Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers (Healthineers) ist aus Sicht der Privatbank Berenberg bereits jetzt ein stark aufgestelltes Unternehmen, dürfte nach der Übernahme von Varian (die im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen sein soll) aber zum regelrechten Kraftpaket in der Medizintechnik erwachsen.

Siemens Healthineers weise eine weltweit führende Position in den Bereichen Bildgebung (CT, Röntgen, MRT) und neuartige Therapien (interventionelle Bildgebung) auf. Die Bereiche machten über 70 Prozent des Umsatzes und 85 Prozent des Gewinns in einem Jahr aus. Obwohl das Unternehmen in diesen Bereichen der größte Anbieter sei, wachse es in seiner Peer Group am schnellsten und erziele dabei die stärksten Margen. „Wir sind zuversichtlich, dass sich diese Dynamik fortsetzen wird“, schrieb Berenberg-Analyst Scott Bardo in einer aktuellen Studie.

Im Bereich Diagnostik (30 Prozent des Umsatzes) hat das Unternehmen aus Sicht von Berenberg hingegen bei Wachstum und Profitabilität zu kämpfen. „Wir glauben jedoch, dass seine neue Plattform Atellica an Zugkraft gewinnt und mittelfristig eine deutliche Erholung bewirken wird“, so Analyst Bardo. Im Jahr 2021 werde die Erholung durch den Umsatz mit dem Covid-19-Antigentest beschleunigt, der den prognostizierten Umsatzbeitrag von 100 Mio. Prozent deutlich übersteigen werde, ist der Experte überzeugt.

Die Übernahme von Varian könnte aus Sicht von Berenberg zum Game-Changer reüssieren: Varian sei Marktführer in der Strahlentherapie. „Wir glauben, dass das Unternehmen unter Healthineers die Möglichkeit hat, die Krebsbehandlung zu optimieren, indem es den Zugang zu einer Strahlentherapie erleichtert und neue Innovationen auf den Markt bringt“, schreibt Bardo. Es gebe hierbei eine besonders große Chance, die Effizienz von Krankenhäusern mit einheitlichen Serviceangeboten und leistungsstarker Softwareintegration zu steigern. „Wir erwarten, dass Varian im Jahr 2022 eine Umsatz- und EBIT-Steigerung von 20 bzw. 22 Prozent erzielen wird“.

Der Grad der bereinigten EPS-Steigerung werde von der gewählten Kapitalstruktur abhängen und erst nach der Hauptversammlung am 12. Februar feststehen, erklärt Analyst Bardo. Bei einer reinen Fremdkapitalfinanzierung ab diesem Zeitpunkt erwartet Berenberg eine EPS-Steigerung von 21 Prozent bis 2025e. Wenn der Konzern weitere 75 Mio. Aktien ausgebe, deute dies auf einen 15 prozentigen EPS-Zuwachs bis 2025 hin (3,4x Leverage).

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Siemens Healthineers AG