New York (Godmode-Trader.de) - Ein Gericht in den Niederlanden hat den Öl- und Gaskonzern Royal Dutch Shell am Mittwoch angewiesen, seine Emissionen stärker und schneller als geplant zu senken. Shell müsse den Ausstoß von CO2 bis 2030 um netto 45 Prozent im Vergleich zu 2019 senken, urteilte das Bezirksgerichtin Den Haag und gab damit der Klage von Umweltschützern recht. Noch nie zuvor wurde ein Konzern von einem Richter zu drastischen Klimaschutzmaßnahmen gezwungen. Der Konzern fürchtet nun wirtschaftliche Folgen. Umweltschützer sprachen von einer Zeitenwende. "Das fossile Zeitalter neigt sich dem Ende zu.

Shell hatte argumentiert, dass der Konzern im Falle einer Verurteilung schnell Produktion und Verkauf fossiler Brennstoffe verringern müsse. Dann aber würden ja andere Anbieter in die Bresche springen, und davon hätte das Klima auch nichts. Doch dies wies das Gericht zurück. Man könne schließlich nicht Verantwortung auf andere abschieben. Auch andere Unternehmen hätten schließlich dieselbe Verpflichtung. Und genau hier liegt eine mögliche Folge des Urteils: Klagen gegen andere Unternehmen. Klimaaktivistin Greta Thunberg nannte das Urteil deshalb einen „sehr interessanten Start, das einen großen Schneeball-Effekt haben könnte", schrieb die Schwedin auf Twitter.

Wie sehr die Welt auch die Ankündigung von US-Präsident Joe Biden begrüßte, dem Pariser Abkommen wieder beizutreten: Tatsache ist, dass die nationalen Verpflichtungen zur Senkung der Treibhausgasemissionen insgesamt hinter dem zurückbleiben, was zur Erfüllung des Abkommens notwendig wäre. Wichtige Punkte, wie die Schaffung eines internationalen CO2-Marktes, um einen Preis für Emissionen festzulegen, sind noch ungelöst.

Umweltschützer müssen aber immer noch Rückschläge hinnehmen: Einer der größten australischen Kohleproduzenten hat gerade einen Gerichtsstreit gegen eine Nonne und von Greta Thunberg inspirierte Teenager über eine Minenerweiterung gewonnen. Bidens Justizministerium verteidigt auch die Genehmigung eines gigantischen Conoco-Projekts in Alaska durch seinen Vorgänger Donald Trump vor einem Bundesgericht. Abgesehen davon besteht kein Zweifel mehr daran, dass der öffentliche und institutionelle Druck eine Dynamik für politische Veränderungen erzeugt.