Hamburg Godmode-Trader.de) - Wie auch immer man es drehe und wende: RWE sehe zu günstig aus, meint Berenberg-Analyst Andrew Fisher in einer am Donnerstag vorgelegten Studie. Das Unternehmen sei auf dem besten Weg, ein weltweit führender Anbieter im Bereich der Erneuerbaren Energien zu werden, „mit Erfahrung, Wachstumschancen und einer entsprechenden Bilanz“. Trotz der branchenführenden Aktienkursentwicklung in diesem Jahr liege RWE jedoch nach wie vor bei einem unvertretbar niedrigen KGV und einem Abschlag von 10 Prozent im Versorgungssektor, so Fisher. Er schätze auch, dass das implizite KGV für erneuerbare Energien (70 % von RWE) mit einem Abschlag von ca. 40 Prozent gegenüber der Peer Group liege.

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    70 Prozent EBITDA aus erneuerbaren Energien bis 2023 ohne Preisangabe: Der Innogy Asset Swap mit E.ON, der voraussichtlich im Sommer dieses Jahres abgeschlossen wird, ändere für RWE das Bild. Erneuerbare Energien werden zur Schlüsselkomponente des Konzern-EBITDA und ermöglicht es aus Sicht von Berenberg-Analyst Fisher RWE, ein nachhaltiges Wachstum des Nettogewinns von 4 bis 5 Prozent zu erzielen, was über dem Branchendurchschnitt von ein bis zwei Prozent liege. Die damit verbundenen Ertrags- und Kurschancen überwiegen seiner Meinung nach die rechtlichen Unsicherheiten rund um den Kohleausstieg in Deutschland. Daher sei er der Ansicht, dass der Sektor-Discount von RWE unverdient sei, ebenso wie die Höhe des Rabatts gegenüber Mitbewerbern. Dies werde durch alle vier Kennzahlen des branchenüblichen Bewertungsrahmens unterstützt: Ziel-Gewinn-Verhältnis, Ziel-Rendite, DDM und DCF/EVA-basiertes SOTP.

    Unter Ausklammerung aller anderen Geschäfte schätzt Berenberg, dass die aktuelle Marktkapitalisierung von RWE ein KGV von 16x für Erneuerbare Energien für 2020 bedeutet, was weit unter dem Peergroup-Durchschnitt von 26 liegt.

    Die Umstellung von RWE auf Erneuerbare Energien, steigende CO2-Preise und die Regierungspolitik signalisierten wichtige Veränderungen: Für 2018 bis 2023 erwartet Fisher, dass der Anteil der konventionellen Erzeugung am EBITDA von 45 auf 16 Prozent sinkt, der Anteil der Braunkohlekapazität von 4 auf 15 bis 25 Prozent zurückgeht und die CO2-Emissionen von RWE nahezu halbiert werden. Daher erwarte er, so Fisher, dass die stärkere ESG-Anerkennung die Investorenbasis von RWE vergrößere.

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