• ISM-Einkaufsmanagerindex über den Erwartungen
    • Nordex-Aktie explodiert wegen möglichem RWE-Deal
    • Marathon Oil verkauft Tankstellenkette
    • Chinas Notenbank signalisiert mögliche Lockerung
    • Einkaufsmanager werden optimistischer
    • Varta erzielt Einigung mit Samsung
    • MTU verbucht deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang
    • Siemens Healthineers plant Milliardenübernahme
    • Microsoft hält an TikTok-Plänen fest
    • China: Einkaufsmanagerindex über den Erwartungen
    • Fitch droht mit US-Herabstufung

    Märkte

    • Unerwartet gute Wirtschaftsdaten aus China, Europa und den USA haben dem deutschen Aktienmarkt am Montag Auftrieb gegeben. Der DAX beendete den Xetra-Handel mit einem Plus von 2,71 Prozent auf 12.646,98 Punkte. Die am Montag veröffentlichten Industrie-Einkaufsmanagerindizes fielen insgesamt deutlich besser aus als erwartet, so auch der Nachmittag veröffentlichte ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA. In der deutschen und europäischen Industrie haben sich die Aussichten ebenfalls deutlich aufgehellt, ebenso wie in China. Die chinesische Notenbank teilte unterdessen am Montag mit, dass man die Geldpolitik flexibler und gezielter gestalten wolle. Dies könnte eine weitere mögliche Lockerung der Geldpolitik signalisieren.
    • An der US-Technologiebörse Nasdaq sind die beiden Indizes Nasdaq 100 und Nasdaq Composite am Montag auf neue Rekordstände geklettert. In der Woche zuvor hatten die Technologiekonzerne Apple, Amazon und Facebook, die ein starkes Gewicht in beiden Indizes haben, unerwartet gute Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. In der Folge kletterten die Aktien von Apple und Facebook auf neue Rekordstände. Apple konnte am Montag erneut ein neues Allzeithoch markieren und kommt inzwischen auf einen Börsenwert von 1,9 Billionen Dollar, womit Apple nun auch den saudischen Ölkonzern Saudi Aramco als wertvollstes Unternehmen der Welt entthront hat.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmensnachrichten

