• ADP-Arbeitsmarktzahlen über den Erwartungen
    • Lagarde: Zinsanhebungen in 2022 unwahrscheinlich
    • Rückschlag für Präsident Biden in Virginia
    • RKI: Inzidenz geht erneut zurück
    • Republikaner gewinnt Gouverneurswahl in Virginia
    • Biden will Fed-Personalie zügig entscheiden
    • USA: CDC gibt Weg für Kinderimpfung frei

    • Kion hebt Umsatzprognose an
    • Fusionsfantasien bei Qiagen und Biomerieux
    • BMW verdient trotz Halbleitermangel mehr
    • Teamviewer erzielt schmalen Gewinn
    • Lufthansa lässt Verlustzone hinter sich
    • Zalando-Gewinn knickt ein

    Markt

    • Im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Zinsentscheids der US-Notenbank Fed am Abend ist der deutsche Leitindex DAX auch am Mittwoch in Schlagdistanz zum Allzeithoch aus dem August bei 16.030 Punkten geblieben. Allerdings konnte sich der DAX bisher nicht nachhaltig zu einem neuen Angriff auf das Rekordhoch entschließen und beendete den Xetra-Handel praktisch unverändert mit einem Plus von 0,03 Prozent bei 15.959,98 Punkten. Aus Sicht von Analysten dürfte die Fed beschließen, ihre Anleihekäufe mit einem Volumen von derzeit 120 Mrd. Dollar pro Monat zu reduzieren. „Eine Drosselung um 15 Milliarden Dollar je Monat erscheint möglich und wird weitgehend (92 % laut Marktumfragen von Bloomberg) erwartet“, kommentierten Analysten der Helaba. Der Startpunkt des Taperings werde entweder im laufenden Monat (63 %) oder im Dezember (27 %) vermutet. „Unsicherheit ist grundsätzlich nichts, was an den Aktienmärkten geschätzt wird, insofern könnte ein Ende des Rätselratens tatsächlich nochmals kurzfristig für leichten Rückenwind sorgen."
    • Nach neuen Rekordständen am Vorabend sind die wichtigsten Indizes an der Wall Street am Mittwoch wenig verändert in den Handel gestartet. Im Fokus steht vor allem der Fed-Zinsentscheid (19.00 Uhr MEZ) und die -Pressekonferenz (19.30 Uhr MEZ) am Abend. Die inoffiziellen Arbeitsmarktdaten des Diensleisters ADP sind deutlich besser ausgefallen als erwartet.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen & Branchen

