• RWE AG - Kürzel: RWE - ISIN: DE0007037129
    Börse: XETRA / Kursstand: 30,790 €

Hannover (Godmode-Trader.de) - Die von der Bundesregierung vorgestellte „Bund-/Länder-Einigung zum Kohleausstieg“ enthält unter anderem eine Beendigung der Braunkohleverstromung bis 2038. Bis 2030 sollen bereits rund 5 Gigawatt Kraftwerksleistung stillgelegt werden. Dies umfasst inklusive der Sicherheitsbereitschaft insgesamt rund zwei Drittel der ursprünglich vorhandenen Kraftwerkskapazitäten.

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RWE soll laut Einigung u. a. die von der Kommission bis 2023 geforderte Kapazitätsreduktion nahezu vollständig alleine tragen (2020 der erste 300-Megawatt-Block; 2021 drei 300-MW-Anlagen; 2022 ein weiterer 300-MW-Block sowie zwei 600-MW-Blöcke). Auch der zweite Schritt bis 2030 sieht eine weitere Kapazitätsreduktion vor (2025 ein 300-MW-Block sowie jeweils ein 600-MW-Block 2028 und 2029). Ab dem 01.01.2030 bis Ende 2038 werden bei RWE nur noch die drei modernsten Braunkohleblöcke der 1.000-Megawattklasse im Markt Strom produzieren. Im Tagebau sollen mehr als die Hälfte der für den Abbau genehmigten Kohlevorräte (über 1,1 Mrd. Tonnen) nicht abgebaut werden.

Aufgrund der geplanten Kapazitätsreduktion geht RWE davon aus, dass bereits kurzfristig über 3.000 Arbeitsplätze wegfallen werden. Insgesamt wird bis 2030 mit einem Abbau von 6.000 Stellen gerechnet. Als Entschädigung stehen RWE 2,6 Mrd. Euro zu, die über die kommenden 15 Jahre ausgezahlt werden sollen. Der Energiekonzern selbst beziffert den entstandenen Schaden auf rund 3,5 Mrd Euro (ohne entgangene Gewinne aufgrund vorgezogener Stilllegung).

Trotz des von RWE aufgelisteten entstandenen Restschadens wolle der Energiekonzern der Eckpunktevereinbarung zustimmen, was auch darauf hindeute, dass der Konzern trotz allem gut damit leben könne, schreibt NordLB-Analyst Holger Fechner in einer am Montag vorgelegten Studie.

Er bewerte den sich abzeichnenden gesellschaftlichen Kompromiss für RWE als positiv, so Fechner weiter. Das Unternehmen erhalte staatliche Unterstützung für die Stilllegung seiner Kapazitäten, die aufgrund weiter steigender CO2-Preise sowie einer zu erwartenden erhöhten EU-Regulierung wirtschaftlich zunehmend unrentabel werden dürften. Darüber hinaus entstehe mit der Beseitigung eines Hauptunsicherheitsfaktors eine nicht zu verachtende Planungssicherheit für die nächsten Jahre.

„Nach dem Kohleausstieg werden die Erneuerbaren Energien zum zentralen Mittelpunkt auch für den RWE-Konzern, was Wachstumschancen bietet und die Aktien für weitere Investorengruppen attraktiv macht“, resümiert der NordLB-Analyst. „Neben den sich abzeichnenden höheren Marktpreisen sollten abgesicherte Strompreise sowie die Vermeidung von Versorgungsengpässen im Zuge der Energiewende zu weitersteigenden Gewinnen in den nächsten Jahren führen“.

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