• Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
    Kursstand: 115,852 $ (JFD Brokers) - Zum Zeitpunkt der Artikel-Veröffentlichung

Weil Russlands Einmarsch in die Ukraine die weltweiten Rohölpreise in die Höhe treibt, versucht US-Präsident Joe Biden, die Beziehungen zu Saudi-Arabien wieder in Gang zu bringen. Zuvor hatte er den weltgrößten Ölproduzenten wegen seiner Menschenrechtsbilanz praktisch gemieden. „Die Annäherung der USA an Kronprinz Mohammed Bin Salman, dessen Land Biden wegen der Ermordung des saudischen Kritikers Jamal Khashoggi im Jahr 2018 zum „Paria" erklärte, könnte dazu führen, dass nach monatelangem Lobbying der USA mehr saudisches Öl auf dem Weltmarkt angeboten wird, und es Biden ermöglichen, seinen Besuch als politischen Erfolg zu verbuchen“, kommentiert die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Niedrigere Ölpreise (auch wenn das nicht sicher ist, selbst wenn die Saudis ihre Produktion erhöhen) würden eine wichtige Einnahmequelle für Russlands Krieg kappen und auch dazu beitragen, den Zorn der Amerikaner an der Zapfsäule im Vorfeld der Zwischenwahlen im November zu lindern. Die Hoffnung im Weißen Haus ist, dass dies seinen zusehends unbeliebten Demokraten helfen könnte.

Auch Kronprinz Bin Salman ist auf Imagetour. Er hat heute eine Regionalreise in Kairo gestartet. Später in dieser Woche wird er zum ersten Mal seit der Ermordung Khashoggis im saudischen Konsulat in Istanbul in der Türkei Station machen. Er wird sich dabei auch mit Präsident Recep Tayyip Erdogan treffen. Dieser ist selbst angeschlagen und steht vor Wahlen.

Die Ölpreise haben am Dienstag wieder spürbar zugelegt. Am Nachmittag kostete ein Barrel Brent 115,26 US-Dollar. Das waren 1,20 Dollar mehr als am Vortag. Seit Jahresbeginn sind die Preise um knapp 50 Prozent gestiegen. Hauptgründe sind der Krieg Russlands gegen die Ukraine und die Reaktion des Westens in Form von Sanktionen. Russland ist einer der größten Ölproduzenten der Welt. Laut UBS-Analyst Giovanni Staunovo signalisieren die jüngsten Daten über die Flugaktivitäten und die Mobilität auf den US-Straßen weiterhin eine solide Ölnachfrage. Da das Angebotswachstum in den kommenden Monaten aller Wahrscheinlichkeit nach hinter dem Nachfragewachstum zurückbleiben werde, rechne er weiterhin mit höheren Ölpreisen", so Staunovo.