    • Der Umsatz von Metro hat sich im dritten Geschäftsquartal zum Vorjahr um 17,5 Prozent auf 5,57 Milliarden Euro verringert. Das bereinigte Ebitda lag bei 175 Millionen Euro. Zu Beginn des vierten Quartals habe sich der Konzernumsatz weiter erholt. Im Juli habe die Mehrheit der Länder das Umsatzniveau des Vorjahres wieder erreicht oder liege sogar darüber, so das Unternehmen. Alle Segmente weisen im vierten Quartal eine starke Trendverbesserung im Vergleich zur Q3-Entwicklung auf. Für das Gesamtjahr hat der Konzern außerdem einen neuen Ausblick veröffentlicht, wonach der Umsatz um 3,5 bis 5 Prozent und der bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen zum Vorjahr um 200 bis 250 Millionen Euro sinken soll.
    • Hans-Jörg Vetter ist zum neuen Vorsitzenden des Commerzbank-Aufsichtsrates gewählt worden. Der Präsidial- und Nominierungsausschuss hatte zuvor Vetter vorgeschlagen, während der Finanzinvestor Cerberus sich gegen Vetter ausgesprochen hatte. Nach scharfer Kritik von Cerberus hatten die Spitze von Vorstand und Aufsichtsrat ihren Rückzug angekündigt. Vetter war von 2009 bis 2016 Vorstandschef der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und gilt als Experte für die Bankensanierung. Vetter muss noch gerichtlich bestellt werden, da er bisher nicht Mitglied des Commerzbank-Aufsichtsrates war.
    • Das US-Erdölunternehmen Marathon Petroleum will seine Tankstellenkette Speedway an die Eigner der Convenience-Store-Kette 7-Eleven für 21 Milliarden Dollar verkaufen. Wie das Unternehmen ebenfalls mitteilte, lag das bereinigte Ergebnis je Aktie im zweiten Quartal bei minus 1,33 Dollar, womit die Erwartungen von minus 1,75 Dollar übertroffen wurden. Der Umsatz lag mit 15,2 Milliarden Dollar unter den Erwartungen von 18,88 Milliarden Dollar.
    • Die Beteiligungsgesellschaft Indus Holding traut sich wieder eine Prognose zu und stellt für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz von 1,45 bis 1,6 Milliarden Euro und einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von null bis 20 Millionen Euro in Aussicht. Wegen der Corona-Krise hatte Indus die vorherige Prognose Anfang Mai kassiert. Im ersten Halbjahr rutschte das Unternehmen operativ in die Verlustzone und verbuchte auf EBIT-Ebene einen Fehlbetrag von 18,3 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 66,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging von 876,5 auf 774,2 Millionen Euro zurück.
    • Gegen den iPhone-Hersteller Apple ist vom chinesischen Unternehmen Shanghai Zhizhen Network Technology Co. eine Patentklage in China eingereicht worden. Das chinesische Unternehmen fordert 1,43 Milliarden Dollar von Apple im Zusammenhang mit einem Patent für die Spracherkennung bei intelligenten Lautsprechern.
    • Der Windenergieanlagenbauer Nordex will europaweite Wind-und Solarprojekte für rund 400 Millionen Euro an den Energieriesen RWE verkaufen. Insgesamt umfasse die geplante Transaktion eigenentwickelte Projekte mit einem Volumen von 2,7 GW, wie Nordex mitteilte. Mit rund 1,8 GW liegt der Fokus auf Windenergieprojekten verschiedener Reifestufen in Frankreich. Das Portfolio in Frankreich umfasst auch Photovoltaik-Projekte im Volumen von 0,1 GW. Die Nordex Group als potenzielle Verkäuferin und RWE haben einen entsprechenden Vertrag über eine Verkaufsoption unterzeichnet. Der Kaufpreis beträgt rund 402,5 Millionen Euro. Die Nordex-Aktien konnten nach Ankündigung des möglichen Deals zeitweise um mehr als 20 Prozent zulegen.
    • Der Batteriehersteller Varta hat einen Patentstreit mit dem koreanischen Elektronikkonzern Samsung beigelegt. Man bleibe in den kommenden Jahren der Hauptlieferant für wiederaufladbare Batterien der Headsets von Samsung, teilte Varta mit. Die Varta-Aktien konnten von der Nachricht deutlich profitieren und notierten am Vormittag rund 6,7 Prozent im Plus.
    • Der US-Finanzinvestor Cerberus hat sich gegen eine Wahl des ehemaligen LBBW-Chefs Hans-Jörg Vetter zum neuen Commerzbank-Aufsichtsratschef ausgesprochen. "Wir haben ernsthafte Zweifel, dass Hans-Jörg Vetter die richtige Person für diese Aufgabe ist und über die richtige Erfahrung hierfür verfügt", schrieb Cerberus vor einer mit Spannung erwarteten Sitzung des Aufsichtsrats am Montag an die Aufsichtsräte. Cerberus selbst habe "mindestens zwei Kandidaten identifiziert, die die notwendigen Qualifikationen haben, um die Rolle des Vorsitzenden zu besetzen und die aller Vermutung nach auch das Vertrauen aller wichtigen Interessengruppen genießen würden", heißt es. Namen nannte Cerberus allerdings nicht. Sowohl Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann als auch Vorstandschef Martin Zielke räumen auf Druck von Cerberus hin ihren Posten.
    • Der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines hat im zweiten Quartal angesichts der Corona-Pandemie einen deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang verbucht. Der Umsatz sank von 1,112 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf 776,1 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mogen mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern ging von 177,6 auf 42,4 Millionen Euro zurück, während der Gewinn unter dem Strich um 87 Prozent auf gut 13 Millionen Euro einbrach. Beim Umsatz hatten die Analysten einen noch stärkeren Rückgang erwartet, während der operative Gewinn unter den Erwartungen lag.
    • Das Biotechnologieunternehmen MorphoSys hat eine Teilzulassung der US-Gesundheitsbehörde für Monjuvi (Tafasitamab-CXIX) bei erwachsenen Patienten zur Behandlung eines nicht anderweitig spezifizierten rezidiviertem oder refraktärem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) erhalten. Monjuvi soll in Kürze in den USA erhältlich sein. Morphosys vermarktet Monjuvi gemeinsam mit Partner Incyte.
    • Der Automobil- und Industriezulieferer Stabilus hat eine neue Prognose für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr 2019/2020 veröffentlicht und rechet nun mit einem Umsatz von rund 800 Millionen Euro und einer bereinigten EBIT-Marge von etwa 11 Prozent. Vor der Pandemie hatte das Unternehmen noch einen Umsatz von 970 bis 990 Millionen Euro und eine EBIT-Marge von 15 Prozent in Aussicht gestellt. Die Prognose war dann Mitte März zurückgezogen worden. Wie bereits beannt war der Umsatz im dritten Geschäftsquartal um 39 Prozent auf 147 Millionen Euro und das bereinigte EBIT von 37,1 im Vorjahr auf 5,7 Millionen Euro eingebrochen.
    • Der Finanzdienstleister Hypoport hat seine Jahresprognose bestätigt und rechnet im Gesamtjahr weiter mit einem Umsatzanstieg auf 400 bis 440 Millionen Euro und einem Anstieg beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 35 bis 40 Millionen Euro. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 88,8 Millionen Euro, während das EBIT angesichts der Corona-Krise um 16 Prozent auf 6,6 Millionen Euro sank. Das Konzernergebnis ging von 5,8 auf 4,4 Millionen Euro zurück.
    • Das Medizintechnikunternehmen Siemens Healthineers plant eine Milliardenübernahme in den USA. Wie das Unternehmen am Sonntag mitteilte, soll das US-Unternehmen Varian Medical Systems für 16,4 Milliarden Dollar übernommen werden. Varian hat sich auf Systeme für die Strahlenbehandlung in der Krebstherapie spezialisiert. Varian und der Mutterkonzern Siemens befürworten die Übernahme, die Varian-Aktionäre, die 177,50 Dollar je Aktie und damit rund ein Viertel mehr im Vergleich zum Schlusskurs vom Freitagabend erhalten sollen, müssen dem Deal aber noch zustimmen. Die Übernahme soll in der ersten Jahreshälfte 2021 abgeschlossen werden und steht unter Vorbehalt der Zustimmung der Regulierungsbehörden. Der Erwerb von Varian soll bereits innerhalb der ersten 12 Monate nach seinem Vollzug einen positiven Effekt auf das bereinigte unverwässerte Ergebnis je Aktie von Siemens Healthineers haben. Siemens Healthineers strebt nach Vollzug des Erwerbs EBIT-Synergien von mindestens EUR 300 Millionen per annum im Geschäftsjahr 2025 an. Die Synergien setzen sich aus Umsatz- und Kostensynergien zusammen, von denen die Umsatzsynergien im Laufe der Zeit voraussichtlich einen wesentlichen Teil ausmachen werden. Siemens Healthineers will den Kauf durch eine Kombination von Fremd- und Eigenkapital finanzieren. Der Mutterkonzern Siemens will zunächst einen Brückenkredit in Höhe von 15,2 Milliarden Euro bereitstellen, der anschließend bis zu etwa 50 Prozent durch Erlöse aus einer Kapitalerhöhung ersetzt werden soll. Im zweiten Quartal verbuchte Siemens Healthineers einen leichten Umsatz- und Gewinnrückgang. So sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 3,57 auf 3,31 Milliarden Euro, während der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern von 539 auf 461 Millionen Euro und der Nettogewinn von 353 auf 271 Millionen Euro zurückgingen.
    • Der US-Technologiekonzern Microsoft will offenbar doch an Plänen festhalten, das US-Geschäft der chinesischen Video-App TikTok zu erwerben. Am Wochenende hatte es zunächst noch geheißen, US-Präsident Trump sei gegen eine solche Übernahme und wolle TikTok in den USA verbieten. Nach einem Telefonat des Microsoft-CEOs Satya Nadella mit Trump teilte Microsoft aber mit, an den Plänen festhalten zu wollen. Neben dem US-Geschäft geht es in den Verhandlungen auch um einen Kauf der App in Australien, Neuseeland und Kanada.

