Die Erdölpreise legten am Montag zwischen 2,4 Prozent (WTI) und 3,1 Prozent (Brent) zu und konnten damit einen Großteil ihrer Verluste vom Freitag wieder ausgleichen.

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    Hintergrund war ein Medienbericht, dass das Kartell der OPEC+ (OPEC plus 11 weitere Förderländer, insbesondere Russland) die Produktion nur um 300.000 bis 600.000 bpd anheben will.

    Dem Ölpreis verhalf diese Schlagzeile zu einem starken Boost, den bislang lag eine deutlich engagiertere Expansion der Förderung von bis 1,8 Millionen Barrel pro Tag im Raum.

    Wie volatil die Spekulationslage rund um den OPEC-Gipfel ist, verdeutlichte weniger später der dazu widersprüchliche Einwurf von Ecuador, dass derzeit lediglich ein Vorschlag auf dem Tisch liegt, der eine Output-Steigerung um 1,5 Mio bpd vorsieht.

    Für Trader bleibt die Situation damit extrem undurchsichtig. Zwar gilt es als sicher, dass die Produktion hochgefahren werden muss, um eine Instabilität der Preise zu verhindern, aber Stand Montag liegt die Spanne zwischen 300.000 und 1,5 Mio bpd.

    Erschwerend für das Kartell kommt hinzu, dass sich Libyen, Venezuela, der Irak und Iran gegen die Abschwächung des Förderlimits positioniert haben und somit sowieso jeden Deal einfach sabotieren könnten.

    Goldman wagt sich trotz der unübersichtlichen Lage mit einer Prognose aus der Deckung und sieht eine initiale Expansion um eine Million Barrel pro Tag, gefolgt von weiteren 500.000 bpd in der ersten Hälfte des kommenden Jahres.

    Allerdings sei diese Ausweitung nicht genug, um die steigende Nachfrage und das wegbrechendes Angebot (z.B. Venezuela und Iran) auszugleichen und deshalb sei mit einer Rally bei Brent auf 82,5 Dollar und bei WTI auf 75 Dollar zu rechnen.