Skandinavien-ETF: Alles besser im hohen Norden?

    Skandinavien gilt hierzulande nicht selten als Vorbild: Ob beim Bildungssystem, der Altenbetreuung oder anderen gesellschaftlichen Themen – Skandinavier scheinen sich in vielen hierzulande kontrovers diskutierten Fragen einig zu sein. Auch in der Coronapandemie haben die Länder aus Europas Norden eine eigene Strategie verfolgt. Zuallererst ist in diesem Zusammenhang Schweden zu nennen, die bisher ohne nennenswerten Lockdown durch die Krise gekommen sind. Auch Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank, verweist auf den skandinavischen Sonderweg: „Während Norwegen frühzeitig mit harten Maßnahmen reagierte und sehr niedrige Infektionsraten aufweist, hat Schweden nur relativ laxe Beschränkungen beschlossen. Die wirtschaftlichen Belastungen könnten daher moderater ausfallen als in anderen Ländern, was auch den Aktienmärkten zugutekommen sollte“, so Stephan.

    2021 könnte Jahr des Comebacks werden

    Dennoch bestehe kein Grund, die Länder völlig unkritisch in den Himmel zu loben. Stephan verweist auf den gefallenen Ölpreis, welcher insbesondere Norwegen hart treffe. Schwedens Wirtschaft sei zudem stark vom Export abhängig. Dies sollte 2020 auch in Skandinavien zu Gewinnrückgängen führen. Positiv könnte dagegen der Ausblick auf 2021 ausfallen: „Dafür könnten die Erträge schwedischer und norwegischer Unternehmen im kommenden Jahr mit 28 beziehungsweise 52 Prozent überdurchschnittlich zulegen“, findet Stephan.

    Potenzial mit einem Skandinavien-ETF

    Anleger, die sich in Skandinavien engagieren möchten, können sich neben spezialisierten aktiv verwalteten Fonds auch ETFs näher ansehen. Der Xtrackers MSCI Nordic UCITS ETF (WKN: A1T791) bündelt 71 Titel aus Skandinavien. Mit dabei sind Industriewerte (25,6 %), Titel aus dem Gesundheitswesen (20,11 %) und Finanztitel (16,5 %). 2020 büßte der ETF knapp 11 Prozent ein. Angesichts des hohen Anteils an Industriewerten, fiel der Rückschlag im laufenden Jahr im Vergleich zu anderen Regionen nicht besonders groß aus. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,3 Prozent.

    Tipp: Sie möchten wissen, wie genau ETFs funktionieren? In unserem Beitrag „Was ist ein ETF?“ haben wir das im Detail beschrieben.