In einem Hotel in Barcelona findet aktuell der "Trading World Cup" des Veranstalters inveus statt. Insgesamt zehn Trader aus aller Welt messen sich in der inoffiziellen Trading-Weltmeisterschaft. Jeder der Trader startete in die Finalphase mit einem mit 10.000 Dollar bestückten Realdepot. Nach ungefähr einer Woche haben bereits zwei Trader einen Totalverlust verbucht und insgesamt sechs der zehn Trader haben Geld verloren. Die Gewinne der Gewinner sind zusammengenommen außerdem deutlich geringer als die Verluste der Verlierer, wie die Informationen auf der Homepage des Veranstalters zeigen.

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Betrachtet man alle Depots zusammen, starteten die zehn Teilnehmer mit insgesamt 100.000 Dollar in den Wettbewerb. In der ersten Woche haben sie zusammenaddiert bereits ein Fünftel davon, also ungefähr 20.000 Dollar, verbrannt.

Die Performance der Trader ist kein Beweis dafür, dass kurzfristiges Trading nicht funktioniert. Denn die Trader sind gezwungen, ein extremes hohes Risiko zu fahren, wenn sie den Wettbewerb gewinnen wollen. Nur der Erstplatzierte nimmt schließlich das Preisgeld von 100.000 Dollar mit nach Hause. Es gibt zwar auch Anreize für die weiteren Platzierungen, doch diese verblassen im Verhältnis zur Siegprämie doch deutlich. Viele der Trader dürften deshalb sprichwörtlich alles auf eine Karte setzen, um am Ende ganz vorne zu landen. Ein sinnvolles Risiko- und Moneymanagement, das im "echten" Trading entscheidend ist, können die Top Trader gar nicht anwenden, wenn sie sich nicht selbst ins Abseits katapultieren wollen.

Die Ergebnisse des Wettbewerb beweisen also nicht, dass kurzfristiges Trading nicht funktionieren kann. Was die bisherigen Ergebnisse des Wettbewerbs aber ganz deutlich zeigen, ist dass die von den Teilnehmern im Wettbewerb umgesetzten Strategien zusammengenommen keinen positiven Erwartungswert haben. Wenn man so tradet, wie die Top Trader dies im Wettbewerb tun, wird man auf lange Sicht damit kein Geld verdienen, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit viel Geld verlieren.

Wer lernen will, an den Kapitalmärkten verlässlich Geld zu verdienen, sollte sich also nicht an dem Trading orientieren, das in Börsenspielen notwendig ist, um ganz vorne landen zu können. In Börsenspielen handeln die Teilnehmer in der Regel nicht so, wie sie es tun, wenn sie ihr privates Kapital risikieren. Auch dann nicht, wenn sie, wie in diesem Fall, reales Kapital des Veranstalters zur Verfügung gestellt bekommen.

Trotzdem kann die Trading-Weltmeisterschaft natürlich interessante Anregungen auch für das eigene Trading liefern. Aber bei der Umsetzung in das eigene Trading sollte man sich stets die Frage stellen, ob die jeweilige Strategie tatsächlich geeignet ist, langfristig das Kapital zu mehren. Oder ob es sich um Strategien handelt, die auf lange Sicht keinen positiven Erwartungswert haben.

Wollen Sie sich selbst mit den besten Tradern der Welt messen? Auch im Jahr 2018 finden wieder die Trading Awards mit dem "Trading World Cup" des Veranstalters inveus statt. Hier geht es zur Anmeldung!