Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im Kampf gegen die Stärke des Franken drastische Maßnahmen ergriffen.Die Notenbank werden ein Absinken des Euro unter 1,20 CHF ab sofort nicht mehr tolerieren, teilte sie mit.

    "Die Nationalbank wird den Mindestkurs mit aller Konsequenz durchsetzen und ist bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen".
    Das eröffnet nun Spekulanten und Investoren weitere Möglichkeiten.

    Diejenigen Investoren, die strategisch riesige Summen in Franken umleiten wollen (z.B. weil sie das Ende des Euro erwarten) können dies mit Hilfe der SNB in quasi unbegrenzter Höhe und zu mehr oder weniger fixiertem Kurs tun.

    Diejenigen Spekulanten, die auf einen steigenden EUR/CHF setzen wollen, können dies mit sehr begrenztem Risiko und haben quasi ein Sicherheitsnetz bei einem Kurs von 1,2

    Die SNB setzt natürlich auf Szenario 2. Sollte das 1. Szenario eintreten, wird es eine unglaubliche Frankenschwemme geben oder aber die SNB gibt ihr Vorhaben wieder auf.

    Interessant wird es jetzt, Optionsscheine auf den Franken zu beobachten. Die implizite Volatilität sollte deutlich fallen, weil der Kurs ja praktisch eine Untergrenze hat.

    Es gibt natürlich noch einen Aspekt: Je mehr Euro die SNB jetzt kauft, desto mehr ist sie dazu verdammt, ihre Ankündigung auch unter allen Umständen einzuhalten. Denn sonst könnte ein derart hoher Verlust in der Bilanz der Notenbank entstehen, dass sie sogar negatives Eigenkapital ausweisen muss. Vielleicht ist es übertrieben ausgedrückt, aber annähernd hat die Schweiz nun den Euro bei sich eingeführt.

    Das schlaueste was die SNB machen kann: Was sie unten bei 1,2 einsammelt, sollte sie weiter oben (1,25-1,4) wieder in den Markt geben. So hält sie ihr Risiko gering.