• Silber - Kürzel: XAG/USD - ISIN: XC0009653103
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 27,60500 $/oz.

Wieso der Preis von Silber und Gold steigt, wissen wir alle. Notenbanken drucken Geld und im Gegensatz zur Finanzkrise fließt dieses Geld teilweise auch in die Realwirtschaft. Noch nie haben Staaten in Friedenszeiten so hohe Defizite angehäuft. Je nachdem wie groß das nächste Hilfspaket der US-Regierung ausfällt, kann man von einer Verdopplung der sonst üblichen jährlichen Ausgaben sprechen. Eine Verdopplung der Staatsausgaben bleibt nicht ohne Folgen. In den USA und einigen anderen Ländern erhalten Bürger stattliche Geldgeschenke und geben einen Großteil dieses Geldes auch aus. Viele befürchten daher einen Inflationsanstieg. Nach der Finanzkrise kam es nie zum befürchteten Inflationsanstieg. Da diesmal das Geld an Konsumenten fließt, könnte das anders sein. Und auch die Größenordnung ist heute eine andere als damals. Das US-Konjunkturprogramm lag damals bei 780 Mrd. Das wirkte aus damalige Sicht gigantisch. Aus heutiger Sicht ist das fast schon peinlich. Bisher sind 3 Billionen bereits ausgezahlt oder schon versprochen worden. Es dürften noch einmal mindestens 1.000 Mrd. folgen, vielleicht sogar 1,5 Billionen. Das alles überzeugt viele davon, dass es diesmal zu der Inflation kommt, die man nach der Finanzkrise befürchtete, aber nie kam.

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Silber

Persönlich bin ich da skeptisch. Die Staatsausgaben sind heute sehr viel höher als damals. Dafür sind die Einkommen auch wesentlich schneller und stärker gesunken. Damals schrumpfte die Wirtschaft innerhalb von vier Quartalen um 4 %. Heute ist die Wirtschaft um 11 % in zwei Quartalen geschrumpft.


Die Geldmenge ist heute größer als 2008/09, dafür ist auch der Konjunktureinbruch eine ganz andere Hausnummer. Unterm Strich sind die hohen Summen der Situation angemessen und dürften langfristig wieder nicht für einen nachhaltigen Inflationsanstieg führen. Stattdessen wird es einen kurzlebigen Rebound geben, der vermutlich Mitte oder Ende 2021 wieder vorbei ist.

Solange die Inflation ansteigt bleiben Edelmetalle unterstützt. Genau das ist in den kommenden Monaten zu erwarten. Entsprechend ist auch ein ähnlicher Kursverlauf denkbar. Grafik 1 zeigt den aktuellen Verlauf gegenüber dem vor 10 Jahren. Es sieht ganz danach aus, dass sich die Geschichte wiederholt. Auch im Vergleich zum vorletzten Spekulationsexzess 1979 und 1980 lassen sich Parallelen feststellen (Grafik 2).

Wir scheinen bereits mitten im Spekulationsexzess zu sein. Anders kann man einen Preisanstieg von 50 % innerhalb eines Monats nicht bezeichnen. Diese Bewegungen sind sehr schwer vorhersehbar. An einem Tag kann der Preis um 5 % steigen, am nächsten um 5 % oder 10 % einbrechen, nur um dann wieder 10 % zu steigen.

Anleger sind dadurch in einem Dilemma. Man will die Rally nicht verpassen und wartet auf einen Rücksetzer. Früher oder später gibt es diesen, doch meist erst, wenn die Preise nochmals um 10 % oder 20 % gestiegen sind. Steigt man bei diesem Rücksetzer ein, ist die Bewegung schon fast vorbei. Theoretisch sollten Edelmetalle noch einige Wochen steigen können. Jeder Spekulationsexzess ist aber anders. Kommt es jedoch zu einer Wiederholung der letzten zwei Spekulationswellen, hat Silber noch viel Platz nach oben.

Offenlegung: Ich halte Silber- und Goldminen ETFs.

Clemens Schmale


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