Wir haben gerade den kürzesten Bärenmarkt der Geschichte erlebt. Zumindest sieht es danach aus. Das aktuelle Kursmuster ist nicht mehr das eine Bärenmarktrally, sondern gleicht dem Beginn eines Bullenmarktes. Begonnen hat dabei alles recht vielversprechend, wenn man endlich auf die Einstiegsgelegenheit des Jahrhunderts gewartet hat. Der Crash im März wirkte wie der nach der Lehman Pleite 2008. Jedem Crash folgt eine rasante Rallye An einzelnen Tagen steigen Indizes im hohen einstelligen Bereich. Danach kommt es zu einer zweiten Verkaufswelle. Auf diese warten wir immer noch, wahrscheinlich vergeblich. Das Ablaufdatum der Bärenmarktrally ist überschritten. Die längsten Bärenmarktrallys dauern 6-8 Wochen. Die haben wir hinter uns...

Die Erholung wirkt inzwischen wie jene aus dem Jahr 1987 (Grafik 1) oder der aus dem Jahr 2009 (Grafik 2). Anstatt auf neue Tiefs oder zumindest das Erreichen der bisherigen Tiefs zu warten, dürften die Kurse mittelfristig weiter steigen.

Das lässt sich durch beliebig viele Indikatoren darstellen. Einer davon ist die Marktbreite (Grafik 3). Diese steigt seit dem Tief im März stetig an. Während einer Bärenmarktrally bleibt die Marktbreite sehr dünn. Das ist inzwischen nicht mehr der Fall.

Auch die Volatilität geht sukzessive zurück. Während einer Bärenmarktrally bleibt sie hoch. Das kann man derzeit nicht beobachten. Der Abwärtstrend ist ziemlich konsistent. Kurz gesagt: der Markt verhält sich wie zu Beginn eines Bullenmarktes und nicht wie in einer Bärenmarktrally.

Für Anleger bedeutet das zwei Dinge. Zum einen haben sie die ganz große Einstiegsgelegenheit verpasst, wenn sie nicht im März bei den Tiefs eingestiegen sind. Dass die Tiefs bald wieder erreicht werden, ist unwahrscheinlich.


Zum anderen muss man nun auch nicht enttäuscht die Flinte ins Korn werfen. Auch jeder Bullenmarkt hat Rücksetzer. Nach der Finanzkrise war die Unsicherheit lange Zeit hoch. Rücksetzer im 15-20 % gab es mehrfach. Auch heute ist die Unsicherheit groß. Die enorme Geldschwemme der Notenbanken bietet aber ein Sicherheitsnetz.

Fällt der Markt erneut, vor allem schnell, dürfte es nicht lange dauern, bis die Notenbank wieder eingreift. Man darf auch nicht vergessen, dass der Markt von wenigen Großunternehmen wie Alphabet, Amazon und Microsoft bestimmt werden. Sie sind allesamt Krisengewinner.

Auch die Inflation bewegt sich auf absehbare Zeit in einem Rahmen, der positiv für Aktien ist. Gleichzeitig bleiben die Zinsen sehr niedrig. Wer Rendite sucht, hat kaum eine andere Wahl als in Aktien zu investieren. Jeder Rücksetzer dürfte daher schnell gekauft werden.

Clemens Schmale


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