• Kreuzfahrtwerte nach Bidens Impf-Ankündigung gesucht
    • US-Handelsbilanzdefizit weitet sich aus
    • Pkw-Markt wächst kräftig
    • Daimler steigert Absatz deutlich
    • Amazon befürwortet höhere Unternehmenssteuer
    • Grenke: Neugeschäft sinkt deutlich
    • DAX: Impulsloser Handel nach gestrigem Rekordhoch
    • Ryanair wegen EU-Impffortschritt pessimistischer
    • Shop Apotheke wächst weiter kräftig
    • Synlab plant Börsengang
    • Facebook-Datenleak: Irische Datenschutzbehörde ermittelt
    • Samsung Electronics erwartet deutliches Gewinnplus

    DAX & Wall Street

    • Nach einem neuen Rekordhoch am Vortag tendierte der DAX am Mittwoch in einem relativ impulslosen Handel seitwärts und verlor per Xetra-Schlusskurs 0,24 Prozent auf 15.176,36 Punkte. Nach dem langen Osterwochenende hatte der Index ein neues Allzeithoch bei 15.311,86 Punkten markiert, war anschließend aber wieder zurückgefallen. Am Abend könnte die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der US-Notenbank Fed für neue Impulse sorgen. Vor allem wegen des starken Anstiegs der Anleiherenditen seit Jahresbeginn steht die Geldpolitik der US-Notenbank wieder stärker im Fokus.
    • Der S&P 500 konnte heute ein neues Rekordhoch herausschinden und beendete den Tag nach einer engen Trading-Session 0,2 Prozent höher. Laut Jamie Dimon, dem CEO von JPMorgan, könnte der Aufschwung bis 2023 anhalten, allerdings bestehe die Möglichkeit, dass sich die Inflation nicht als nur temporärer Trend herausstellen könnte. Auch ein Einwurf von Robert Kaplan sorgte für Aufmerksamkeit: Nach Meinung des Chefs der Dallas Fed, könnte die Fed mit der Rücknahme von Stimuli beginnen, wenn die Pandemie überwunden werde. Bei den wirtschaftlichen Fundamentaldaten stach das sehr starke Wachstum der US-Verbraucherkredite hervor. Vor allem die Rückkehr zur Nutzung von Kreditkarten dürfte Ökonomen optimistisch stimmen.

    US-Notenbank sieht keine schnelle Normalisierung

    • Die US-Notenbank rechnet nicht mit einer schnellen Normalisierung ihrer Geldpolitik. Es brauche wahrscheinlich einige Zeit, bis es zu substanziellen Fortschritten komme, heißt es in dem am Abend veröffentlichten Sitzungsprotokoll. Die Wirtschaft bleibe weit von ihren langfristigen Zielen entfernt. Die Gesundheitskrise stelle weiter ein bedeutsames Risiko dar. Zugleich will sich die Fed alle Möglichkeiten offen halten und nicht zu sehr durch eigene Prognosen einengen. So äußert die Fed im Protokoll die Hoffnung, dass ihre Guidance zur künftigen Geldpolitik nicht häufig angepasst werden müsse. Die gestiegenen Renditen reflektieren laut Fed den verbesserten wirtschaftlichen Ausblick.

