• Chocoladef. Lindt & Sprüngli - Kürzel: LSPP - ISIN: CH0010570767
    Börse: Lang & Schwarz / Kursstand: 6.815,000 Fr)
  • Nestlé S.A. - Kürzel: NESR - ISIN: CH0038863350
    Börse: Lang & Schwarz / Kursstand: 97,560 Fr
  • Hershey Co., The - Kürzel: HSY - ISIN: US4278661081
    Börse: NYSE / Kursstand: 122,540 $

München (GodmodeTrader.de) - Obwohl sich die Nachfrage nach Süßem in den westlichen Ländern auf einem konstant hohen Niveau bewegt und Asien und Emerging Markets noch starkes Wachstumspotenzial haben, zeichnet sich für die Hersteller ein drohendes Nachwuchsproblem ab. So fand die K&A Süßwarenstudie 2018 heraus, dass der Konsum von Süßwaren bei den Generationen Y und Z im Vergleich zu anderen Alterskohorten abnimmt: Während lediglich 15 Prozent der zwischen 1950 und 1979 Geborenen zu den Nicht-Verzehrern zählen, also weniger als einmal pro Monat Schokolade konsumieren, sind es bei den nach 1980 Geborenen bereits 23 Prozent, wie die Fondsexperten der GAMAX Management AG, in einer aktuellen Marktanalyse schreiben.

Diese Herausforderung bietet für Süßwarenhersteller jedoch auch Chancen. „Die jüngeren Generationen weltweit konsumieren zwar weniger, aber dafür bewusster. Wenn sie zur Schokolade greifen, wollen sie sich etwas gönnen und sind mit einem simplen Schokohasen nicht mehr zufrieden zu stellen“, so die GAMAX-Fondsexperten. Erwartet würden stattdessen innovative Geschmackssorten, nachhaltige Verpackungen und Fair-Trade-Zertifizierungen. Auch Sonderformen wie vegane oder halal Schokolade würden verstärkt nachgefragt. Dafür seien die jungen Verbraucher dann auch bereit, ein Preispremium zu zahlen. Große Player der Süßwarenbranche würden dabei unterschiedlich auf die aktuellen Herausforderungen reagieren, heißt es weiter.

Lindt & Sprüngli: Premium-Marke mit Verjüngungskur

„Lindt & Sprüngli ist der weltweit größte Hersteller von Edelschokolade. 2018 hat Lindt weltweit rund 4,3 Milliarden Franken eingenommen, das entspricht einem Wachstum von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Gewinn nach Steuern stieg um 7,8 Prozent auf rund 485 Millionen Franken. Die Aktie des Süßwarenherstellers ist mit 77.300 Franken inzwischen die zweitteuerste der Welt. Ein wichtiger Erfolgsfaktor der Schweizer in den letzten Jahren: Der Fokus liegt nicht mehr nur auf den älteren, wohlhabenden Konsumenten, sondern auch auf der jüngeren Generation. Bereits 2012 führte Lindt die Lifestylemarke Hello ein, die sich konsequent an junge Käufer wendet. Mit modernen Designs und Produkten wie Schokoladen-Emojis und immer neuen Geschmacksvariationen versucht das Schweizer Traditionshaus, den Nachwuchs schon im Teenager-Alter für sich zu begeistern. Das Fairtrade-Logo bürgt zudem für Kakao aus nachhaltigem Anbau und trägt dem wachsenden Umweltbewusstsein der Jugend Rechnung“, so die GAMAX-Fondsexperten.

Nestlé: Internationales Produkt, lokales Marketing

2018 sei für die Nestlé-Aktie ein bewegtes Jahr gewesen. Im Sommer sei der Kurs auf 73 Franken abgerutscht, danach habe jedoch eine Phase der Erholung eingesetzt. Im März 2019 habe sie dann die 85 Franken-Marke geknackt und anschließend ein neues Allzeithoch erreicht. Ein Grund für die positive Entwicklung sei der laufende Konzernumbau. Besonders in der Süßwarensparte des Lebensmittelgiganten tue sich einiges. So sei das wenig lukrative US-Süßwarengeschäft für umgerechnet rund 2,3 Milliarden Euro an Ferrero verkauft worden. Das internationale Geschäft werde jedoch weiter ausgebaut. Insbesondere der Schokoriegel Kitkat sei ein weltweiter Kassenschlager, an dem deutlich werde, wie wichtig Produktvariationen und ein lokales Marketing für junge Konsumenten seien, heißt es weiter.

„In Japan etwa hat Kitkat längst Kultstatus erreicht. Die Süßigkeit ist dort in über 30 unterschiedlichen Sorten erhältlich. Die teils exotischen Geschmacksrichtungen wie Melone-Mascarpone oder Wasabi wurden speziell für den japanischen Markt entwickelt und werden nur zu bestimmten Anlässen oder an bestimmten Orten, etwa in großen Städten wie Kyoto oder Kobe, verkauft. Damit hat Nestlé sein Vertriebskonzept der alten japanischen Tradition Omiyage angepasst, nach der es quasi eine soziale Pflicht ist, Arbeitskollegen und Freunden nach einer (Geschäfts-) Reise ein kleines, meist essbares Geschenk mitzubringen. Dank dieser Strategie verkauft Nestlé in Japan pro Tag rund vier Millionen Kitkats und ist damit die Nummer 1 unter den Schokoladenmarken“, so die GAMAX-Fondsexperten.

Hershey Company: Keine Angst vorm digitalen Wandel

Auch der weltweit größte Schokoladenhersteller Hershey Company habe auf die Veränderungen im Konsum- und Einkaufsverhalten der jüngeren Generationen reagiert. Ein Schwerpunkt der Strategieanpassung liege dabei auf dem Ausbau des digitalen Geschäfts und des Online-Marketings. Das Ziel: Die typischen Impulskäufe von Süßwaren an der Supermarktkasse auch in der digitalen Welt ermöglichen. Kunden, die bei Online-Händlern wie Amazon ihren Lebensmitteleinkauf erledigten, könnten zum Beispiel Empfehlungen für Hershey-Produkte angezeigt bekommen. Nach dem Check-Out werde ihnen eine Countdown-Uhr angezeigt, mit der sie innerhalb der angegebenen Zeit ein Hershey-Produkt in ihren Warenkorb legen könnten, heißt es weiter.

„Ein weiteres Feature lädt die Käufer ein, einfach ein Hershey's Produkt zum Warenkorb hinzuzufügen, um die Mindestbestellmenge für einen kostenfreien Versand zu erreichen. Die dritte Strategie basiert auf Produktvorschlägen, um den Kauf abzurunden. Liegen beispielsweise Butter, Eier und Mehl im Warenkorb, wird dem Kunden vorgeschlagen, Schokoladenstückchen zu kaufen, damit er so alle Zutaten für selbstgebackene Kekse im Haus hat. Die digitale Strategie scheint aufzugehen: Nach der Einführung im Sommer 2018 stieg der E-Commerce-Umsatz des Unternehmens im Vergleich zum Vorquartal um mehr als 30 Prozent“, so die GAMAX-Fondsexperten.

Grundsätzlich müssten Süßwarenhersteller heutzutage verstärkt in Forschung und Entwicklung investieren, um kontinuierliche Trendanalysen durchzuführen und Neuheiten nach dem Geschmack der jungen Zielgruppen präsentieren zu können. Mit der richtigen Marketing- und Vertriebsstrategie könne sich das veränderte Nachfrageverhalten jedoch positiv auf die Margen auswirken, so die GAMAX-Fondsexperten abschließend.