    Konjunktur & Politik

    • Die Stimmung in der US-Industrie hat sich im Juli stärker aufgehellt als erwartet. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg von 52,6 Punkten im Vormonat auf 54,2 Zähler. Erwartet wurde nur ein schwächerer Anstieg auf 53,6 Punkte.
    • Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie ist nach endgültigen Angaben von 49,8 Punkten im Vormonat auf 50,9 Zähler im Juli gestiegen. Vorläufig war noch ein etwas höherer Wert von 51,3 Punkten ermittelt worden.
    • Chinas Notenbank hat eine weitere mögliche Lockerung ihrer Geldpolitik signalisiert. Man wolle die Geldpolitik im zweiten Halbjahr 2020 flexibler und gezielter gestalten, teilte die People's Bank of China auf ihrer Internetseite mit. Zudem wolle man die Internationalisierung des Yuan aktiv und kontinuierlich vorantreiben, heißt es.
    • Die Aussichten in der Industrie haben sich im Juli sowohl in Deutschland als auch in der Eurozone aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone stieg nach endgültigen Angaben auf 51,8 Punkte, von 47,4 Punkten im Vormonat. Damit kletterte der Index wieder über die Schwelle von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Vorläufig war für Juli noch ein Punktestand von 51,1 Zählern ermittelt worden. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland kletterte nach endgültigen Angaben auf 51,0 Punkte, von 45,2 Zählern im Vormonat. Vorläufig waren 50,0 Punkte ermittelt worden.
    • Die Stimmung in der chinesischen Industrie hat sich im Juli weiter aufgehellt. Der Caixin-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg von 51,2 Punkten im Juni auf 52,8 Punkte im Juli. Damit wurde der stärkste Anstieg seit dem Jahr 2011 verzeichnet. Erwartet wurde nur ein deutlich weniger starker Anstieg auf 51,1 Punkte. Der Index befindet sich bereits den dritten Monat in Folge wieder über der Wachstumsschwelle von 50 Punkte.
    • In Japan ist das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal nach endgültigen Angaben um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Erwartet wurde ein BIP-Minus von 0,7 Prozent, nachdem die Wirtschaft revidierten Angaben zufolge im ersten Quartal ebenfalls um 0,6 Prozent geschrumpft war. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ist unterdessen endgültigen Angaben zufolge auf 45,2 Punkte gestiegen. Erwartet wurden 42,6 Punkte, nach 40,1 Punkten im Vormonat.
    • Die Ratingagentur Fitch droht wegen der anhaltenden Verschlechterung der US-Staatsfinanzen und einem fehlenden fiskalpolitischen Plan zum Abbau des Defizits mit einer Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit. Zwar bestätigte Fitch am Freitagabend das Top-Rating AAA der USA, zugleich wurde aber der Ausblick für die Kreditwürdigkeit von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Damit droht eine Abstufung.

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