    • Der Gabelstaplerhersteller Kion hat seine mittelfristige Prognose angehoben und rechnet für das Jahr 2023 nun mit einem Umsatz von mehr als 12 Milliarden Euro. Zuvor waren mehr als 11 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden. Die bereinigte EBIT-Marge wird weiterhin zwischen 10 und 12 Prozent erwartet.
    • Am Markt wird über einen Zusammenschluss von Qiagen und Biomerieux spekuliert. Bloomberg hatte unter Berufung auf Kreise berichtet, die beiden Unternehmen hätten die Vorzüge einer Fusion ausgelotet. Die Gespräche befänden sich allerdings in einem frühen Stadium und eine Einigung sei nicht zwingend. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass Qiagen das Interesse anderer Unternehmen auf sich ziehe, hieß es weiter.
    • Der Verbindungstechnik-Spezialist Norma hat im dritten Quartal weniger verdient. Der Konzern habe die weltweite Verknappung von Rohstoffen wie technischen Kunststoffen und Edelstahl in Form höherer Materialkosten zu spüren bekommen, sagte Konzernchef Michael Schneider bei Vorlage der Zahlen. Die zunehmenden Versorgungsengpässe bei Elektronikkomponenten hätten zudem auf die Produktionszahlen in relevanten Industrien gedrückt, so der Manager. Im dritten Quartal ging das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) im Jahresvergleich um rund 13 Prozent auf 22,8 Mio. Euro zurück.
    • Bei Ford in Saarlouis läuft bis zum 12. November Kurzarbeit. Das hätten Geschäftsführung und Betriebsrat am Dienstag beschlossen, teilte Ford am Mittwoch in Köln mit. Grund seien weiterhin Lieferengpässe auf dem globalen Halbleitermarkt. Davon sei auch die Produktion an deutschen Standorten betroffen. Die Fertigung des Ford Focus in Saarlouis werde vorerst bis 12. November ausgesetzt, hieß es weiter. Zunächst war dies bis 5. November geplant gewesen.
    • Der Großküchenausstatter Rational freut sich über eine starke Auftragslage. Doch die aktuelle Rohstoffknappheit und die weltweiten Lieferengpässe machen zu schaffen. Im vergangenen Quartal konnten die Bayern zwar Umsatz und Ergebnis unerwartet stark steigern, doch blieben viele Aufträge wegen des Komponentenmangels unerledigt.
    • Die staatliche Förderbank KfW hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres einen Konzerngewinn von 1,929 Mrd. Euro nach lediglich 145 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum erwirtschaftet. Während der Corona-Krise belasteten vor allem Abschläge auf Beteiligungen und eine zusätzliche Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite die Bilanz. Diese Effekte kehrten sich nun um. Vorstandschef Stefan Wintels sprach von einem „außergewöhnlich“ guten Ergebnis in den ersten neun Monaten. Alle operativen Geschäftsfelder hätten nach dem Krisenjahr 2020 überdurchschnittliche Beiträge zum Konzerngewinn geliefert.
    • Der bayerische Autobauer BMW hat im Sommerquartal trotz der Chipkrise Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Höhere Verkaufspreise machten die gesunkenen Auslieferungen dabei mehr als wett. Unter dem Strich stieg der Überschuss um über 42 Prozent auf 2,58 Mrd. Euro. Auch im Kerngeschäft, dem Automobilbau, steigerte BMW das operative Ergebnis: Die Marge vor Zinsen und Steuern stieg um 1,1 auf 7,8 Prozent. Vor Zinsen und Steuern erzielte BMW einen Gewinn von 2,88 Mrd. Euro, ein Plus von rund der Hälfte. Der Konzernumsatz legte um 4,5 Prozent auf 27,47 Mrd. Euro zu. Den Jahresausblick behielt das Management bei.
    • Der Online-Modehändler Zalando hat im dritten Quartal einen herben Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Vor allem höhere Kosten, unter anderem in Marketing und Expansion belasteten, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) fiel auf 9,8 Mio. Euro nach 118,2 Mio. Euro. Unter dem Strich stand ein Verlust von 8,4 Mio. Euro. Im Vorjahr hatte Zalando noch einen Gewinn von 58,5 Mio. Euro ausgewiesen. Der Umsatz stieg hingegen um 23,4 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro und übertraf damit die Erwartungen von Analysten.
    • Dank eines starken Frachtgeschäfts und eine erholten Ticketnachfrage ist die Lufthansa im Sommerquartal aus der Verlustzone geflogen. Der Umsatz konnte im Vergleich zum Sommer 2020 auf 5,2 Mrd. Euro nahezu verdoppelt werden. Operativ erreichte der Konzern einen Gewinn von 17 Mio. Euro. Hier hatte ein Jahr zuvor noch ein Verlust von fast 1,3 Mrd. Euro gestanden. Vorstandschef Carsten Spohr will nun im Gesamtjahr den operativen Verlust (bereinigtes Ebit) im Vergleich zum Corona-Jahr 2020 mindestens halbieren.
    • Der Göppinger Softwareanbieter Teamviewer hat sich im dritten Quartal gerade noch in der Gewinnzone gehalten. Auf Nettobasis erwirtschaftete das Unternehmen einen Gewinn von 3,7 Mio. Euro nach knapp 32 Mio. Euro vor einem Jahr, wie am Mittwoch bei der Vorlage der detaillierten Quartalszahlen mitgeteilt wurde. Die seit Anfang Oktober bekannten Kennziffern für das Wachstum und operativen Gewinn bestätigte das Unternehmen ebenso wie die Prognose.
    • Der Windkraftanlagenbauer Vestas hat seine Gewinnprognose weiter gesenkt. So rechnet der dänische Konzern bei der bereinigten Ebit-Marge jetzt nur noch mit einem Wert von rund vier Prozent. Die neue Prognose liegt deutlich unter den Erwartungen der Experten. Vestas hatte im Sommer die Zielspanne für die Marge auf fünf bis sieben nach zuvor sechs bis acht Prozent reduziert. Die Prognose eines Umsatzes in 2021 von 15,5 bis 16,5 Mrd. Euro nach 14,8 Mrd. Euro im Vorjahr wurde jetzt bestätigt.
    • Der IT-Sicherheitsdienstleister Secunet Security Networks hat dank einer hohen Nachfrage öffentlicher Einrichtungen, Organisationen und Unternehmen seine Erlöse in den ersten neun Monaten im Vorjahresvergleich um knapp ein Drittel auf 189 Mio. Euro gesteigert. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte um mehr als die Hälfte auf 48,7 Mio. Euro. Den bisherigen Ausblick (Umsatz von rund 330 Mio. Euro und Ergebnis vor Zinsen und Steuern von etwa 59 Mio. Euro) bestätigte der Vorstand. „Unsere Entwicklung in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres ist außerordentlich erfreulich. Wir konnten beim Umsatz und Ergebnis deutlich zulegen", sagte Vorstandschef Axel Deininger laut Mitteilung. „Mit einem Mix aus wachstumsstarken und stabilen Produkten sind wir mit einem attraktiven Portfolio am Markt präsent. Dies lässt uns optimistisch auf das laufende vierte Quartal blicken."

