„Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen.“ Diese berühmte Börsenweisheit stammt wohl von Carl Mayer von Rothschild und bringt gut zum Ausdruck, dass es sich für Anleger oft auszahlt, entgegen der vorherrschenden Stimmungslage zu investieren.

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    Denn ist die Stimmung bereits am Boden, dann sind meist auch schon die Kurse im Keller und es kann eigentlich nur wieder besser werden. Bei ausgelassener Euphorie hingegen hat der Markt oft bereits seinen Höhepunkt erreicht und die Kurse fallen früher oder später wieder.

    In der Tat eignet sich die Stimmung insbesondere der Privatanleger häufig als guter Kontraindikator. In den USA gibt die regelmäßig durchgeführte Umfrage der Vereinigung "The American Association of Individual Investors" (AAII) Aufschluss über die Stimmungslage der Privatanleger.

    Aktuell sind die Privatanleger in den USA so bärisch eingestellt wie seit Februar 2016 nicht mehr, wie die AAII-Umfrage per 21. Februar zeigt. Ganze 47,1 Prozent der befragten Privatanleger rechnen auf Sicht von sechs Monaten mit fallenden Kursen. 27,6 Prozent sind neutral eingestellt, während 25,3 Prozent mit steigenden Kursen rechnen.

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    Im langfristigen Vergleich ist die Stimmungslage damit zwar noch nicht unbedingt als extrem zu bezeichnen, aber könnte trotzdem dafür sprechen, dass nach den kräftigen Kursverlusten seit Anfang Oktober zunächst eine Erholung anstehen könnte.

    Dafür spricht auch ein historischer Vergleich. Darauf weist Jörg Scherer, Leiter Technische Analyse bei HSBC Deutschland, in einem aktuellen Marktkommentar hin. So schreibt Scherer, dass das Stimmungstief im Februar 2016 den "Auftakt zu einem nachhaltigen Hausseimpuls" lieferte, der letztlich bis Januar 2018 anhielt.

    Zwischen Februar 2016 und Januar 2018 legte der S&P 500 um mehr als 45 Prozent zu, wie der folgende Chart zeigt. Sollte sich die Geschichte wiederholen, könnte das aktuelle Stimmungstief der Privatanleger also tatsächlich auf eine bevorstehende Erholung hinweisen.

    S&P 500

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