Washington/ Moskau (Godmode-Trader.de) - Im Ringen zwischen Russland und dem Westen um die Ukraine hat US-Präsident Joe Biden gerade Wladimir Putin die Faust gezeigt. Biden erklärte in Washington, es sei möglich, dass Russland in der Ukraine „einmarschieren" werde. Sollte Moskau es wirklich wagen, werde es harte Sanktionen geben. „Wenn sie das tun, dann werden sie einen hohen Preis zahlen. Unmittelbar, kurzfristig, mittelfristig und langfristig." Er vermute, dass russische Soldaten in die Ukraine eindringen würden, glaube aber nicht, dass Russlands Staatschef Wladimir Putin „einen ausgewachsenen Krieg" wolle, meinte Biden.

Russland bestreitet bisher jede Absicht, in die Ukraine einzumarschieren. Der Kreml warnte vor der Gefahr einer Eskalation nach den Drohungen von Biden. „Die Äußerungen trügen nicht zur Entspannung bei und könnten zu einer Destabilisierung der Lage führen, sagte Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. „Sie könnten den Hitzköpfen einiger Vertreter der ukrainischen Führung falsche Hoffnung einflößen, dass sie sich dazu entschließen, erneut einen Bürgerkrieg zu beginnen und das Problem im Südosten (Donbass) mit Gewalt zu lösen."

Das russische Militär hat diese Woche seine Präsenz in Weißrussland gestärkt, um im nächsten Monat Übungen zu starten, was eine zusätzliche Bedrohung der Ukraine aus dem Norden darstellen könnte.

Der russische Staatschef lässt den Westen weiterhin im Unklaren über seine Absichten. Freilich ist er sich bewusst, dass eine schleichende Annexion der von Separatisten gehaltenen Gebiete in der Ostukraine seinen Zielen besser dienen könnte als eine großangelegte Offensive, die die internationalen Beziehungen bis ins Mark belasten könnte.

Biden war im Juni in Genf zu einem ersten persönlichen Gipfeltreffen mit Putin zusammengekommen. An diesem Freitag wollen sich Russlands Außenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege Antony Blinken dort auf neutralem Boden treffen. Dabei solle es um die nächsten Schritte im Zusammenhang mit den Sicherheitsgarantien gehen, sagte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa.