US-Präsident Trump fordert von Saudi-Arabien eine Ausweitung der Erdölproduktion um zwei Millionen Barrel pro Tag, was einer neuen Rekordproduktion von um die zwölf Millionen bpd entsprechen würde.

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    Im Raum steht jetzt allerdings auch die Frage, ob man überhaupt könnte, wenn man wollte, denn der Beweis über die nachhaltige Förderung von derartigen Mengen steht noch aus.

    Es wird angenommen, dass Riad über eine Reservekapazität von etwa 2,5 Mio bpd verfügt, theoretisch wäre der Boost auf den ersten Blick also machbar.

    Bei zweitem Hinschauen offenbaren sich aber mindestens zwei Probleme:

    Erstens braucht es Zeit die Produktion maximal auszureizen - Experten gehen von bis zu einem Jahr aus.

    Zweitens wäre es brandgefährlich für die Weltwirtschaft, wenn Saudi-Arabien die Drehzahl in den roten Bereich drücken würde, denn jede weitere Störung auf der Angebotsseite hätte dann das Potenzial den Erdölpreis in ungeahnte Höhen zu treiben.

    US-Präsident Trump hat Recht, wenn er mehr Erdöl fordert, aber Saudi-Arabien kann und darf sich diesem Druck nicht beugen und somit bleibt es vorerst wohl allein Texas überlassen für Entspannung zu sorgen, aber auch diese Hoffnung muss kurzfristig enttäuscht werden.

    Wie der beigefügte Chart anzeigt, wird Erdöl am Standort Midland weiter mit einem Abschlag von über zwölf Dollar (!) zum Angebotspreis in Cushing gehandelt, was bedeutet, dass weiter einfach nicht genügend Pipeline- Zug- und Trucking-Kapazität besteht, um selbst das vorhandene Erdöl auf den Markt zu bringen.

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    Es besteht zwar kein Zweifel, dass die USA ihre Produktion in Zukunft massiv hochfahren werden, aber für Abhilfe in der amerikanischen Driving-Season oder vor den wichtigen Midterms ist es dazu wohl zu spät.