    Unternehmen & Branchen

    • Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf hat im ersten Quartal einen deutlichen Umsatzanstieg verbucht. Nach vorläufigen Angaben legten die Erlöse organisch um 6,3 Prozent auf 1,945 Milliarden Euro zu, was nach Angaben von Beiersdorf über den Markterwartungen lag. Informationen zum Gewinn veröffentlichte Beiersdorf nicht. Im Gesamtjahr rechnet Beiersdorf weiterhin mit einem Umsatzwachstum. Die EBIT-Marge soll auf dem Vorjahresniveau (12,9 Prozent erwartet).
    • Die Ankündigung von US-Präsident Joe Biden, wonach jeder erwachsene US-Amerikaner ab 18. April einen Impftermin vereinbaren kann, beflügeln heute die Kreuzfahrtwerte. Die Aktien von Royal Caribbean Cruises, Norwegian Cruise Line und Carnival legten alle um mehr als zweieinhalb Prozent zu. Carnival teilte unterdessen mit, dass die Cash-Burn-Rate im ersten Quartal niedriger als erwartet ausgefallen sei, weil man weitere Möglichkeiten zur Reduzierung der Ausgaben gefunden habe. Carnival sieht im ersten Quartal einen Nettoverlust von 2 Milliarden Dollar. Das Buchungs-Volumen stieg im entsprechenden Zeitraum zum Vorquartal um etwa 90 Prozent.
    • Der US-Impfstoffhersteller Moderna hat Medienberichte über angebliche Verzögerungen bei Impfstofflieferungen in Europa zurückgewiesen. Man werde sämtliche Liefervereinbarungen mit der EU und den einzelnen Mitgliedsstaaten einhalten, hieß es.
    • Die US-Großbank Morgan Stanley hat offenbar in der Nacht vor dem Zusammenbruch von Archegos Capital Aktienpositionen des Family Offices im Volumen von fünf Milliarden Dollar verkauft, wie der US-Finanzsender CNBC berichtet. Die Aktien seien anderen Hedgefonds mit einem Abschlag angeboten worden. Archegos habe dem Schritt zugestimmt. Goldman Sachs und Morgan Stanley hatten auf den Zusammenbruch von Archegos Capital offenbar deutlich schneller reagiert als Credit Suisse und Nomura und konnten auch deshalb ihre Verluste geringer halten.
    • Der Onlinehändler Amazon befürwortet den Infrastrukturplan von US-Präsident Joe Biden und lehnt in diesem Zusammenhang auch eine geplante Steuererhöhung nicht ab. "Wir unterstützen eine Erhöhung des Unternehmenssteuersatzes", schrieb Amazon-Chef Jeff Bezos auf dem offiziellen Firmenblog von Amazon. Wichtig sei eine Lösung, die die Wettbewerbsfähigkeit der USA erhalte oder verbessere.
    • Der Autobauer Daimler hat im ersten Quartal deutlich mehr Fahrzeuge an die Kunden ausgeliefert als im Vorjahr. Insgesamt erhöhten sich die Auslieferungen um 21,8 Prozent auf 667.327 Fahrzeuge, wie Daimler am Mittwoch mitteilte. In der Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars wurde ein Anstieg um 22,3 Prozent auf 590.999 Pkw verzeichnet. Besonders stark legte der Absatz des Kleinwagen Smart zu (65,9 Prozent auf 9.729 Fahrzeuge). Im größten Markt China legten die Pkw-Auslieferungen stark um 60,1 Prozent zu, während auf dem Heimatmarkt Deutschland im ersten Quartal 15,4 Prozent weniger Pkw als im Vorjahr ausgeliefert wurden.
    • Der wegen angeblicher Bilanzmanipulationen beschuldigte Leasinganbieter Grenke hat im ersten Quartal auch wegen der Corona-Pandemie einen deutlichen Einbruch beim Neugeschäft verbucht. Das Leasing-Neugeschäft sank im Jahresvergleich um gut 46 Prozent auf rund 366 Millionen Euro, während im Bereich Factoring das Neugeschäft um 9,5 Prozent auf 155,4 Millionen Euro abnahm. Das Unternehmen erwartet einen Abschluss der laufenden Sonderprüfungen im Zusammmenhang mit den Manipulationsvorwürfen und das Testat des Jahresabschlusses in den kommenden Wochen.
    • Der deutsche Pkw-Markt ist im März kräftig gewachsen. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich der Pkw-Absatz um 35,9 Prozent auf 292.349 Fahrzeuge, wie das Kraftfahrtbundesamt mitteilte. Die deutschen Marken konnten alle ein starkes Wachstum verzeichnen, so legte der Absatz bei Volkswagen um 39 Prozent, bei Mercedes um 36,1 Prozent und bei BMW um 17 Prozent zu.
    • Der irische Billigflieger Ryanair rechnet im gerade beendeten Geschäftsjahr mit einem etwas geringeren Verlust als bisher. Statt einem Minus von 850 bis 950 Millionen Euro wie bisher erwartet rechnet das Unternehmen jetzt mit einem Verlust von 800 bis 850 Millionen Euro, wie Ryanair am Mittwoch mitteilte. Für das laufende Jahr ist das Unternehmen wegen der langsamen Impfkampagne in Europa allerdings weniger optimistisch als bisher. So soll das Passagieraufkommen nur noch am unteren Ende der bisher genannten Prognosespanne von 80 bis 120 Millionen Fluggästen liegen. Zu einer genauen Gewinnprognose sieht sich das Unternehmen derzeit allerdings nicht in der Lage und rechnet mit einem Ergebnis nahe der Gewinnschwelle.
    • Die Online-Apotheke Shop Apotheke ist im ersten Quartal 2021 nach vorläufigen Umsatzzahlen weiter kräftig gewachsen. Die Umsatzerlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 22,5 Prozent auf 284 Millionen Euro zu, wie das im MDax gelistete Unternehmen am Morgen mitteilte. Die Zahl der aktiven Kunden legte um 1,8 Millionen auf 6,8 Millionen zu. Für das Gesamtjahr strebt das Unternehmen ein organisches Umsatzplus von 20 Prozent oder mehr und eine bereinigte EBITDA-Marge von 2,3 bis 2,8 Prozent an. Die endgültigen Zahlen für das erste Quartal werden am 6. Mai veröffentlicht.
    • Der Labordienstleister Synlab plat einen Börsengang im Regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Börse. Der erste Handelstag soll abhängig vom Marktumfeld voraussichtlich im zweiten Quartal anstehen, wie das Unternehmen ankündigte. Im Rahmen des Börsengangs sollen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung und Anteile aus dem Bestand der Altaktionäre platziert werden. Es wird ein Bruttoerlös von rund 400 Millionen Euro angestrebt. Der Emissionserlös soll zur Schuldenfinanzierung und dem Schuldenabbau verwendet werden.
    • Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung Electronics hat im ersten Quartal von gestiegenen Smartphone-Verkäufen profitiert und rechnet mit einem deutlichen Anstieg des operativen Gewinns um voraussichtlich 44,2 Prozent auf 9,3 Billionen Won (7 Milliarden Euro) gegenüber dem Vorjahrsjahresquartal. Der Umsatz um 17,5 Prozent auf 65 Billionen Won (rund 49 Milliarden Euro) zugelegt haben.
    • Nach der Veröffentlichung der Nutzerdaten von 533 Millionen Facebook-Usern durch Hacker im Internet hat die irische Datenschutzbehörde Ermittlungen eingeleitet. Neben E-Mail-Adressen und Telefonnummern waren auch das Geburtsdatum und Wohnort der User veröffentlicht worden. Wie Facebook betonte, handelte es sich allerdings um alte Daten, die bereits vor 2019 abgerufen wurden, bevor Facebook eine technische Möglichkeit zum massenhaften Abruf von Daten dichtgemacht hatte.

