Der Goldpreis hat die doppelte Beschallung mit Bernankes Worten ohne große Ausschläge hingenommen, was wohl auch daran lag, dass der Notenbankchef bei seinen Anhörungen vor dem Repräsentantenhaus und dem Senat nicht wirklich etwas Neues sagte. Muss er auch nicht. Das Ziel, die Märkte auf steigende Zinsen vorzubereiten, hat er bereits erreicht. Die Rendite einer zehnjährigen Staatsanleihe ist dynamisch bis an den Widerstand der Abwärtstrendlinie gestiegen und jetzt, wo der Sommer beginnt, beginnt sie zu konsolidieren.

    Es ist wahrscheinlich, dass auch von der US-Notenbank in den kommenden Wochen erst einmal nichts Neues mehr zu vernehmen sein wird. Darauf scheinen sich auch die Währungsmärkte einstellen zu wollen. Der US-Dollar-Index-Future, also der Außenwert des US-Dollars gegenüber dem japanischen Yen, britischen Pfund, schweizer Franken und dem Euro schaffte den Ausbruch aus der relevanten, roten Abwärtstrendlinie im Verlauf des Julis nicht. Auch hier steht eine Konsolidierung bevor.

    Eigentlich hätte sich der Goldpreis bereits schon wieder stärker erholen müssen. Schließlich ist er um fast 40% unter sein Tief aus dem Jahr 2011 gefallen, das Sentiment ist klar bärisch, Indikatoren überverkauft und die Positionierungen spekulativer Investoren so short, dass man eine Übertreibung zugrunde legen und die Gegenposition einnehmen müsste. Wäre da nicht das mehrere Hundert Tonnen schwere Damoklesschwert physisch besicherter Gold-Fonds, bei dem nicht klar ist, wann es fallen wird, oder ob. Es besteht aber zumindest die Hoffnung, dass die jüngste Beruhigung der Verkäufe aus den Gold-Fonds anhalten wird, wenn von der Seite der Entwicklung des US-Dollars und der Realzinsen eine Beruhigung beziehungsweise Konsolidierung eintreten kann.

    Aus technischer Sicht ist die Spiegelung der Kerzenformation (gründe Kreise) im Wochenchart ein ermutigendes Signal, das Potenzial für eine Erholung bis 1430-1440 USD/Unze gibt:

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