• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 1.857,55005 $/oz.
  • EUR/USD - Kürzel: EUR/USD - ISIN: EU0009652759
    Börse: FOREX / Kursstand: 1,16579 $

In meinen letzten Artikeln über Gold habe ich mich eher skeptisch gezeigt, dass Gold noch einmal steigen kann. Bereits am 17. August hieß es, dass Gold seine guten Zeiten schon wieder hinter sich hat. Bis jetzt sieht es genau danach aus und es könnte für Anleger noch schlimmer kommen. Mein Lieblingschart zum Goldpreis darf nicht fehlen (Grafik 1). Gold und Realzins sind so eng miteinander verflochten, dass sie teilweise nicht mehr zu unterscheiden sind. Das Realzinsniveau in den USA ist aber nicht der einzige Faktor, der den Goldpreis bestimmt. Gold wird in Dollar gehandelt und grundsätzlich wird überall auf der Welt der Dollarpreis von Gold betrachtet. Wertet der Dollar auf, fällt der Goldpreis. Wertet der Dollar ab, kann Gold steigen. Die Performance von Dollar und Gold ist daher ähnlich.

In den letzten zwei Wochen konnte der Dollar an Stärke gewinnen. Ängste vor einem zweiten Lockdown haben Anleger in sichere Häfen gedrängt. Der Goldpreis konnte davon nicht profitieren, eben weil der Dollar aufgewertet hat.

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EUR/USD

Es zeigt auch, dass der Goldpreis per se kein sicherer Hafen ist. Als die Internetblase vor 20 Jahren platzte, der Aktienmarkt generell in einen Bärenmarkt überging und es 2001 zu den Terroranschlägen in den USA kam, blieb der Goldpreis niedrig. Dass Gold ein sicherer Hafen ist, ist wohl der größte Börsenmythos von allen.

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Gold

Gold ist deswegen nicht schlecht. Man muss nur wissen, wofür es gut ist: Inflationsschutz. Nur wenn hohe Geldentwertung befürchtet wird, steigt Gold. Die Lage kann noch so düster sein, wenn es keine Inflation gibt, hat Gold keine Chance.

Damit wird auch klar, was es für einen Rebound braucht. Es braucht niedrigere Realzinsen und einen schwächeren Dollar. Nun gibt es drei Szenarien, die möglich sind.

Das erste Szenario ist für Goldanleger das schwierigste. In diesem Szenario verfliegt die Angst vor einem zweiten Lockdown. Der Dollar wird dann schwächer. Das hilft dem Goldpreis kurzfristig. Der Zinstrend wirkt dem entgegen. Wird ein Impfstoff z.B. im November zugelassen, kann das der Startschuss für höhere Zinsen sein. Gold tendiert dann jahrelang nach unten.

Im zweiten Szenario bleibt die Angst vor einem zweiten Lockdown bestehen. Der Dollar gewinnt dann zwar, doch die Aussicht auf neue Konjunkturpakete und höhere Anleihenkäufe durch Notenbanken schürt Inflationssorgen. Gold kann dann noch einmal über 2.000 Dollar steigen.

Im dritten Szenario kommt es tatsächlich zu einem zweiten Lockdown. Wirtschaftlich ist das ein großer Schock und Regierungen müssen ihre bisherigen Hilfen verdoppeln. Das Ausmaß der Interventionen durch Notenbanken, dass dann notwendig ist, stellt selbst die Maßnahmen im März in den Schatten. Gold kann problemlos neue Hochs erreichen.

Der Realzins dürfte Richtung -1,5 % oder sogar -2 % fallen. Gold würde kurzfristig auf 2.200 bis 2.400 Dollar steigen (Grafik 3), langfristig vermutlich noch höher. Realistischer als dieses Szenario sind Szenario 1 und 2. Ein kurzfristiger Rebound stellt eher eine Verkaufsgelegenheit dar.

Clemens Schmale


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