    Konjunktur & Politik

    • Die Rohöllagerbestände in den USA sind in der vergangenen Woche um 3,3 Millionen Barrel auf 434,1 Millionen Barrel gestiegen. Erwartet wurde ein schwächerer Anstieg um 2,3 Millionen Barrel. Die inoffiziellen Daten des American Petroleum Institute (API) vom Vorabend hatten bereits eine Zunahme um 3,6 Millionen Barrel ausgewiesen.
    • Die Aussichten im US-Dienstleistungssektor haben sich im Oktober deutlich aufgehellt. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Servicesektor stieg von 61,9 Punkten im Vormonat auf 66,7 Zähler. Volkswirte der Banken hatten mit einem deutlich schwächeren Anstieg auf 62,0 Zähler gerechnet. Der Einkaufsmanagerindex des Datendienstleisters Markit für den Dienstleistungssektor legte unterdessen von 55,0 auf 57,6 zu, was ebenfalls über den Erwartungen von 57,3 lag.
    • Im US-Privatsektor sind nach Angaben des privaten Arbeitsmarktdienstleisters ADP im Oktober mehr neue Arbeitsplätze entstanden als erwartet. Gegenüber dem Vormonat wurden 571.000 neue Stellen geschaffen, wie ADP mitteilte. Erwartet wurden nur 400.000 neue Stellen, nach revidiert 523.000 (zunächst: 568.000) neuen Stellen im Vormonat. Die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten werden am Freitag veröffentlicht.
    • Deutliche Worte von EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Wie es derzeit aussieht, sei mit einer Zinserhöhung im kommenden Jahr nicht zu rechnen, sagte Lagarde am Mittwoch in einer Rede zu einer Veranstaltung in Lissabon laut Redetext. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe in ihrem geldpolitischen Ausblick drei Bedingungen genannt, die erfüllt sein müssten, bevor die Zinsen erhöht werden könnten. Trotz des gegenwärtigen Inflationsanstiegs bleibe der Inflationsausblick mittelfristig verhalten und daher sei es sehr unwahrscheinlich, dass diese drei Bedingungen nächstes Jahr erfüllt seien. Mittelfristig erwartet die EZB weiterhin, dass die Teuerung im Währungsraum unter dem EZB-Inflationsziel von zwei Prozent bleiben wird.
    • Mehr als 55,5 Mio. Menschen in Deutschland und damit fast 67 Prozent der Bevölkerung sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch hervor. Demnach wurden am Dienstag rund 196.000 Impfdosen verabreicht. 57,8 Mio. Menschen (69,5 Prozent) haben mindestens eine Impfung verabreicht bekommen, 55,6 Mio. (66,8 Prozent) sind vollständig geimpft. 2,2 Mio. Menschen haben zusätzlich bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten.
    • SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat dem geschäftsführenden Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine chaotische Amtsführung attestiert. „Ausgerechnet jetzt stiftet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mehr Verwirrung, als dass er klärt", sagte Mützenich am Mittwoch der dpa. „Erst die Forderung nach dem Auslaufen der epidemischen Lage, ohne auch nur den Hauch einer Überlegung, wie das für die Länder praktikabel gemacht werden kann - das haben wir im Parlament dann in die Hand genommen", sagte Mützenich. „Als nächstes die Forderung nach Booster-Impfungen für alle, zu einem Zeitpunkt, zu dem noch nicht einmal die besonders schutzbedürftigen Menschen eine solche Impfung erhalten haben", sagte der SPD-Fraktionschef. Mützenich kritisierte ferner Spahns Vorstoß für einen erneuten Corona-Gipfel mit Bund und Ländern, obwohl unklar sei, was auf einem solchen Gipfel besprochen werden könne.
