundsätzlich zahlreiche Fusionen und Übernahmen durch Pharmaunternehmen, vor allem aber die Tatsache, dass in diesem Jahr bereits die Hälfte aller neuen Medikamente aus den Labors der „Biotechs“ gekommen ist. Das weckt nach Jahren der Enttäuschung neue Phantasie.

Bei einem Blick auf neue Forschungsergebnisse ist hervorzuheben, dass Merck & Co einen experimentellen Impfstoff zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs im Rahmen einer ersten Studie erfolgreich getestet hat. Gebärmutterhalskrebs ist die zweithäufigste Krebsart bei Frauen und die zweithäufigste Ursache für deren Krebstod. Dagegen erlitt die Berliner Schering AG bei ihrem Krebsmittel Asoprisnil einen herben Rückschlag. Das Präparat sollte in der Spitze einen jährlichen Umsatz von mehr als 250 Mio. Euro bringen.

Die Angst vor einer Vogelgrippe-Pandemie „beflügelte“ die Aktien von Grippemittel- und Impfstoffherstellern. Dabei geht es um rund ein Dutzend Unternehmen, deren Umsatz in Verbindung mit dem gefürchteten Virus steht. Wir sind aber zurückhaltend, haben doch erst zwei Medikamente – Tamiflu von Roche und Relenza von Glaxo-Smithkline – ihre Wirksamkeit gegen die Symptome des Vogelgrippe-Virus unter Beweis gestellt. Zu bedenken ist auch, dass Tamiflu, gemessen am Konzernumsatz von Roche, ein „kleines“ Medikament ist. Als aussichtsreich erweisen könnte sich unserer Meinung nach ein Blick auf die Entwickler von Impfstoffen, da bislang noch keine Impfung gegen das H5N1-Virus möglich ist.

Quelle: DWS

Die im Jahr 1956 gegründete DWS (Die Wertpapier Spezialisten), Fondstochter der Deutschen Bank, ist im Publikumsfondsgeschäft mit einem verwalteten Vermögen von 95,2 Mrd. Euro Marktführer in Deutschland. Der Marktanteil in Deutschland liegt in etwa bei 24,3 % (per Ende März 2005). Allein in Deutschland zählt die DWS über 3 Millionen Kunden. Die DWS Fonds-Palette deckt alle Regionen und Branchen, viele Anlageformen und Anlagestile ab.