• Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 41,74000 $/bbl.

New York/ London (Godmode-Trader.de) - Spitzenmanager einiger der größten unabhängigen Ölhändler der Welt erwarten nicht, dass sich die weltweite Ölnachfrage in den nächsten sechs bis neun Monaten wesentlich erholen wird. Stattdessen rechnen sie damit, dass die Ölpreise zumindest bis Mitte 2021 in einer engen Spanne von 40 Dollar verharren werden. Russell Hardy, der dem größten Handelshaus der Welt, Vitol, vorsteht, sagte auf dem FT Rohstoffgipfel am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters, er habe „bescheidene Erwartungen" an die Ölpreise, da er davon ausgehe, dass der Verbrauch bis zum nächsten Sommer weitgehend unverändert bleiben werde. „Der Markt ist immer noch fragil“, so Hardy. Die Das Leben der Menschen dürfte sich im Winter nicht wesentlich ändern. „Sie werden nicht wieder ausgiebiger reisen, da die Pandemie immer noch da ist“.

Hardy zeigte sich hingegen optimistisch, was den Abbau der Ölbestände angeht. Die weltweiten Ölvorräte sind seit ihrem Höchststand von 1,2 Mrd. Barrel Anfang dieses Sommers um etwa 300 Mio. Barrel zurückgegangen und werden zwischen September und Dezember voraussichtlich um weitere 250 bis 300 Mio. Barrel abschmelzen, so Hardy Mitte September gegenüber Bloomberg.

Der CEO der Mercuria, Marco Dunand, sagte auf dem FT-Gipfel, er sehe erst in einigen Jahren eine Erholung der Ölnachfrage auf das Vorkrisenniveau und erwarte, dass der Ölpreis in den nächsten sechs Monaten bei etwa 45 Dollar pro Barrel weitgehend unverändert bleiben werde. Torbjörn Törnqvist, Geschäftsführer von Gunvor, erwartet ebenfalls, dass die Ölpreise bis Mitte 2021 im Bereich der 40 bis 50 Dollar verharren werden.

Die Handelschefs glauben zudem, es sei zu früh, um den Öl-Peak vorherzusagen, dieser werde wahrscheinlich nicht vor dem nächsten Jahrzehnt eintreten. Hardy erwies auf eine Prognose der Ölnachfrage der Ölriesen BP, wonach die Nachfrage im Jahr 2030 erheblich niedriger sein solle als jetzt. „Der prognostizierte Nachfragerückgang ist nicht das Szenario, das wir erwarten, es gibt weiterhin Spielraum für die Produzenten, den Markt für die nächsten 10 Jahre und mehr zu steuern“.

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