**Hinweis: Andreas Hoose ist im wohlverdienten Urlaub!
Dieser Artikel stammt aus dem Archiv vom Juni 2011**

Ein Bekannter hatte mich kürzlich angerufen und sichtlich nervös gefragt, wann er denn endlich Silbermünzen kaufen könne. Der Silberpreis stand knapp unterhalb von 50 US-Dollar und der Trend schien sich sogar noch beschleunigen zu wollen.

Ich hatte meinem Bekannten geraten, erst dann größere Mengen zu kaufen, wenn er eigentlich gar nicht mehr kaufen möchte, und zwar vor lauter Angst. Wie das, hat er mich gefragt. Sehr einfach, war meine Antwort:

An der Börse ist man gut beraten, die eigenen Emotionen draußen zu lassen. Zu schnell fällt man sonst immer wieder auf die Nase, weil man einsteigt, wenn man es eigentlich besser lassen sollte – und wieder rausgeht, wenn man eigentlich kaufen muss. Es ist das alte Spiel aus Gier und Angst, oder um es mit Altmeister Warren Buffett zu sagen: „Werde gierig, wenn andere ängstlich sind, und ängstlich, wenn andere gierig werden“

Mein Bekannter konnte mit diesem Rat leider nichts anfangen und ist mit einer großen Summe in den physischen Silber-Markt eingestiegen. Besser jetzt als später, so sein Argument. Ein Einstieg bei 48 US-Dollar, in der Nähe des historischen Hochs mag langfristig durchaus in Ordnung sein – kurzfristig ist das jedoch mehr als ärgerlich.

Ja, es ist ein Kreuz mit der antizyklischen Vorgehensweise: In der Theorie hört sich das alles so einfach an. Doch in der Praxis scheitern die meisten Menschen an ihrem eigenen Nervenkostüm. Deshalb gibt es auch so wenige wirklich antizyklisch vorgehende Anleger – es entspricht eben nicht unserer Mentalität, nicht mit der Masse zu gehen.

Natürlich hat die jüngste Ausverkaufswelle beim Silber auch ihre positiven Seiten, theoretisch zumindest: Im Prinzip könnten jetzt nämlich all jene zugreifen, die bislang untätig an der Seitenlinie herumgestanden haben. Und all jene, die schon längere Zeit dabei sind, könnten nachkaufen. Wie gesagt, im Prinzip.

Denn da haben wir schon das nächste Problem. Wie mein Kollege Harald Weygand am Donnerstag geschrieben hat, wird die Redaktion derzeit mit Anfragen von besorgten Lesern überhäuft, die physisches Silber verkaufen möchten.

http://www.godmode-trader.de/nachricht/SILBER-Verkaufspanik-pur-Crash-wie-1980-Silber,a2533124,b71.html

Da ist es also schon wieder, das Herdensyndrom. Bei acht oder zehn US-Dollar wollte niemand Silber haben, das war erst vor zweieinhalb Jahren. Bei 50 US-Dollar prügeln sich die Leute darum - nur um es bei 35 US-Dollar schleunigst wieder loswerden zu können.

Wobei man jetzt fraglos nichts überstürzen muss: Draußen naht der Sommer, und in dieser Zeit haben es nicht nur die Edelmetalle traditionell besonders schwer. Daher ist die Einschätzung meines Kollegen, bei Kommentaren zu den Rohstoffen erst einmal Zurückhaltung zu üben, ein weiser Entschluss, den auch einige unserer Leser beherzigen sollten: Hier wird man jetzt erst einmal nichts verpassen.

Was das Silber angeht: Die nächste wichtige Haltezone wartet im Bereich von 30 US-Dollar. In dieser Gegend verläuft aktuell auch der langfristig bedeutende 200-Tage-Durchschnitt. So lange dieser nicht unterschritten wird, ist der Hausse-Trend beim Silber intakt.

Aber die jüngsten Turbulenzen machen natürlich eines klar: Silber war noch nie ein Investment für schwache Nerven. Das wird auch in Zukunft so sein. Herdentiere sollten sich daher besser woanders umsehen: Denn bei tiefen Kursen raus und bei hohen Kursen wieder rein, das wird beim Silber auf Dauer besonders teuer.

Wie wir die Börsenlage einschätzen und was wir unseren Lesern raten, das lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die vor wenigen Tagen erschienen ist.

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de