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Wien/ Moskau (Godmode-Trader.de) - Diese Woche wird der russische Staatspräsident Wladimir Putin in Österreich eintreffen. Putin und die österreichische Staats- und Regierungsspitze wollen unter anderem über die Ukraine-Krise, die gegenseitigen Wirtschaftssanktionen und die weltpolitische Lage sprechen. Es gehe darum, trotz der aktuellen Spannungen zwischen Moskau und der EU miteinander im Dialog zu bleiben, so Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

Im Vorfeld des hohen russischen Besuchs hat der österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) ein Ende der Sanktionen gegen Russland gefordert. Es sei höchste Zeit, diese leidigen Sanktionen zu beenden und die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland zu normalisieren, sagte er der Zeitung "Österreich". Nach der russischen Annexion der ukrainische Halbinsel Krim hatte die EU 2014 Sanktionen gegen Russland verhängt, unter anderem mit Einreise- und Ausfuhrverboten. Strache zufolge haben die Sanktionen vor allem der österreichischen Wirtschaft geschadet. „Ich habe immer davor gewarnt, Russland in die Arme Chinas zu treiben", sagte er.


Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sieht derweil keine Notwendigkeit für einen Abbau der westlichen Sanktionen gegen Russland. „Die Sanktionen sind eindeutig richtig", sagte Laschet im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn es im Minsker Prozess konstruktiv vorangeht, kann man darüber diskutieren. Das ist heute nicht der Fall."

Die Analysten von UNIQA haben sich angeschaut, wie die zuletzt im April erneuten US-Finanzsanktionen die russische Wirtschaft trafen. Die US-Behörde OFAC (Office of Foreign Assets Control) hatte das russische Unternehmen Rusal auf seine schwarze Liste gesetzt. „Kurz gefasst kann man sagen: Verbesserte wirtschaftliche Bedingungen der russischen Haushalte, die eine wenn auch schwache Erholung ermöglicht haben, eine niedrigere Inflation, höhere Währungsreserven und mehr Spielraum bei der Geldpolitik sowie eine umsichtige Haushaltspolitik stärken die russische Wirtschaft und ihre Widerstandsfähigkeit gegen weitere Finanzschocks", so UNIQA-Chefvolkswirt Martin Ertl in seiner Analyse zu Russland.

Im ersten Quartal lag das BIP-Wachstum bei 1,3 Prozent im Jahresvergleich. Der wichtigste positive Faktor für das Wirtschaftswachstum war zuletzt der private Konsum, während die Nettoexporte das BIP-Wachstum schmälerten. Mangels positiver Impulse (etwa
durch gestiegene Ölpreise) ist die russische Wirtschaft laut UNIQA kaum in der Lage, ihr Wachstumspotenzial von 1,5 Prozent zu übertreffen. „Die Entwicklung des Wirtschaftswachstums dürfte 2018 und 2019 auch wieder nahe an den Werten des potenziellen Wachstums liegen“.

Ein weiterer Impulsgeber könnte, so die Hoffnung Moskaus, die Fußball-Weltmeisterschaft werden. Auch nach Einschätzung von Experten wird das Turnier die Wirtschaft zeitweise etwas stärker in Schwung bringen. Aber doch eben nur temporär, schätzt die US-Ratingagentur Moody’s. Generell sieht Moody's nur einen „sehr begrenzten Einfluss“ für die Konjunktur des Schwellenlandes. Es sei unter anderem mit einem zusätzlichen Schub für das Tourismusgeschäft für den Zeitraum der WM zu rechnen, hieß es in einer aktuellen Analyse. „Wir gehen aber nicht davon aus, dass die WM einen bedeutenden Beitrag für ein breitangelegtes Wirtschaftswachstum leisten wird", sagte Moody's-Analystin Kristin Lindow. Mit einem zeitlich begrenzten Umsatzanstieg rechnen die Moody's-Experten im Lebensmittelgeschäft, bei Hotels, den Telefongesellschaften und in der russischen Tourismusbranche.