Bad Salzuflen (BoerseGo.de) – Die Erholung bei den Edelmetallen setzte sich auch im August fort. Gold schloss mit einem Kurs von 1.395 US-Dollar pro Unze ab und konnte ein Plus von 5,4 Prozent vorweisen. Zeitweise übersprang das gelbe Edelmetall die Marke von 1.400 US-Dollar pro Unze, konnte diesen Kurs zum Monatsende jedoch nicht ganz halten. „Der Goldpreis wurde im Mai und Juni durch gezielte Verkäufe an den Terminmärkten nach unten gedrückt. Die Preiserholung seit Anfang Juli war längst überfällig“, sagt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH. Dabei liege der aktuelle Goldpreis noch weit unter dem fairen Preis von etwa 1.800 US-Dollar.

    „Momentan spricht nichts gegen einen weiteren Kursanstieg“, so Siegel. Zuletzt haben einige Notenbanken, insbesondere Russland und die Türkei, ihre Goldbestände ausgebaut. „Der Einfluss der Zentralbanken auf den Goldpreis ist jedoch nicht kalkulierbar, da sie jegliche Transparenz ihrer Verleihgeschäfte verweigern“, sagt Siegel. Die Syrienkrise sieht der Experte im Gegensatz zu anderen negativ. Wie schon beim Krieg in Afghanistan und im Irak sinkt die Nachfrage nach Gold, da Wohlstand zerstört wird. Der heimliche Monatssieger war jedoch Silber. Im Schatten des großen Bruders konnte das weiße Metall im August um 15,8 Prozent zulegen. „Interessant dabei ist, dass sich Silber von den anderen Industriemetallen abgekoppelt hat, die eher in einer Seitwärtsbewegung verharren“, so Siegel.

    Platin konnte im Vormonat um 5,9 Prozent zulegen und wird mit einem Kurs von 1.521 USD pro Unze weiterhin teurer als Gold gehandelt. Palladium konnte nicht mithalten und verlor im August 0,9 Prozent. „Trotz der Schwankungen in den letzten Monaten wird für die kommenden Jahre auf dem Palladiummarkt weiterhin ein Angebotsdefizit erwartet, da das Edelmetall für die neue Generation von Autokatalysatoren benötigt wird und das Angebot die wachsende Nachfrage kaum decken kann“, sagt Siegel.

    Die Aktien der Minengesellschaften konnten ihren Aufwärtstrend weiter fortsetzen und profitierten von der Erholung am Goldmarkt. Der Xau-Minenindex konnte den zweiten Monat in Folge Gewinne erzielen und legte um 6,6 Prozent zu. „Bei den Minenaktien zeigt der Trend klar nach oben, ob dieser jedoch auch nachhaltig ist, werden die nächsten Monate zeigen“, sagt Siegel. „Klar ist jedoch, dass Investoren dem Minensektor wieder mehr Aufmerksamkeit widmen und steigende Gewinne zutrauen.“ Klare Anzeichen dafür sind auch neue Mittelzuflüsse bei Goldminenfonds.

    Basismetalle entwickeln sich weiterhin seitwärts, jedoch auf einem erhöhten Niveau. Sowohl Kupfer (plus 5,9 Prozent), Blei (plus 6,2 Prozent) und Zink (plus 4,7 Prozent) als auch Aluminium (plus 2,3 Prozent) und Nickel (plus 1,3 Prozent) konnten im August leichte Zugewinne erzielen. „Unerwartet gute Konjunkturdaten aus China haben insbesondere den Kupferpreis beflügelt und verhalfen dem Metall zu einem Viermonatshoch“, sagt Siegel.