• U.S.A.Treasury Bond (Long) Futures - WKN: 621477 - ISIN: XC0006214776 - Kurs: 135,05 % (Indikation)

Das "Tapering" hat den Schrecken verloren. Statt steigender sehen wir aktuell wieder fallende Zinsen. In den USA halten sich die ultra-langfrist-Anleihen souverän über der 200 Tageslinie, nachdem der Ausbruch über diese mehrfach zuvor gescheitert war. Jetzt wurde das Hindernis überwunden. Der letzte Pullback wurde wieder gekauft. Die Gefahr eines Fehlausbruchs ist damit noch nicht ganz gebannt. Zwischen 135,5 und 137 befindet sich noch eine Widerstandszone. Dieser Zone kommt seit 2010 eine gewisse Bedeutung zu, also sollte man sie nicht unterschätzen.

Ein Ausbruch wäre schon ein sehr interessantes Signal. Obwohl die Fed monatlich immer weniger Staatsanleihen kauft, steigt der Kurs der Anleihen. Die Renditen sinken dadurch. Das ist das Gegenteil dessen, was wir 2013 vor dem Beginn des Tapering gesehen haben. Es passt aber andererseits sehr gut zur Systematik der letzten Jahre: hörte die Notenbank mit QE (Quantitative Easing) auf, stieg die Unsicherheit, Aktien wurden ver- und Anleihen gekauft. Das ist schon etwas bedenklich. Das sollte man im Auge behalten.

Eine Rückkehr zu alten Dynamik würde bei einem Ausbruch für Aktien nichts Gutes bedeuten. Allein schon der Blick auf die Korrelation von S&P und den US Bonds gibt spannende Hinweise. In der Zeit immer neuer QE Programme war die Korrelation immer deutlich negativ. Das heißt: während QE fielen Anleihen und stiegen Aktien. Gab es kein QE fielen Aktien und stiegen Anleihen. In beiden Fällen war die Korrelation negativ. Mit Werten nahe -1 ist die Korrelation schon sehr signifikant.

2013 kam dann der Umschwung. Es war immer häufiger eine positive Korrelation zu sehen. Das war vor den QE Programmen deutlich häufiger. Es war sicherlich ein Zeichen der Normalisierung. Seit dem Jahreswechsel kippt die Korrelation nun wieder deutlich ins Negative und scheint zum Muster der Jahre seit 2009 zurückzukehren. Zuviel will ich da jetzt nicht reininterpretieren. Es fällt aber auf. Ein wirklich erbauliches Omen ist das nicht. Die Bonds steigen tendenziell seit Ende 2013, Aktien laufen seitwärts. Das sieht schon irgendwie nach einer Gratwanderung aus. Und "gefühlsmäßig" würde ich sagen, dass Aktien eher nach unten zu kippen drohen als die Bonds.

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Clemens Schmale