Wiesbaden (Godmode-Trader.de) - Den EU-Sanktionen zum Trotz legt der Handel zwischen Belarus und Deutschland stark zu. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres erhöhten sich die belarussischen Ausfuhren in die Bundesrepublik um mehr als 50 Prozent auf gut 600 Mio. Euro, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.

Die deutschen Exporte in das Land wiederum kletterten um sechs Prozent auf knapp 1,1 Mrd. Euro. Die EU hatte im Juni neue Sanktionen gegen Belarus verhängt, die vor allem auf die für das Land wichtigen Branchen der Kali- und Düngemittelindustrie, der Energiewirtschaft sowie auf Finanzdienstleistungen. abzielen.

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft berichtete am Donnerstag über einen ingesamt regen Handel mit Osteuropa in den ersten neun Monaten dieses Jahres. „Der deutsche Außenhandel mit Mittel- und Osteuropa ist weiter auf Erholungskurs: Zwischen Januar und September 2021 erreichte das Handelsvolumen mit den 29 Ost-Ausschuss-Ländern eindrucksvolle 367 Milliarden Euro. Das ist ein dickes Plus von 60 Milliarden Euro oder umgerechnet 20 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum“, sagte der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Oliver Hermes.

Die Wachstumsmärkte Mittel- und Osteuropas trugen damit ein Fünftel zum gesamten deutschen Außenhandel bei, mehr als China und die USA zusammen. „Sowohl die deutschen Exporte als auch die Importe aus der Region legten in den ersten neun Monaten 2021 jeweils um 30 Milliarden Euro zu. Erfreulich ist, dass auch die Vergleichswerte aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 um acht Prozent übertroffen werden konnten“, sagt Hermes.

Besonders kräftig legten die deutschen Exporte in südosteuropäische Märkte wie Slowenien, Bulgarien und Serbien zu. Aber auch in die wichtigen Absatzmärkte Polen, Tschechien, Ungarn und Slowakei wurden deutlich mehr Güter geliefert als im Vorjahr. Die Ausfuhren nach Russland stiegen um fast 14 Prozent.