    Politik & Konjunktur

    • Die US-Notenbank rechnet nicht mit einer schnellen Normalisierung ihrer Geldpolitik. Es brauche wahrscheinlich einige Zeit, bis es zu substanziellen Fortschritten komme, heißt es in dem am Abend veröffentlichten Sitzungsprotokoll. Die Wirtschaft bleibe weit von ihren langfristigen Zielen entfernt. Die Gesundheitskrise stelle weiter ein bedeutsames Risiko dar. Zugleich will sich die Fed alle Möglichkeiten offen halten und nicht zu sehr durch eigene Prognosen einengen. So äußert die Fed im Protokoll die Hoffnung, dass ihre Guidance zur künftigen Geldpolitik nicht häufig angepasst werden müsse. Die gestiegenen Renditen reflektieren laut Fed den verbesserten wirtschaftlichen Ausblick.
    • Das US-Handelsbilanzdefizit hat sich im Februar ausgeweitet. Das Defizit belief sich auf 71,1 Milliarden Dollar, nach einem Defizit von 67,8 Milliarden Dollar im Vormonat. Die Beobachter hatten mit einem Defizit von 70,5 Milliarden Dollar gerechnet. Das Volumen der Exporte ging gegenüber dem Vormonat von 191,9 Milliarden Dollar auf 187,3 Milliarden Dollar zurück, während das Volumen der Importe von 260,2 auf 258,3 Milliarden Dollar sank.
    • Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) begrüßt die Zustimmung der USA zu einer internationalen Neuordnung der Unternehmenssteuern. Die G20-Staaten sollten nun alles daran setzen, "die Reform bis Mitte des Jahres durchs Ziel zu bringen", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. US-Finanzministerin Janet Yellen hatte zuvor eine Zustimmung der USA zu einer weltweiten Mindeststeuer für Unternehmen signalisiert.
    • Die Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA und China spitzen sich weiter zu und wirken sich inzwischen auch auf den Sport aus. China hat Forderungen aus den USA nach einem möglichen Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking wegen Menschenrechtsverletzungen scharf kritisiert. "Die Politisierung des Sports läuft der olympischen Charta zuwider, schadet den Interessen aller Sportler und der internationalen olympischen Bewegung", sagte Außenamtssprecher Zhao Lijian in Peking. Zuvor hatte das US-Außenministerium angekündigt, mit Verbündeten über einen möglichen Boykott sprechen zu wollen.
    • Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland ist im März nach Schätzungen des ifo-Instituts auf 2,7 Millionen Menschen gesunken, von revidiert 2,9 Millionen (zuvor 2,8 Millionen) im Februar.
    • Die Stimmung der Einkaufsmanager im deutschen und europäischen Dienstleistungssektor hat sich im März etwas stärker aufgehellt als zunächst gemeldet. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor in Deutschland lag im März nach endgültigen Angaben bei 51,5 Punkten, nach vorläufig gemeldeten 50,8 Zählern und einem Wert von 45,7 Punkten im Vormonat. In der Eurozone stieg der Index von 45,7 Punkten im Februar auf 49,6 Punkte im März, nachdem vorläufig 48,8 Punkte gemeldet wurden. Der Composite-Index für die gesamte Privatwirtschaft, der neben dem Dienstleistungssektor auch die bereits zuvor gemeldeten Daten für die Industrie enthält, verbesserte sich in Deutschland von einem vorläufig gemeldeten Wert für März von 56,8 auf 57,3 und für die Eurozone von 52,5 auf 53,2 Punkte.
    • In den USA sollen bereits in weniger als zwei Wochen alle Erwachsenen einen Termin für eine Corona-Impfung vereinbaren können. "Vom 19. April an ist jeder Erwachsene in jedem Staat, jeder Erwachsene in diesem Land berechtigt, sich in die Schlange zu stellen, um eine Corona-Impfung zu bekommen", kündigte US-Präsident Joe Biden an. Wegen einer klügeren Einkaufspolitik haben die Massenimpfungen in den USA deutlich größere Fortschritte gemacht als in Europa.

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