Minneapolis (GodmodeTrader.de) - Zwar drohen den Emerging Markets auch 2019 Risiken. Jedoch hat die jüngste Marktkorrektur interessante Anlagemöglichkeiten geschaffen, die für eine Bevorzugung von Schwellenländern sprechen, wie Krishan Selva, Client Portfolio Manager für Schwellenländeraktien bei Columbia Threadneedle, in einem aktuellen Marktkommentar schreibt.

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    „Die beiden akuten Risiken sind der Handelskrieg und die weltweite Verknappung der Liquidität“, so Selva. In ganz Asien und anderen Schwellenländern habe sich deswegen Unsicherheit breit gemacht. Viele Unternehmen hätten ihre Lagerbestände verringert und ihre Investitionen zurückgefahren. „Dies wird das Wirtschaftswachstum bremsen. Die chinesischen Exportzahlen haben noch keine Auswirkung erkennen lassen, dürften aber im ersten Quartal 2019 schwächer ausfallen“, schreibt Selva.

    Columbia Threadneedle verweist darauf, dass die Zentralbanken in Schwellenländern pragmatisch auf die Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed reagiert hätten. Diese (externe und interne) geldpolitische Straffung werde das Wachstum begrenzen. Da sich in letzter Zeit eine Abkühlung der US-Konjunktur abzeichne, seien zwei oder drei Zinsschritte der Fed im Jahr 2019 wahrscheinlich. „Diese sind von den Finanzmärkten bereits eingepreist“, schreibt Selva – und ergänzt: „Für uns stellt der Handelskrieg momentan das Hauptrisiko dar.“ Die Fondsgesellschaft geht jedoch davon aus, dass weitere Verhandlungen geführt werden.

    Da alle Fundamentaldaten weiterhin relativ robust seien, findet Columbia Threadneedle nach wie vor Unternehmen, die positive Gewinnzahlen vorlegen und deren Wachstumsaussichten im Vergleich zu vielen ihrer Pendants in Industrieländern attraktiver seien. „Beispielsweise haben wir Technologieaktien verkauft. Im Falle eines Handelskriegs sind diese besonders gefährdet, selbst wenn die Aussichten des jeweiligen Unternehmens vielversprechend sein mögen“, erläutert Selva.

    Zu den Engagements mit besserer Qualität gehörten auch indische Finanztitel, Alternativen dazu gebe es in Brasilien. Selbst unter den Unternehmen, die mitten im Epizentrum des Handelskriegs stünden, gebe es einige interessante Ausnahmen, die nach wie vor Anlagemöglichkeiten böten. Selva: „Die Papiere des chinesischen Technologiekonzerns Tencent haben sich seit ihrem Höchststand von Anfang 2018 um fast ein Drittel verbilligt, aber die langfristige Entwicklung scheint nach wie vor überzeugend.“