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Moskau (Godmode-Trader.de) - Die Rezession in Russland hat sich im zweiten Quartal verstärkt und die Risiken für den konjunkturellen Ausblick haben sich im Zuge des erneuten Rückgangs beim Ölpreis erhöht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im Zeitraum April bis Ende Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,6 Prozent geschrumpft, teilte die Statistikbehörde Rosstat in Moskau am Montag nach vorläufigen Berechnungen mit. Das war einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge der größte Rückgang seit 2009. Im ersten Quartal 2015 war das BIP um 2,2 Prozent gesunken. Der russische Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew geht davon aus, dass das BIP 2015 insgesamt um rund 2,8 Prozent schrumpfen wird. Die Analysen der Schweizer Credit Suisse prognostizieren demgegenüber einen Rückgang von 3,0 Prozent für das laufende Jahr.

Es gibt bislang noch keine weiterführenden Informationen, also weder saisonal bereinigte Wachstumszahlen noch eine Aufschlüsselung nach Bereichen. Aber sowohl der private Verbrauch als auch die Investitionen dürften das BIP-Wachstum belastet haben.

Berücksichtigt man die jüngsten Entwicklungen, wie z.B. den erneut rückläufigen Ölpreis sowie die beträchtliche Abwertung des Rubels, dürften sich die Abwärtsrisiken für die russische Volkswirtschaft weiter erhöhen. Die höheren Inflationsrisiken bedeuten weniger Spielraum für eine Lockerung des geldpolitischen Kurses und weitere Verluste bei der Kaufkraft, was das Wirtschaftswachstum ebenfalls belastet. Trotzdem - unter Bezug auf die Ergebnisse von Unternehmensbefragungen, insbesondere die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) im Juli, die erstaunlich robust ausfielen - deutet sich auch eine geringfügige Erholung an. Daher könnte das zweite Quartal den Tiefpunkt markieren, es sei denn der Ölpreis setzt seine Talfahrt fort.