    • In der Eurozone ist die Arbeitslosigkeitsrate im September gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 7,4 Prozent gesunken , wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte. Gegenüber September 2020 ging die Quote deutlich um 1,2 Punkte zurück.
    • Der Einkaufsmanagerindex der Marktforscher von IHS Markit für den britischen Dienstleistungssektor stieg im Oktober gegenüber dem Vormonat um 3,7 Punkte auf 59,1 Zähler, wie Markit am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten mit einer Aufhellung auf im Schnitt 58,0 Punkte gerechnet.
    • Im Streit zwischen Großbritannien und Frankreich über Fischereilizenzen im Ärmelkanal konnte eine weitere Eskalation zunächst abgewendet werden, weil Paris ein für Dienstag festgelegtes Ultimatum für Strafmaßnahmen vertagte. Am Donnerstag wird nun der britische Brexit-Minister David Frost zu Gesprächen mit dem französischen Europa-Staatssekretär Clément Beaune in Paris erwartet. „Wir begrüßen, dass Frankreich von den Drohungen vom vergangenen Mittwoch Abstand genommen hat", sagte der britische Umweltminister George Eustice am Dienstag zu Sky News. Man habe stets betont, man wolle die Lage deeskalieren und die „Tür offenhalten", um die Vergabe weiterer Lizenzen zu diskutieren, sollten weitere Nachweise von Seiten Frankreichs oder Großbritanniens vorgebracht werden, so Eustice.
    • Die Inflationsrate in der Türkei ist im Oktober um 19,9 Prozent angestiegen, wie das nationale Statistikamt am Mittwoch mitteilte. Im Vormonat hatte die Inflationsrate 19,6 Prozent betragen. Analysten hatten einen noch stärkeren Anstieg über die Marke von 20 Prozent befürchtet.
    • Hochrechnungen zufolge hat der Republikaner Glenn Youngkin in der Gouverneurswahl für Virginia knapp gewonnen. Youngkin lag bei der Abstimmung knapp vor dem von US-Präsident Joe Biden unterstütztem Kandidaten Terry McAuliffe, wie aus übereinstimmenden Vorhersagen von CNN und NBC hervorging. Die Abstimmung in Virginia galt als Stimmungstest über Bidens bisherige Regierungszeit und als Blaupause für die Kongresswahl kommendes Jahr. 2022 werden ein Drittel des Senats und das Repräsentantenhaus neu gewählt.
    • Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut per Dienstagmorgen 20.398 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut RKI bei 146,6 nach 153,7 am Vortag. Damit sinkt die gemeldete Inzidenz den zweiten Tag in Folge. Im Zusammenhang mit dem Virus wurden in den vergangenen 24 Stunden 194 neue Todesfälle registriert.
    • US-Präsident Joe Biden will sich bald erklären, wer die Federal Reserve künftig führen soll. Er werde „recht schnell" seine Nominierung bekannt geben, sagte Biden zu Journalisten. Es gebe noch genügend Zeit, den Kandidaten durch den Senat zu bringen, bevor die Amtszeit des derzeitigen Fed-Chefs Jerome Powell ende. Biden habe auch erwogen, Powell für eine weitere Amtszeit zu nominieren. Powells vierjährige Amtszeit läuft im Februar 2022 aus.
    • Die US-Gesundheitsbehörde CDC hält eine Impfung von Kindern von fünf bis elf Jahren mit dem Mittel von BioNTech/Pfizer für unbedenklich. Die entsprechende Empfehlung von CDC-Direktorin Rochelle Walensky kommt Stunden nach der Zustimmung von Fachberatern. Die US-Arzneimittelaufsicht FDA erteilte am Freitag eine Notfallzulassung für entsprechende Impfungen.

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