London/ Warschau/ Moskau (Godmode-Trader.de) - Die russische Wirtschaft übertraf im zweiten Quartal mit einer negativen Wachstumsrate laut ersten Schätzungen von annualisiert 0,6 Prozent die noch negativeren Konsenserwartungen von minus 0,8 Prozent. Bereits im ersten Quartal ist das russische Bruttoinlandsprodukt um 1,2 Prozent geschrumpft. Die Zahlen stehen im Einklang mit dem breiteren Bild einer Wirtschaft, die sich nach einer tiefen Rezession im Jahr 2015 immer noch in einer Erholungsphase befindet. Die präzisen aufgeschlüsselten Daten liegen noch nicht vor, doch ist es wahrscheinlich, dass der größte Negativtreiber die privaten Konsumausgaben darstellen, die nach den hohen Inflationswerten im Jahr 2015 am Boden liegen. Für eine gewissen Kompensation dürften die Verbesserungen der Industrieproduktion (der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe befindet sich im Aufwärtstrend) sowie in der Landwirtschaft und im Transportsektor gesorgt haben.

Die polnische Wirtschaft ist zwar nicht in eine Rezession abgeglitten, hat die Markterwartungen mit den Wachstumszahlen zum zweiten Quartal aber nicht erfüllen können. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2016 noch um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft war, legte die Wirtschaftsleistung im Frühjahr um 0,9 Prozent zu. Der Zuwachs entspricht damit dem durchschnittlichen Wachstum der Periode 2014/2015. Die polnische Notenbank hatte bisher ein starkes Wirtschaftswachstum als zentrales Argument gegen eine weitere Senkung des Leitzinses angeführt, welcher seit März 2015 trotz andauernder Deflation unverändert bei 1,5 Prozent liegt. Das Mitglied Jerzy Zyzynski im geldpolitischen Ausschuss der polnischen Notenbank sieht mit Blick auf die Wachstumszahlen nun die Notwendigkeit einer weiteren Zinssenkung.